Starke Musik, tolle Stimmung: 3000 Besucher genossen Musikfestival auf dem Irl in Burglengenfeld

Von Josef Schaller · 20. Juli 2025 um 17:00

Besser hätten die Voraussetzungen für das 28. Südstaatenmusikfest der Bluesfriends in Burglengenfeld nicht sein können: Der Regen der vergangenen Tage blieb aus. Pünktlich zum Festivalstart hatte sich sommerliches Wetter eingestellt.

Und das Gelände am Irl, direkt neben der Naab, ist sowieso wie geschaffen für eine riesige Party mit Musik und guter Laune. Knapp 3000 Besucher dürften es gewesen sein, die am Freitag und Samstag den Weg auf das idyllische Festivalgelände gefunden haben.

Das Südstaatenmusikfest ist ein ganz besonderes Musikfest, das sich von den üblichen Open-Air-Veranstaltungen unterscheidet. Auch heuer konnten die Musikfans täglich rund sechs Stunden hochklassige Musik genießen. Und das bei freiem Eintritt. Finanziert wurde die zweitägige Veranstaltung durch den Getränkeverkauf und Spenden.

Das Festivalgelände am Burglengenfelder Irl war schon gegen 18.30 Uhr gut gefüllt. - Foto: Josef Schaller

Für 800 Besucher gab es Sitzmöglichkeiten. Ebenso viele genossen die Darbietungen der Musiker im Stehen. Jeder freute sich, alte Freunde und Bekannte wieder zu sehen. Es ist eine große Familie, die sich alljährlich zum Südstaatenmusikfest trifft. Viele haben ihre Wurzeln im Städtedreieck und kennen sich.

Blues für alle die Basis

Auch heuer haben die Veranstalter wieder ein sehr abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Sieben Bands standen an den beiden Tagen auf der Bühne. Alle haben sich dem Blues verschrieben. Doch jede praktizierte ihn anders. Trotz unterschiedlicher Genres war Blues bei allen die Basis ihrer Musik.

Während sich viele um die Bühne postierten, um die Live-Auftritte in vollen Zügen aufzusaugen, saßen andere etwas abseits am Lagerfeuer und suchten den Ratsch mit Freunden. Wieder andere fingen mit den ersten Klängen, die die Lautsprecher ausspuckten, zu tanzen an und hörten erst auf, als die Musik verstummte. Jeder genoss den Aufenthalt am Irl auf seine Weise.

Die Hausband eröffnete

Am Freitag um 18.15 Uhr verbreiteten sich erste kratzige Klänge jaulender Gitarren. Es war der Heavy-Metal-Sound von Bläck Train, die Hausband der Bluesfriends. Alljährlich eröffnen sie das Festival. Längst sind sie in der Szene im Städtedreieck zur Kultband geworden. Sie präsentierten eine geballte Ladung an Heavy Metal und Bluesrock. Zu ihrem Repertoire gehören Songs von Black Sabbath, Judas Priest, Deep Purple und Lynyrd Skynyrd.

Galaxy Walker & The Hoodstarz – so außergewöhnlich wie der Name der Band klingt, so besonders war auch ihre Musik. Die Formation aus dem Raum Regensburg hatte eine kräftige Portion Funk mitgebracht, gewürzt mit einem rhythmischem Mix aus Soul, Jazz, Rock und Blues. Ihre Kreativität bewiesen die Musiker, in dem sie viele Eigenproduktionen vorstellten. Einige gecoverte Songs waren auch dabei, denen sie einen neuen Anstrich verpassten, unter anderem Marvin Gayes Nummer „I heard it through the grapevine“.

Das Scotty Bullock Trio heizte den gut 1500 Besuchern am späten Abend mit fetzigem Rockabilly ein. - Foto: Josef Schaller

Es war schon spät, und die Beine so mancher Dauertänzer waren schon müde, als das „Scotty Bullock Trio“ gegen 22.45 Uhr die Bühne betrat und mit fetzigem Rockabilly-Sound allen Besuchern einen zweiten Atem einhauchte. Aufgepeppt mit jaulenden und hämmernden Gitarren- und Bass-Soli schmetterten die drei Musiker ihrem Publikum zwei Stunden lang Songs wie Lonesome Tears, Green River, Wagen Wheel, Jambalaya... um die Ohren. Eine Gruppe Jugendlicher ließ sich dazu sogar zu Breakdance-Einlagen hinreißen.

Leider war das Gelände wegen der Hitze am späten Samstagnachmittag noch ziemlich leer, als „Boarisch Blues“, eine Formation aus dem Raum Burglengenfeld-Regenstauf, ihr Können präsentierte. Ihre Darbietungen waren stark gewürzt mit Einflüssen des Delta- und Chicago Blues, gepaart mit groovigen Gitarrenriffs und einer brillant gespielten Mundharmonika.

Bekanntes in neuem Gewand

Am frühen Abend wurde das Publikum von der Band „Parasoul“, die ebenfalls mit jungen Musikern aus dem hiesigen Raum besetzt ist, unterhalten. Sie gaben bekannten Rocksongs neue Gewänder und viele groovige Elemente.

Das Tiro "Muddy What?" spielte sich mit groovigen Blues in die Herzen des Publikums. - Foto: Josef Schaller

Eine fesselnde Bühnenpräsenz zeigte die Band „Muddy What?“ aus München. Mit ihrem facettenreichen Programm begeisterte das Trio das zahlreiche Publikum am Samstagabend auf Anhieb. Man hätte sich bis tief in die Nacht von dem chilligen Sound berieseln lassen können. Doch die französische Rockröhre Véronique Gayot und ihre Band hatten etwas dagegen. Der jaulende Gitarrensound, die groovigen Elemente der Bassgitarre und der Drums, vor allem aber die sehr markante und durchdringende Stimme von Gayot dürften den Festivalbesuchern noch lange in Erinnerung bleiben. Niemand konnte sich stillhalten. Viele drängten nach vorne zur Bühne. Dort war ausreichend Platz um mitzugrooven und sich in einem Trancezustand zu tanzen.