Förster stellen sich neu auf: Annette Scholz ist die neue Forstdirektorin am AELF Cham

Der Bereich Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Cham (AELF) hat seit dieser Woche eine neue Chefin. Dr. Annette Scholz folgt in ihrem neuen Amt nahtlos auf Dr. Arthur Bauer, der am Samstag seinen letzten Arbeitstag hatte und in die Freistellungsphase der Altersteilzeit eintritt.
Scholz stammt aus dem niederbayerischen Simbach und wuchs in Altötting auf. Ihr „Zündfunke“ für ein Studium der Forstwissenschaft war die Arbeit als Pflanzfrau auf den Brachflächen nach den Stürmen Vivian und Wiebke Anfang der 90er Jahre, berichtete sie im Vorfeld. Zuletzt war sie als stellvertretende Schulleiterin an der Bayerischen Waldbauernschule (Kelheim/Goldberg) aktiv. Eine Arbeit, die sie rückblickend als sehr erfüllend bezeichnet.
Erst einmal zuhören
Bei der Vorstellung an ihrem neuen Arbeitsplatz in Waldmünchen steht für Scholz erst einmal im Vordergrund, sich einen Überblick zu verschaffen und vor Ort ein Netzwerk aufzubauen. Dabei könnte ihr eine Eigenschaft hilfreich sein: „Ich glaube, der Umgang mit Menschen liegt mir“, erklärt die 53-Jährige. Ihr sei wichtig, „dass man erst mal miteinander spricht“. Mit Scholz‘ Amtsantritt ist der Wechsel an der Spitze des AELF Cham komplett. Bereits im April folgte Dr. Thomas Nibler als Leiter auf Heribert Semmler. Scholz ist künftig seine Stellvertreterin.
Eine große Herausforderung dürfte für sie die Gestaltung der Wälder hin in Richtung eines Zukunftswaldes sein, der für die Herausforderungen der Klimaveränderungen gewappnet ist. Als Beispiele nennt sie die längeren Vegetationsphasen, höheren Temperaturen und geringeren Niederschläge.
Ihr Amtsvorgänger Bauer machte erst im März bei einem Vortrag vor den Waldbesitzern des WBV Waldmünchen die Unabwendbarkeit des Klimawandels deutlich. „Wir bewegen uns auf +2,5 bis +4 Grad zu“, sagte Bauer damals. Damit werde es bei uns bis zum Ende des Jahrhunderts eine Vegetation wie in Norditalien geben. Entsprechend müsse der Wald umgebaut werden: durch Durchforstung, durch häufigere Entnahmen und durch angepasste Wildbestände.
Damit diese Schwierigkeiten gemeistert werden können, müsse man „die Menschen für unsere Ziele gewinnen und mitnehmen“, erklärt Scholz. Wichtig sei dabei, dass das Team „als geschätzter Ansprechpartner wahrgenommen wird“. Allen Hürde zum Trotz zeigt sich Scholz optimistisch: „Die Voraussetzungen sind gut“, sagt sie.
Engagement der Besitzer
Der Wald ist für viele Menschen Heimat. „Wir bauen ihn nicht um, weil wir es wollen, sondern weil wir es müssen“, stellt Thomas Nibler klar und führt weiter aus: „Weil wir das nicht alleine können, brauchen wir die Zusammenarbeit und die engagierten Waldbesitzer.“ Für Bauer endet an diesem regnerischen Montag ein Kapitel: „Ich möchte meiner Nachfolgerin eine glückliche Hand wünschen, dass das wirklich weitergeht, den Wald vor Schäden zu bewahren“, sagt er zum Abschluss.

Eine von Scholz‘ ersten Amtshandlungen ist direkt eine weitere Vorstellung: Lukas Plechinger ist seit Monatsbeginn neuer Revierleiter in Cham. Mit seinen 31 Jahren bringt er bereits einige Erfahrung aus der Praxis mit.
Nach seinem Schulabschluss machte er zunächst eine Ausbildung zum Forstwirt, absolvierte im Anschluss seinen Meister und studierte in Freising (Weihenstephan). Der Start war direkt intensiv: „Es sind doch viele Waldbesitzer auf mich zugekommen“, beschreibt er. Es ist der erste Schritt für ihn in der Behörde, in der in diesem Jahr vielerorts neue Zeiten anbrechen.