Neues Festival am Start: Regensburg macht Bekanntschaft mit Wales

Von Marianne Sperb · 25. Juli 2025 um 16:34

Das Team vor dem Restaurant „Sticky Fingers“ in Regensburg: Zwei Sterneköche werden hier ein von Wales inspiriertes Menü servieren. Alexandra Jira, Michelle Adamczyk, Peter Waller, Franka Kulawik und Sophie Brasil (v.r.) packen beim Festival an. - Foto: Sophie Brasil, privat

„Croeso i Gymru“ ist von 2. bis 5. Oktober das Motto. Peter Waller und sein Team knobeln gerade am Programm mit Filmabend, Sprachkursen und Sterneköchen.

Die Menschen in Wales und in der Oberpfalz verbindet mehr, als die meisten denken: Sie sind stolz auf ihren Dialekt, lieben die Natur, sind sportbegeistert. „Und sie wissen, was man mit Bier macht“, spielt Peter Waller auf Volksfestkultur an. Die entscheidende Schnittmenge aber, die nun zum ersten Wales-Festival in Regensburg führen wird, ist: Peter Waller, mit Bindung an Wales, lebt und lehrt in Regensburg und wenn er aufzählt, warum die Menschen hier und dort sich dringend kennen lernen sollen, kann man gar nicht anders, als sich anstecken zu lassen von seiner Idee. Das sollte auch bei Sponsoren klappen, die noch gesucht werden.

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Peter Waller und ein Team von Infizierten bereiten also ein Festival vor: „Croeso i Gymru – Welcome to Wales“ wird von 2. bis 5. Oktober Filme, Workshops, Literatur und Essen aus und über Wales nach Regensburg holen. Und weil der Anglizist an der Universität Regensburg gut vernetzt ist und noch besser überzeugen kann, lassen sich auch vielbeschäftigte Menschen zusammen spannen. Hywel Griffith vom „Beach House“ in Oxwich Bay etwa mit Anton Schmaus vom „Storstad“. Beide sind Sterneköche, beide lieben den Austausch und beide kochen zum Festival in Schmaus’ „Sticky Fingers“ mitten in der Altstadt ein von Wales inspiriertes Menü. Das Land besitzt viele Besonderheiten: „Mehr Schlösser pro Kopf als jedes andere Land“, zählt Peter Waller auf. „Und dort leben mehr Schafe als Einwohner.“ Gut vorstellbar also, dass das Menü Muscheln, Seegras und Meeresgetier beinhalten wird – und Lamm.

Filmabend mit Owen Sheers

Die Festivalgäste sollen Wales nahe kommen: kulinarisch, sprachlich, kulturell. Und poetisch natürlich, weil Dichtung in Wales alle Lebensstationen begleitet, von der Wiege bis zur Bahre. Eurig Salisbury, Meister altwalisischer Dichtkunst, will in Regensburg walisische Lyrik erklären. Und der preisgekrönte Poet Owen Sheers will einen Filmabend geben. Er schrieb das Filmgedicht „The Green Hollow“, mit dem die BBC 2016 an die Aberfan-Katastrophe erinnerte, den Haldenrutsch von 1966 mit 144 Toten. Peter Waller ist happy über sein Gäste: „Sheers ist wirklich berühmt. Aber er sagte binnen zweier Tage zu, ohne Honorar.“

Der Wahlregensburger mit irischer Verwandtschaft sieht sich als Kelte, trägt unter seiner Glatze sein Kelten-Erbe – rotes Haar – und ist mit sechs ebenso rothaarigen Geschwistern aufgewachsen. Er liebt beides: seine Heimat und seine Wahlheimat. „Ich habe kein Heimweh, eher Familienweh“, beschreibt er sein Einwurzeln an der Donau. Der Fluss taucht sogar in der Wales-Flagge auf, im Land gibt es den Spruch von „the beautiful blue“ Donau und die Volksweisheit: Wenn das Donauwasser blau ist, bist du verliebt. „Keine Ahnung, woher das kommt“, sagt Waller, der sonst alles über Wales weiß.

Festivalmacher suchen Sponsoren

Ein ganzes Team schiebt für das Wales-Festival mit an. „Es gibt eine natürliche Begeisterung für alles, was keltisch ist“, ist Waller überzeugt. Viele zieht es deshalb nach Irland, wenige nach Wales „Es ist schwieriger zu erreichen. Und es verkauft sich auch schlecht.“ Wer früher im Lexikon suchte, fand unter Wales den Verweis auf England. Dabei forciert Wales das Bewusstsein für seine Wurzeln. Alle Schilder sind auch auf Walisisch beschriftet, das ehrgeizige Projekt „Wales 2050“ läuft: In 25 Jahren soll eine der drei Millionen Einwohner Walisisch können und regelmäßig sprechen. Beim Festival wird es Sprachschnupperkurse geben. Da lernt man womöglich auch, Europas längsten Ortsnamen zu buchstabieren: Llanfair-pwllgwyngyllgogerychwyrndr- bbwllllantysiliogogogoch. Die 58 Buchstaben bedeuten: „Marienkirche in der Mulde der weißen Hasel, in der Nähe eines schnellen Strudels und der Kirche St. Tysilio bei der roten Höhle“. Na dann.

Details stehen im September fest. Kontakt für Sponsoren, für Nachfragen und speziell zum Schnupperkurs bei: walesfestival.regensburg@gmail.com