Vor Abstimmung im Schwandorfer Stadtrat: Nun reden die Anwohner von Irlaching Siedlung

Vor der Stadtratssitzung am Montag haben die Bewohner von Irlaching Siedlung noch einmal Stellung bezogen. Nicht alle, aber doch die Mehrzahl der Nachbarn spricht sich in einer Art Resolution für eine zusätzliche Bebauung aus. Im Vergleich zur Belastung durch die ehemalige Minigolfanlage sei eine solche Entwicklung nur positiv zu sehen, so der Tenor.
Wie berichtet, wird sich der Schwandorfer Stadtrat am 28. Juli ab 18 Uhr in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause noch einmal mit den Bauvorhaben in Irlaching Siedlung befassen – nichtöffentlich. Vorausgegangen war ein Antrag der Unabhängigen Wähler (UW), das Thema noch einmal auf den Tisch zu bringen.
Hilft der Bau-Turbo?
Ihren Vorstoß hatten die UW zum einen mit dem Vertrauensschutz für die Bauwerber, aber auch dem geplanten „Bau-Turbo“ der Bundesregierung begründet, der im Herbst Gesetzeskraft erlangen soll. Dieser sieht Erleichterungen bei der Genehmigungspraxis vor, um die Bautätigkeit anzukurbeln. Unter bestimmten Bedingungen soll dies, zumindest nach jetzigem Wissensstand, auch für den sogenannten Außenbereich außerhalb geschlossener Ortschaften gelten, dem auch Irlaching Siedlung zuzuordnen ist.
Vor der Stadtratssitzung meldeten sich nun noch einmal einige Bewohner von Irlaching Siedlung mit einer Resolution zu Wort, in der sie sich für eine weitere Bautätigkeit aussprechen. Das Papier trägt die Unterschriften von acht Anwohnern, die zugleich für ihre Familien sprechen. Die meisten leben im nördlichen Teil der Splittersiedlung, gegenüber der ehemaligen Minigolfanlage. Aber es gibt noch weitere Befürworter einer Bebauung, die sich nur deshalb zurückhalten, weil sie selber eine Bauvoranfrage gestellt haben.
In die Wege geleitet hat die kleine Aktion Kornelia Lunan. „Ich bin zu den Nachbarn gegangen und habe gefragt, ob sie mitmachen. Nicht alle, aber die Mehrzahl war dabei“, sagte sie bei einem Besuch am Donnerstag. Geschrieben hat sie die kleine Resolution nach eigenen Worten selbst, bauen will sie im übrigen nicht. Ihr geht es um Grundsätzliches, ebenso den anderen Unterzeichnern.
„Als langjährige Anwohner in Irlaching Siedlung verfolgen wir die Debatte um die Bauvorhaben in unserer Nachbarschaft mit wachsendem Unverständnis“, heißt es in dem Papier. Es werde oft vergessen, „dass auch wir Nachbarn betroffen sind, trotz allem, doch auch im positiven Sinne“.
Deshalb können wir es nur für gut befinden, dass dort künftig Wohnhäuser entstehen sollen.
Anwohner des ehemaligen Minigolfplatzes in Irlaching Siedlung
Bis vor kurzem sei in der unmittelbaren Nachbarschaft noch der Minigolfplatz betrieben worden. Für die direkten Anwohner bedeutete dies, insbesondere an Wochenenden und Feiertagen, „eine erhebliche Lärmbelastung, ständigen Publikumsverkehr, teils chaotische Parksituationen und wenig Rücksicht auf uns. Dass dieser Betrieb eingestellt wurde, war für manche eher eine Erleichterung. Deshalb können wir es nur für gut befinden, dass dort künftig Wohnhäuser entstehen sollen.“
Das Grundstück der ehemaligen Minigolfanlage, heißt es weiter in dem Papier, grenze direkt an andere Grundstücke und sei „schon lange Teil unserer Siedlung. Heute sehen wir aber jeden Tag eine verwilderte, eingestellte Baustelle und ungenutzte Fläche. Statt dort benötigten Wohnraum zu schaffen, wird das Gelände dem Verfall überlassen“, schreiben die Unterzeichner und sehen darin „eine verpasste Chance“.
Auch andere geplante Bauvorhaben in der Siedlung würden die Anwohner begrüßen – und beziehen sich damit auf die vier Bauvoranfragen, die von OB Andreas Feller (CSU) zunächst positiv beschieden, von der Stadt später aber wieder zurückgenommen worden waren.
Junge Familien erwünscht
Die Unterzeichner wörtlich: „Es geht unter anderem um Familien, die bereits ihr Leben lang in Irlaching Siedlung wohnen und hier für sich und ihre Kinder eine Zukunft aufbauen möchten. Es wäre eine allgemeine Bereicherung, wenn junge Familien in unsere Nachbarschaft ziehen. Sie bringen Gemeinschaft, Perspektive und Zukunft.“