„Hells Bells“-Präsident über Oberpfalzmopedmarathon: „Das Ganze könnte durch die Decke gehen“

Von Martin Kellermeier · 23. Juli 2025 um 17:00

Die Mitglieder des Moped-Clubs „Hells Bells“ Büchelkühn wollen ihre Heimat am kommenden Wochenende zum Moped-Mekka machen. Schon jetzt erhalten sie für ihren Oberpfalzmopedmarathon (OMM), der erstmals am 26. und 27. Juli auf dem örtlichen Reitplatz stattfindet, viel Zuspruch. Wie kam es zu der Idee und was werden die Höhepunkte sein? Darüber spricht Präsident Alexander Luber (46) im MZ-Interview.

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Am kommenden Samstag startet der Oberpfalzmopedmarathon, am Sonntag ist große Ausfahrt. Wie sind Sie und Ihre Mitglieder vom Moped-Club denn eigentlich auf die Idee gekommen?

Alexander Luber: Da gab es eine Initialzündung. Ich bin 2016 quer durch die Alpen mit meinem Motorrad gefahren, als mir plötzlich Hunderte Moped-Fahrer entgegen kamen. Von diesen waren viele maskiert, zum Beispiel als Darth Vader. Ich fand das phänomenal und fand heraus, dass es Teilnehmer des Ötztaler Mopedmarathons waren. 2019 sind wir vom Moped-Club „Hells Bells“ Büchelkühn dann selbst mitgefahren und waren begeistert. Wir wollten ein solches Event auch in unsere Region holen – und so war der Oberpfalzmopedmarathon, kurz OMM, geboren. Eigentlich wollten wir es im ersten Schritt etwas kleiner machen. Aber nun sind die Rückmeldungen so, dass das Ganze dann doch etwas durch die Decke gehen könnte.

Was erwartet die Teilnehmer am Wochenende?

Luber: Der Höhepunkt ist natürlich die gemeinsame Ausfahrt. Die Strecke ist etwa 25 Kilometer lang und führt einmal um das Schwandorfer Stadtgebiet. Wir starten am Reitplatz in Büchelkühn. Dann geht es über Naabeck, Gögglbach, Naabsiegenhofen und Ettmannsdorf nach Schwandorf. Über den Bahnhof und die Schwaigerstraße kommen wir dann auf die Adenauerbrücke und über Dachelhofen zurück nach Büchelkühn. Wir wollen mit dieser Route möglichst viele Einwohner und Passanten erwischen, die uns zusehen können. Davon lebt der OMM.

Heuer ist die Route selbst für Moped-Fahrer noch überschaubar. Gibt es eine Vision, dass der OMM tatsächlich einmal zum Marathon wird?

Luber: Unser Verein hat auch Ableger in Walderbach und in Schönau bei Rötz, beide im Landkreis Cham. Man nennt das auch Chapter. Wenn der Anklang in der Bevölkerung da ist und die Mitglieder mitziehen, könnten wir uns 600 Mopeder auf einer 130 Kilometer langen Strecke quer durch die Oberpfalz vorstellen. Und das alles an nur einem Tag. Wir wollen der Bevölkerung mit dem OMM zeigen: Höher, schneller, weiter ist nicht der Weg. „Back to the roots“ sollte viel mehr das Motto sein.

Puh. Wenn man 130 Kilometer mit einem Moped unterwegs ist, braucht man aber auch viel Sitzfleisch.

Luber: Das ist wirklich eine Tortur. Wir haben das ja beim Ötztaler Mopedmarathon selbst erlebt. Teilweise ging es bei 18 Prozent Steigung nur mit etwa fünf km/h weiter. Aber es soll ja auch eine Herausforderung sein.

Schon jetzt kann man feststellen, dass viele im OMM-Fieber sind. Mit wie viel Maschinen rechnen Sie bei der Ausfahrt?

Luber: Bis dato sind es 60 bis 70 offizielle Anmeldungen. Mit unseren Mitgliedern sind es dann um die 100 Leute. Viele haben sich darüber hinaus aber schon angekündigt. Ich denke schon, dass man daher mit 250 Maschinen rechnen kann.

Was werden das für Mopeds sein?

Luber: Da werden alle Hersteller vertreten sein, einmal quer durch das Gemüsebeet: Zündapp, Hercules, Kreidler oder Piaggio. Nostalgie dürfte bei vielen eine Rolle spielen. Die meisten Maschinen werden aus den 1950er bis 1990er Jahren stammen.

Am Reitplatz in Büchelkühn findet die Veranstaltung statt. Bei Regen kann in die dortige Halle ausgewichen werden. - Foto: Martin Kellermeier

Kann man auch mit neueren Rollern mitfahren?

Luber: Natürlich. Es darf jeder mitfahren. Da wir aber in einer Kolonne fahren, muss sich an das Leistungsniveau des Schwächeren angepasst werden.

Wie viele Mitglieder zählen die Hells Bells Büchelkühn eigentlich?

Luber: Seit der Gründung im Jahr 2018 sind wir auf 27 Mitglieder angewachsen. Wir sind eine Community, die die Freiheit genießen will – ohne dabei das große Geld auszugeben.

Aber mit der harten Rockerszene haben Sie nichts zu tun?

Luber: Nein. Da grenzen wir uns auch ganz klar ab. Wir sind mit den berühmt-berüchtigten Motorradclubs nun wirklich nicht vergleichbar. Freilich tragen wir auch Kutten. Wir machen das aber alles aus Spaß an der Freude. Daher begrüßen wir alle und jeden gern beim OMM, Rivalitäten gibt es bei uns nicht.

Sie sind selbst ein passionierter Zweiradfahrer. Sind Sie seit Ihrer Jugend mit einem Moped unterwegs?

Luber: Mit 15 hatte ich mein erstes Mofa, eine Hercules MX1. Mit 17 Jahren verlor ich daran das Interesse, da ging es dann ums Auto und das Motorrad, samt dazugehörigem Führerschein. Ich hatte viel PS unterm Sattel, teilweise bis zu 180. Mit 35 war mir das zu viel, da wollte ich nicht mehr stundenlang auf so einem Bock sitzen. Deshalb kaufte ich mir 2018 meine Zündapp. Ich habe sie weiter optimiert und bin stolz auf meine kleine Harley.

Das Gespräch führten Hannah Stenzel und Martin Kellermeier.

Rund um das Event

• Samstag, 26. Juli: Ab 16 Uhr gibt es eine Open-Camp-Area am Reitplatz in Büchelkühn. Eine Lagerfeuer-Party mit DJ schließt sich an.

• Sonntag, 27. Juli: Um 9.30 Uhr beginnt das Weißwurstfrühstück. Gleichzeitig startet die Anmeldung für die Ausfahrt. Um 11 Uhr ist Prämierung, unter anderem für die weiteste Anreise. Pünktlich um 12.30 Uhr startet dann der Oberpfalzmopedmarathon. Die Teilnehmer werden gegen 13.30 Uhr zurückerwartet. Dann werden Fahrer und Maschinen gesegnet.

• Strecke: Die Strecke des Oberpfalzmopedmarathons ist etwa 25 Kilometer lang. Startpunkt ist der Reitplatz in Büchelkühn. Weiter geht es nach Naabeck, Gögglbach, Ettmannsdorf und Schwandorf. Über Dachelhofen fährt das Teilnehmerfeld dann zurück nach Büchelkühn. Zuschauer entlang der Strecke sind erwünscht.

• Kinder: Nicht nur Moped-Fahrer kommen beim Oberpfalzmopedmarathon auf ihre Kosten. Auch für Kinder gibt es ein Programm und eine Hüpfburg.