Aller guten Dinge sind drei: Pizzera & Jaus nehmen die Fans in Regensburg mit

Das österreichische Duo hielt Wort und lieferte beim Piazza-Festival in Regensburg mit „Comedian Rhapsody“ einen wilden Husarenritt quer durch alle Genres ab.
Nach Johannes Oerding am Samstag durfte Veranstalter Power Concerts am Sonntag bei Pizzera & Jaus das zweite ausverkaufte Konzert in Serie beim Piazza-Festival vermelden. Das österreichische Duo – Motto: „Vier Hände, drei Instrumente, zwei Stimmen und eine Bühne“ – war mit seinem Erfolgsprogramm „Comedian Rhapsody“ nach 2023 auf der Freilichtbühne am Jahnstadion und 2024 auf der Piazza bereits zum dritten Mal zu Gast in Regensburg.
Im Vorfeld des Auftritts hatten der 37-jährige Steirer Paul Pizzera und der Wiener Otto Jaus (Jahrgang 1983) im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern angekündigt, „Comedian Rhapsody“ werde ständig adaptiert und Leute, die schon 2024 auf der Piazza zu Gast waren, dürften „einiges Neues“ erwarten. Pizzera & Jaus, die heuer in ihrer Heimat bereits zum dritten Mal den Amadeus Award für den „Live-Act des Jahres“ holten, hielten Wort und lieferten den – ebenfalls angekündigten – „wilden, zügellosen Husarenritt durch alle musikalischen Genres“ ab.
Verstärkung aus dem Bayerischen Wald
Eine Vorband gab es an diesem Abend nicht, stattdessen kamen Pizzera & Jaus um 20 Uhr ohne großes Intro auf die Bühne. Und warteten gleich mit der ersten Überraschung auf: Der markante Gitarren-Part des Titelsongs ihrer Debüt-CD war nur die Ouvertüre: „Unerhört solide“ wurde nicht intoniert. Stattdessen eine schmissige Akustik-Version von „Danke, gut!“, bei der die Zuschauer gleich so richtig mitfeierte. Dann wurde es voll auf der Bühne, denn zu der vierköpfigen österreichischen A-cappella-Band „Das wird super“ kam noch Verstärkung aus dem Bayerischen Wald: „Da Waitler“ begleitete die sechs Sänger bei dem Hit „Absätze > Hauptsätze“ mit seiner Quetschn.
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Ein weiteres Gustostückerl für die rund 2200 Fans war die Premiere der neuen Single „Zweifelturm“, die am 26. August erscheint und die das Duo laut Paul Pizzera noch nie live gesungen hatte. Das klappte mit Unterstützung des Chors super. Der durfte nach einer gemeinsamen Version des Coldplay-Hits „Viva la Vida“ erstmal zurück in den Backstage-Bereich. Anschließend wurde es mit „Hooligans“ sehr rockig und Pizzera, Fan von „Parkway Drive“, durfte seiner Vorliebe für harte Klänge frönen. Danach wurde die Ladies im Rund mit einer spanischen Ballade adressiert, bevor ein Medley aus Hits der 1980er und 1990er die große Bandbreite des Duos zeigte, das sich in den vergangenen Jahren immer stärker vom Musikkabarett der Anfangsjahre wegbewegt und den Fokus auf die Songs gelegt hat. Fan-Favoriten wie „Jedermann“, „Mama“, „Die Sunn und Di“, „Tuansackl“ und das emotionale Highlight „Wer, wenn net Du“ folgten. Bei „Klana Indiana“ waren „Das wird super“ wieder mit von der Partie, die danach solo „Wannabe“ von den „Spice Girls“ zum Besten gaben. Nach der kurzen Verschnaufpause traten Pizzera & Jaus mit dem nicht ernst gemeinten Hinweis „um halba Zehne geht der Flixbus nach Graz“ mit ihrem Durchbruch-Hit „Eine ins Leben“ aufs Gaspedal – und drückten mit der Ballade „Kaleidoskop“ gleich selbst auf die Bremse. Nach der aktuellen Single „Zirkusprinz“ ging die Show a-capella zu Ende, mit den Songs „Stufen“ und „Die Gedanken san frei“.
Ein wunderbarer Abend, bei dem auch das Wetter mitspielte. Übrigens: Trotz der großen Begeisterung und Nachfrage wird es ein erneutes Gastspiel von „Comedian Rhapsody“ in Regensburg nicht geben, denn ab 2026 heißt das Programm „Jetz' kummst ma auf de Tour“.