Gefahrenstelle an Regensburger Straße in Burglengenfeld: Keine Entschärfung in Sicht

Von Thomas Rieke · 24. Juli 2025 um 05:00

Den Versuch, die Regensburger Straße in Burglengenfeld im Landkreis Schwandorf zwischen Netto und dem sogenannten Bernet-Tower zu überqueren, hätte eine 86-jährige Fußgängerin am 16. Juli beinahe mit dem Leben bezahlt. Sie kam einem Autofahrer (78) in die Quere und erlitt eine offene Fraktur des Sprunggelenks. Grund genug für die Redaktion, die Unglücksstelle in den Fokus zu rücken – denn nach dem Unfall gibt es viele ungeklärte Fragen, nicht nur den konkreten Fall betreffend.

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Aufmerksame Bürger halten den Bereich, in dem die Seniorin vom Fahrzeug des Rentners erfasst wurde, schon lange für gefährlich. Es gibt keinen Zebrastreifen, keine Ampel, ja nicht einmal eine Insel als Querungshilfe. Der nächste sichere Übergang ist rund 200 Meter entfernt.

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Zu weit für all jene, die wichtige Dinge zu erledigen haben. Einrichtungen der medizinischen Versorgung unterschiedlichster Art sind im kritischen Bereich mehrere angesiedelt. Im erwähnten Bernet-Tower (benannt nach der Allgemeinmedizinerin Dr. Christina Bernet) befindet sich sogar eine Apotheke. Es liegt nahe, dass auch Patienten der umliegenden Ärzte ihre Rezepte gleich hier einlösen wollen.

Und wieder läuft ein Fußgänger an einer problematischen Stelle über die Straße . - Foto: Thomas Rieke

Die Redaktion hat die Situation vor Ort eine Weile beobachtet und festgestellt: Alle paar Minuten versucht ein Fußgänger, von einer Straßenseite auf die andere zu kommen. Angesichts des zu bestimmten Zeiten durchaus dichten Verkehrs sind dafür Geduld und große Aufmerksamkeit gefragt. Aufgrund der vielen Aus- und Zufahrten sowie der angeschlossenen Maxhütter Straße kann man schnell den Überblick verlieren. Für Menschen mit Gehproblemen wird es besonders schnell brenzlig.

Blick in die Statistik der Polizeiinspektion Burglengenfeld

Umso erstaunlicher ist es, dass Unfälle in der Regensburger Straße, bei denen Fußgänger zu Schaden kamen, trotzdem die große Ausnahme sind. Florian Beck, stellvertretender Leiter der Polizei Burglengenfeld, blätterte in der Verkehrsstatistik bis Anfang Januar 2023 zurück und fand für den Bereich zwischen Nußstein-Kreuzung und dem Kreisverkehr oberhalb von Lidl nur einen vergleichbaren Fall. Im August vor zwei Jahren hatte eine Seniorin die Situation offenbar falsch eingeschätzt und war beim Querungsversuch ebenfalls von einem Auto erfasst worden.

Aus polizeilicher Sicht liegt also alles andere als ein Unfallschwerpunkt vor. Nicht subjektives Empfinden, sondern Fakten zählen, lautet die Botschaft.

Die Redaktion hat sich dennoch bei der Stadt erkundigt, wie sie die Lage einschätzt – und ob sie eventuell schon mit dem Landkreis, bei dem die Straßenbaulast liegen dürfte, darüber gesprochen hat, wie die Situation zu verbessern sei.

Fußgängerüberweg brächte angeblich nur tügerische Sicherheit

Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) bestätigte, dass der beschriebene Teilabschnitt der Straße bereits öfter Gegenstand von Besprechungen gewesen ist. In mehreren Verkehrsschauen habe man sich mit der Thematik auseinandergesetzt. Die Beratungen im Anschluss hätten allerdings ergeben, dass „die rechtlichen Voraussetzungen für einen Fußgängerüberweg (FGÜ) an dieser Stelle nicht vorliegen“.

Damit nicht genug: Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten mit Kreuzungen und Einmündungen wäre ein FGÜ sogar kontraproduktiv, meint Gesche. Fußgänger würden in vermeintlicher Sicherheit plötzlich auf die Straße treten, Autofahrer sähen sich zu unvermittelt zum Bremsen gezwungen. Kurzum: Das Unfallrisiko würde steigen.