Vier Jugendfeuerwehren probten in Burglengenfeld den Ernstfall

Am Ende der ersten gemeinsamen Jugendfeuerwehrübung der Feuerwehren Pilsheim, Emhof, Vilshofen und Schmidmühlen gab es eine positive Rückmeldung. Alle jugendlichen Teilnehmer waren dabei einer Meinung: Sie forderten, die auf 24 Stunden angelegte Übung auf 48 Stunden auszuweiten. Für die Verantwortlichen ist so ein Wunsch ein untrügliches Zeichen, dass sie mit ihrer Übungsanlage wohl alles richtig gemacht haben.
Die Übung startete am Freitagnachmittag am Gemeindehaus der FF Pilsheim und gliederte sich in vier Szenarien. Dadurch, dass sich gleich vier Wehren auf einmal im Vorfeld zusammengefunden hatten, konnte sich jede Wehr auf einen Übungspart spezialisieren und jeweils eine tiefgreifende Einlage vorbereiten.
Feuer auf dem Feld
Los ging es bereits um 18 Uhr in Emhof: Gemeldet wurde eine Brandentwicklung auf einem Feld. Der dritte Bürgermeister der Stadt Schmidmühlen, Martin Bauer (Freie Wählergruppe Emhof), ließ es sich nicht nehmen, die Übung zu begleiten. Er übernahm gleich einmal den Part des Einweisers der Feuerwehrkräfte am Ortseingang. Dort schlug die Blaulichttruppe unüberhörbar nacheinander auf und die Feuerwehrjugend fand sich plötzlich in einer völlig ungewohnten Rolle wieder.
Sie waren es nämlich, welche die Lage einschätzen, Kräfte- und Mittelansatz zur Brandbekämpfung wählen und als Gruppenführer den Überblick zu behalten mussten. Sie wurden somit ins kalte Wasser geworfen und mussten sich plötzlich als Team beweisen.

Das klappte anfangs natürlich nicht reibungslos. Wie weit ist die Entfernung vom Hydranten bis zum Brandherd? Wie viele C-Schläuche müssen dafür zusammengeschlossen werden? Fragen, die sich bei der zweiten Übungseinlage am Sporthotel in Kreuth schon nicht mehr stellten.
Dort erkannte der eingeteilte Gruppenführer selbstständig, dass eine verletzte Person wegen der Instabilität des Bodens nicht mit herkömmlichen Mitteln aus dem zweiten Stock geborgen werden konnte und somit eine Drehleiter zum Einsatz gerufen werden musste. Diese kam dann tatsächlich aus Schmidmühlen und die Jugendlichen erlebten hautnah ihren Einsatz.

Der dritte Übungsabschnitt führte die 18 Jugendlichen dann zu einem Waldbrand bei Weiherdorf, wo eine Löschwasserversorgung über ein offenes Gewässer aufgebaut werden musste. Kurz darauf folgte ein Alptraum-Szenario: Ronald Weiß gab den Alarmspruch der Leitstelle durch: „Rauchentwicklung und Explosion im Kindergarten St. Georg Schmidmühlen“.
Jugendliche waren gefordert
Vorbereitet war ein großes Übungsszenario in den Räumlichkeiten – mit Rauch, acht verletzten Kindern, dargestellt durch die Löschzwerge der Kinderfeuerwehr, und sechs im Gebäude verteilten Erwachsenen. Alle waren realitätsnah mit typischen Verletzungsmustern von der First Responder Einheit aus Schmidmühlen geschminkt. Löschwasseraufbau aus der Lauterach, Einsatz der Atemschutzträger und Verletztenversorgung forderten die Jugendlichen stark, aber sie bewältigten die Aufgaben inzwischen deutlich koordinierter und routinierter.
Ungeplant war allerdings dabei, dass zwei Atemschutzträger tatsächlich die Treppe hinunterfielen und sich jeweils Verletzungen am Fuß zuzogen. Dazu kamen auch stressbedingte Kreislaufprobleme. Schnell wurde aus Spaß Ernst und die First Responder-Kräfte waren tatsächlich gefordert. Sie leisteten Erste Hilfe.
Auch echte Verletzungen
Die zwei Aktiven erholten sich daraufhin rasch und hatten sich Gott sei Dank auch „nur“ eine Bänderdehnung zugezogen. Die Übung wurde damit vorzeitig beendet.
Abschließend waren sich alle Jugendwarte der vier Wehren einig, dass sich die Nachwuchsfeuerwehrler wesentlich besser geschlagen hatten, als gedacht. „Sie haben bei ihrem ersten eigenverantwortlichen Handeln überrascht und überzeugt“, so Lukas Fischer, Michaela Barth, Daniel Ehrensberger und Andreas Preischl.
Viel dazugelernt
Übungsteilnehmer Florian Fischer (17 Jahre) meinte, dass die Szenarien sehr informationsreich waren und er viele Geräte gesehen habe, die er noch nicht kannte. Seine Aufgabe bei der Personenbergung war es, diese zu koordinieren. Das hätte er im Griff gehabt, so die Ausbilder.
Die 14-jährige Elena Barth fühlte sich bei der ersten Übung noch unsicher. Dieses Gefühl habe aber dann nachgelassen und am Schluss habe es richtig Spaß gemacht, erklärte sie. Sie möchte auf jeden Fall bei der Wehr weitermachen.
Bei der Abschlussbesprechung dankte der Bürgermeister aus Rieden, Erwin Geitner (CSU), allen Teilnehmern und besonders dem Nachwuchs für das große ehrenamtliche Engagement.