Mexikanischer Trendsport erobert Regensburg: Erste Padel-Plätze in Stadtnähe

Von Daniel Pfeifer · 26. Juli 2025 um 05:00

1965 in Mexiko erfunden und plötzlich Trend in Europa: Fast täglich eröffnen in Deutschland Padel-Anlagen – nun auch im Raum Regensburg. In Obertraubling gibt es seit kurzem zehn Innen- und Außenplätze, in Neutraubling soll in zwei Wochen auch eine Außenanlage eröffnen. Wie geht Padel? Und lohnt sich eine Partie? MZ-Reporter Daniel Pfeifer und Marius Göhl haben den Sport getestet.

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Als „am stärksten wachsende Sportart der Welt“ bezeichnet der Deutsche Padel Verband die mittelamerikanische Ballsportart. In München gibt es schon seit einigen Jahren Plätze für Freizeitsportler, in Nürnberg und Ingolstadt auch. Und Regensburg? Nunja, hier klaffte noch eine Lücke in der Padel-Deutschlandkarte. Bis jetzt. Am 29. Juni eröffnete „Padel City“ im ehemaligen Mega-Sports in Obertraubling, am 8. August startet der „PadelPark Regensburg“ in Neutraubling – ein guter Anlass, sich den Sport einmal genauer anzusehen.

Mit dem ersten Schritt auf den azurblauen Kunstrasenplatz fühlt man sich wie ein Gecko in einem Terrarium, eingeschlossen von Glas und Gitter, erleuchtet von LED-Strahlern. Der neongelbe Ball, die weißen Linien am Boden und das Netz sind erstmal sehr Tennis-haft, beim Schläger hört die Ähnlichkeit auf. Die ersten Ballwechsel sind ungewohnt, das hohle Kunststoff-Paddel klatscht bei jedem Schlag dumpf. Pitsch, Patsch – erst einmal geht es wie beim Tennis hin und her über das Netz. Dann: ein langer Ball. Er springt auf, prallt gegen die hintere Glasscheibe. Jetzt muss man kurz mathematisch denken, die Flugbahn berechnen und den Ball mit einem platzierten Schlag erneut über das Netz bringen. Ein bisschen was von Squash hat dieses Spiel mit den Wänden. Lange dauert es nicht, dann ist man drin. Die Regeln sind danach ziemlich ähnlich wie im Tennis Einzel oder Doppel.

Schwaben, Ingolstadt und jetzt Obertraubling

Ballsportler kennen die Halle noch als Mega-Sport. Seit kurzem betreibt sie Padel City, die auch Außenplätze anlegten. - Foto: Daniel Pfeifer

Es ist ein simpler, unterhaltsamer Sport, der aber doch viele in seinen Bann zieht. Unter anderem Thomas Richter. Der 54-jährige gebürtige Schwabe arbeitete 15 Jahre lang in der Gastronomie und spielte dann in der Freizeit in Ingolstadt Padel. Er erkannte, dass in Regensburg das Spielerpotenzial da ist aber noch niemand sich traute, Plätze zu bauen. Und so machte er das Hobby zum Beruf und leitet seit einigen Wochen „Padel City“ in Obertraubling, in den Hallen des einstigen Mega-Sport. Dort gibt es zehn Padel-Plätze zusätzlich zu den altbekannten Tennis-, Squash- und Badminton-Feldern. „Es wurde Zeit, Regensburg ist schon etwas hintendran“, sagt Richter.

Mit der Anlage kam er den beiden Sportlern Sabine Homeier und Florian Zitzelsberger ein paar Wochen zuvor, die mit der selben Idee, Padel nach Regensburg zu holen, nach Neutraubling gingen. Dort entstehen vier nagelneue Außenplätze, die ab dem 8. August gebucht werden können. Hier soll dann alles ganz automatisch laufen, heißt es auf der Homepage: Der Zugang wird per Code freigegeben, in einem Automaten kann man sich Schläger und Bälle ausleihen. Im April hatte noch der Gemeinderat von Neutraubling darüber debattiert, ob der Sport nicht zu laut sei und Anwohner stören könne, am Ende aber deutlich grünes Licht gegeben.

Spiel im Glaskasten: Padel - Foto: Daniel Pfeifer

Zumindest platztechnisch ist Padel kompakter als beispielsweise Tennis. Das bedingt die Entstehungsgeschichte, berichtet die Historie des Padel-Verbands: Enrique Concuera aus Acapulco wollte 1965 einen Tennisplatz auf seinem Grundstück bauen, doch das war zu klein. Also nutzte er eine von Betonmauern eingefasste Einfahrt, die halb so groß war wie ein normales Tennisfeld. Er spannte ein Netz und so nahm die Geschichte ihren Lauf. Von Mexiko zurück nach Obertraubling: Wie läuft der neue Sport bis jetzt an? „Außerhalb der Spitzenzeiten am späten Nachmittag ist noch Luft nach oben“, sagt Thomas Richter. Dennoch ist er optimistisch: Regensburg wird Padel noch lieben lernen.

Über die Plätze

Neue Plätze wie die in Obertraubling sind natürlich etwas edler als der Betonplatz in Acapulco: Zahlreiche drei mal zwei Meter große und 180 Kilo schwere Glasplatten umfassen die rund 50.000 Euro teuren Felder, ein Salat-Bowl-Lokal soll als Gastronomie folgen (ein Koch wird noch gesucht), Events soll es geben und in einer Halle steht der laut Thomas Richter einzige richtige Centercourt mit Tribüne in ganz Deutschland – für Turniere zum Beispiel. In Obertraubling wie auch Neutraubling kostet der Spaß ab 24 Euro bis 32 oder 36 Euro pro Platz pro Stunde, je nachdem ob Einzel oder Doppel.

Zwei MZ-Reporter im Duell

Nach dem Einspielen machten sich Reporter Daniel Pfeifer und Marius Göhl ans direkte Duell, im Doppel mit zwei Experten. Für einen der beiden wurde es eine ziemliche Klatsche. Davon berichten die beiden hier:

MZ-Reporter Daniel Pfeifer und Marius Göhl... - Foto: Daniel Pfeifer
... und die Doppelpartnern Thomas Richter und Fabian Scheckenbach - Foto: Daniel Pfeifer

Daniel: „Ich gebe zu: Als ich mit meinem Doppelpartner Fabian Scheckenbach (immerhin Sportleiter der Anlage) aufs Feld gegangen bin, habe ich schon gehofft, meinen MZ-Kollegen Marius und seinen Partner Thomas abzuzocken. Schließlich hab’ ich früher Tennis gespielt. Aber das wird eher zum Handy-cap: Ständig nehme ich den Ball reflexartig aus der Luft, statt ihn vorbeizulassen und über die Glaswand zu spielen. Naja, sauber 1 : 4 verloren. Sorry Fabian, ich war keine große Hilfe. Lustig war’s trotzdem.“

Marius: „Meine Erwartungen wurden vollends erfüllt. Das Match mit Daniel, Fabian und Thomas hat richtig Spaß gemacht – und das, obwohl Daniel und ich zum ersten Mal auf einem Padel-Platz standen. Seit Jahren wollte ich den Trendsport ausprobieren. Dass wir jetzt eine Anlage in Regensburger Umgebung haben, freut mich richtig. Zwar ist das Spiel zunächst langsamer als gedacht, dafür hat es einen großartigen Mix aus Koordination und Kondition. Ich bin für eine Revanche bereit, Daniel!“