Große Investition geplant: Bauer Holzbau aus Neunburg ist kein klassischer Zimmerer mehr

Von Jan Lange · 23. Juli 2025 um 11:00

Bei Facebook sucht man die Holzbaufirma Bauer aus Neunburg vergebens. Auch auf Instagram werben sie nicht für sich. Und dennoch hat der Familienbetrieb gut zu tun, das Auftragsbuch ist ein Jahr im Voraus voll. Seine Kunden gewinnt das Unternehmen nur durch Mundpropaganda.

Diese und andere interessante Infos zum eigenen Betrieb konnte Firmenchef Markus Bauer Bürgermeister Martin Birner (CSU) bei dessen Unternehmensbesuch geben. Ihre Aufträge akquiriert die Firma aus dem Ortsteil Oberaschau in dem überschaubaren Umkreis von rund 40 Kilometern. „Der Pfaffensteiner Tunnel ist die Grenze“, sagt Markus Bauer.

Wenn wir die Fahrtstrecken zu den Baustellen kurz halten, ist dass auch für die Mitarbeiter gut.

Markus Bauer, Geschäftsführer der Bauer Holzbau GmbH

Wie der 30-Jährige hinzufügt, nehme er auch keine Aufträge aus Ballungszentren an. Lieber seien ihm die Auftraggeber aus dem ländlichen Raum. „Wenn wir die Fahrtstrecken zu den Baustellen kurz halten, ist dass auch für die Mitarbeiter gut“, ist der 30-jährige Zimmerermeister überzeugt. 15 Mitarbeiter beschäftigt die Holzbaufirma. Das sei aus Bauers Sicht gerade so eine Betriebsgröße, die passe. Der 30-Jährige packt als Chef selber auf den Baustellen mit an.

Und gebaut werden durchaus bekannte Objekte – so wie beispielsweise das neue Eventhaus an der Holzkugel. Vor wenigen Tagen wurde das fertige Gebäude an den Bauherren übergeben, bald soll es eröffnet werden. Auch diesen Auftrag bekam er über Mundpropaganda. Für eine Schwandorfer Firma hatte Bauer eine große Ausstellungshalle errichtet – und kam dadurch zur Holzkugel. Der dortige Bau sprach sich wiederum in Steinberg am See herum. Und so erhielt er gleich einen weiteren Auftrag: Für den Hotel-Gasthof Fenzl entsteht ein „Aufbau“ mit elf neuen Gästezimmern.

Größer als bisherige Halle

Der Holzrahmenbau wird vor Ort in Oberaschau gefertigt und auf den Baustellen nur noch montiert. Dafür soll eine neue Fertigungshalle entstehen. Dem Bauantrag stimmte der Neunburger Stadtrat jüngst zu. Die geplante Halle mit einer Größe von 57 mal 24 Metern wird größer sein als die bisherige Produktionshalle mit 40 mal 20 Metern. Markus Bauer hofft, dass er heuer noch die Baugenehmigung erhält. Der Bau selbst werde wohl erst 2027 realisiert.

Gegenüber der bisherigen Produktionshalle soll eine neue Fertighalle entstehen. Markus Bauer berichtete dem Rathauschef von dem Vorhaben. - Foto: Jan Lange

Dann wird der Familienbetrieb auch sein 100-jähriges Bestehen feiern. 1927 von Georg Bauer gegründet, übernahm dessen Sohn Franz 1958 den Betrieb. Ab 1992 führte Josef Bauer den Betrieb fort. Markus Bauer ist bereits seit zehn Jahren im Unternehmen tätig, ab 2021 leitete er gemeinsam mit seinem Vater Josef die Firma. Seit Anfang diesen Jahres ist der 30-Jährige, der seinerzeit Bayerns bester Zimmerergeselle war, alleiniger Geschäftsführer.

Lag der Fokus früher auf klassischen Zimmererarbeiten, hat Josef Bauer den Betrieb schrittweise umstrukturiert. Bereits 1998 errichtete er das erste Holzhaus. Damals war Josef Bauer ein Pionier in der Region. Es habe fast keine Zimmerei gegeben, die auf diesem Gebiet tätig war, blickt Markus Bauer zurück. Heute sei es ein wichtiges Segment des Unternehmens.

Vor 15 Jahren mussten wir die Kunden noch überzeugen, auf den Holzbau zu setzen. Wenn sie heute kommen, steht die Holzbauweise schon fest. Es bleibt nur die Frage, wer baut.

Markus Bauer, führt in vierter Generation den Familienbetrieb in Oberaschau weiter

Während anfangs fast ausschließlich Ein- bis Zweifamilienhäuser in Holzbauweise errichtet wurden, bauen die Neunburger inzwischen auch Mehrfamilienhäuser. Ein Beispiel sind die beiden Gebäude mit jeweils sieben Wohneinheiten an der Kröblitzer Straße in Neunburg, die mit einer speziellen Holzrahmen-Bauweise errichtet wurden.

Seit einigen Jahren widmet sich die Firma Bauer auch Objektbauten – wie zum Beispiel dem Erweiterungsbau der Grundschule an der Ledererstraße. Der komplett aus Holz bestehende, zweigeschossige Gebäudeteil wurde innerhalb von fünf Werktagen aufgebaut, berichtet Markus Bauer.

Qualität ist sehr wichtig

Es werde sehr stark auf die Qualität geachtet, betont Markus Bauer. Mit diesem Anspruch sei der Familienbetrieb durch die vergangenen 15 Jahre und die Baukrisen gekommen.

Früher hätten die Kunden noch überzeugt werden müssen, in Holzbauweise ihre Gebäude zu bauen. „Wenn sie heute kommen, steht die Holzbauweise schon fest. Es bleibt nur die Frage, wer baut“, erklärt Bauer.

Sehr viel Wert werde auch auf die Nachwuchsarbeit gelegt, erklärt der Firmenchef. Mehr als 20 Lehrlinge seien in den vergangenen Jahrzehnten im Betrieb ausgebildet worden. Viele von ihnen wurden übernommen und sind noch heute hier tätig.

Vor dem Betriebsjubiläum 2027 würde Markus Bauer gern ein anderes Projekt vollendet sehen: der Ausbau der Kreuzung am Weiher. Der sei dringend notwendig, um mit den firmeneigenen Tiefladern und Autokränen besser zum Betrieb zu kommen. Bei Bürgermeister Martin Birner fand er für diesen Wunsch ein offenes Ohr.