Freibier und Söder zum großen Jubiläum: Cham fiebert auf das 75. Volksfest hin

Zum 75. Mal verwandelt sich der Festplatz ab dem 30. Juli in eine bunte Vergnügungsmeile – heuer wohl so festlich und facettenreich wie nie. Der Chamer Volksfestverein und zahlreiche Mitwirkende arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, dem traditionsreichen Fest ein würdiges Jubiläum zu bereiten – auch wenn das Chamer Volksfest heuer erstmals nur sechs Tage lang dauert, statt wie in den letzten Jahrzehnten zehn.
Bereits der neue Programmflyer lässt erkennen: Das Jubiläum steht im Zeichen von Farbenfreude und Wiedererkennungswert. „Wir haben das Jubiläumsfest zum Anlass genommen, um unseren Auftritt neu zu gestalten“, erzählt Sandra Ofenbeck, die unter anderem für das Marketing zuständig ist.
Türkis- und Pinktöne setzen auf den nostalgisch angehauchten Flyern Akzente, dazu gesellen sich Silhouetten der Stadt Cham und ein bunter Strauchkranz – eine Hommage an 75 Jahre Festgeschichte. Die Resonanz in den sozialen Medien ist laut Ofenbeck bislang durchwegs positiv: „Sehr sommerlich und farbenfroh“ oder auch „etwas retro“ lauten die Kommentare. Die Rückmeldungen zu den neu gestalteten Bierkrügen stehen hingegen noch aus. Diese zieren heuer Symbole, die für die bayerische Festkultur stehen: Dirndl, Lederhose, Lebkuchenherz und Breze. Künstlerisch gestaltet wurden die Jubiläumskrüge von Sabrina Kick, Mitarbeiterin der Chamer Stadthalle. Wer sein Outfit passend zum Anlass gestalten möchte, kann außerdem auf Volksfest-T-Shirts zurückgreifen, die – ebenso wie der Jubiläumskrug – sowohl am Festplatz als auch in der Tourist-Info erhältlich sind.
Die Platzverteilung zum Jubiläum heuer ist etwas anders.
Platzwart Stefan Raab
Die spürbarsten Veränderungen erwarten die Bevölkerung vor allem aber direkt auf dem Festgelände. „Die Platzverteilung zum Jubiläum heuer ist etwas anders“, erklärt Volksfestpräsident Christian Plötz. Man habe die Geschäfte bewusst gemischt, ergänzt Platzwart Stefan Raab von den Chamer Stadtwerken. Bereits beim Frühlingsfest habe man damit erste Erfahrungen gesammelt. Künftig soll es etwa lautstärkeabhängige Bereiche geben.
Auftakt mit fünfmal 75 Litern Freibier
Als Attraktion kehrt der „XXL Höhenrausch“ zurück, ein Hochfahrgeschäft für Mutige. Der beliebte „Taumler“ bekommt einen neuen Standort: Er tauscht mit dem Autoscooter den Platz und ist damit besser vom Biergarten aus zu sehen. Und der fällt in diesem Jahr größer aus als bisher, inklusive separatem Weißbiergarten. Auch im Zeltinneren wurde modernisiert – mit neuer Licht- und Tontechnik sowie spezieller Jubiläumsdekoration.

Eine der auffälligsten Neuerungen betrifft den Festbeginn: Statt Festzug eröffnet ein Standkonzert am Haupteingang an der Alten Further Straße das Volksfest um 18 Uhr. Danach folgt der traditionelle Bieranstich – inklusive fünfmal 75 Litern Freibier. Eine Aktion, die laut Organisatoren durchaus als stiller Appell verstanden werden darf, sich diesen Auftakt nicht entgehen zu lassen.
Happy Hour „Anno dazumal“
Auch beim Bierpreis zeigt sich das Volksfest bürgernah: Die Mass kostet 9,80 Euro und bleibt damit wieder unter der symbolischen Zehn-Euro-Marke. Zum Auftakt wird es sogar nostalgisch: Zwischen 18 und 21 Uhr gibt es als kleines Zuckerl zum Jubiläum unter dem Motto „Anno dazumal“ das halbe Hendl und die Mass für je 7,50 Euro – Preise wie aus einer anderen Zeit. „Das ist durchaus einmalig“, betont Christian Plötz. Festwirt Jürgen Schützenmeier von der Bayern Event GmbH unterstreicht: „Volksfeste werden für die Bevölkerung dadurch neu erfunden. Das wollen wir beibehalten.“
Sechs Festtage lang soll außerdem ein abwechslungsreiches Musikprogramm für Stimmung sorgen – mit besonderem Augenmerk auf regionale Gruppen. Bereits am zweiten Festtag steigt der Tag der Betriebe unter dem Motto „Feiern bis zum Abwinken“, musikalisch begleitet von „Erwin und die Heckflossen“. Zum ersten Mal gibt es außerdem einen Chamer Tanztee am Tag der Senioren – samt Tanzfläche im Zelt und dem „Duo Melodienzauber – die Golden Oldies vom Birkenhof“.
Lokale und überregionale Acts wie „Saxndi“, „Allgäu Power“ oder die „Blechblosn“ bringen an den übrigen Tagen Schwung auf die Bühne, während Stadtkapelle und „Perlhütter Musikanten“ die traditionellen Töne beisteuern. Das 75. Musikfest ist gleichzeitig der Höhepunkt des Jubiläumswochenendes.
Am Tag der Kinder, des Sports und der Familien wird das Gelände zum Abenteuerspielplatz: Hüpfburg, Tennis, Torwandschießen und ein Kindermitmachkonzert bieten Unterhaltung für den Nachwuchs. Mit dabei ist auch Jahni, das Maskottchen des SSV Jahn Regensburg – für Autogramme, Selfies und vor allem viel Kinderlachen.
Ministerpräsident Markus Söder zu Besuch
Der große Höhepunkt des Jubiläums steht am Festsonntag bevor – dann nämlich, wenn der Jubiläumsfestzug ab 13.30 Uhr durch die Innenstadt zieht. „Cham putzt sich an diesem Tag heraus“, hofft Sandra Ofenbeck. Damit die Route zum Fest wird, werden im Vorfeld Jubiläumsfähnchen in der Stadt verteilt.
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Im Anschluss beginnt im Zelt das 75. Musikfest, zu dem auch Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder seinen Besuch angekündigt hat. Gemeinsam mit Volksfestpräsident Christian Plötz wird er auf der Bühne erwartet. Funkelnder Abschluss des Festsonntags bildet das große Jubiläums-Brillantfeuerwerk.
Trotz einiger Neuerungen: Beim Thema Sicherheit setzen die Verantwortlichen auf erprobte Konzepte. Wie Christian Plötz berichtet, orientiere man sich am erfolgreichen Modell des Frühlingsfestes. An besucherstarken Tagen und zu bestimmten Uhrzeiten werde das Sicherheitspersonal verstärkt – insbesondere auch beim Familien- und Kindertag.
Es sind einige Neuerungen heuer – dadurch ist man natürlich etwas aufgeregt.
Sandra Ofenbeck
Bevor das Volksfest am 30. Juli beginnt, steht am Freitag noch die obligatorische Bierprobe an – diesmal erstmals direkt im Festzelt.
Obwohl bei allen an der Organisation Beteiligten Routine vorhanden ist, spürt man die Aufregung vor dem großen Jubiläum. „Es sind einige Neuerungen heuer – dadurch ist man natürlich etwas aufgeregt“, sagt Sandra Ofenbeck. Und überhaupt: „Der Ministerpräsident kommt ja auch nicht alle Tage nach Cham.“