Öffentlicher Parkplatz muss Häusern weichen: Wo sollen die Neumarkter künftig parken?

Von Petra Schlierf · 29. Juli 2025 um 15:00

Der alte Postparkplatz an der Stephanstraße ist der Geheimtipp für Autofahrer, die in die Stadt wollen, ohne ein Parkticket zu zahlen. Mit dem kostenlosen Parken auf dem Areal in Neumarkt wird aber über kurz oder lang Schluss sein. Der Bausenat hat jetzt einstimmig den Weg frei gemacht, damit dort Wohnungen entstehen können.

Video ansehen

Der Parkplatz ist Teil eines Areals, für das das Planungsbüro Vogelsang im Auftrag der Stadt einen Rahmenplan erstellt hat. Den Anstoß dafür hatte ein Vorhaben der Neumarkter Firma Kellermann gegeben: Der Investor will im Süden des Areals, direkt an der Stephanstraße, ein L-förmiges Gebäude bauen, das überwiegend Wohnungen enthält. Im Erdgeschoss sollen Gewerbeflächen entstehen.

Für den Rest der Fläche gibt es noch keine konkreten Vorhaben, theoretisch könnten dort aber etwa 45 weitere Wohneinheiten in Mehrfamilien- bzw. Reihenhäusern entstehen, aufgeteilt auf vier Gebäude.

Für das Projekt des Investors, aber auch für andere im Geltungsbereich des Rahmenplans geplante Bauten, werde zunächst Baurecht über ein Bauleitplanverfahren zu schaffen sein.

Planerin Kristina Vogelsang erklärte im Bausenat, dass ein großes Ziel sei, das Areal aufzuwerten. Dabei gebe es aber zahlreiche Faktoren zu berücksichtigen, zum Beispiel das Kleinklima: „Je mehr man nachverdichtet, umso wichtiger ist es auch, Grünflächen zu erhalten oder weiter auszubauen.“ Deswegen sollen die Grünflächen auf jeden Fall erhalten werden.

Lärm vom nahen Bahnhof ein Problem

Besondere Schwierigkeiten bei der Planung macht die Nähe zu Bahnhof und Bahnlinie, die von der Stephanstraße nur durch einen schmalen Streifen und die Böschung abgegrenzt ist. Zwar steht bereits eine Schallschutzwand an den Gleisen, trotzdem sind die Züge zu hören. Ein Fachgutachter war in die Planung eingebunden. Das führte dazu, dass die Pläne noch einmal modifiziert wurden. Unter anderem sei ein Gebäude, das neben dem L-förmigen Bau direkt an der Stephanstraße stehen soll, noch einmal verlängert.

„So wird die Lücke zwischen den Gebäuden, durch die Lärm in das Gebiet dringen kann, möglichst gering gehalten“, erklärte die Planerin. Davon sollen zumindest die Wohnungen profitieren, die auf der anderen Seite liegen. Dazu kämen später bauliche Maßnahmen an den Gebäuden selbst und eine vernünftige Grundrissplanung. So könne es gelingen, das Lärm-Problem zu lösen. Die Details seien dann aber Sache des Bebauungsplans.

Gebührenpflichtiges Parkhaus als Alternative

Eine weitere augenscheinliche Veränderung: Am Ende sollen möglichst alle Autos von dem Areal verschwinden. Eine Tiefgarage soll die Fahrzeuge der künftigen Bewohner aufnehmen.

Schlechte Nachrichten aber gibt es für alle, die in der Gegend bisher einen kostenlosen Parkplatz gesucht haben. Dafür wird es keinen Ersatz geben, wenn hier erst einmal Wohnhäuser entstehen. Vogelsang verwies darauf, dass es in unmittelbarer Nähe, in der Ringstraße nämlich, ein Parkhaus gibt. „Das hat durchaus noch ausreichend Kapazitäten.“ Anders als der Postparkplatz kostet es aber Gebühren.