Regensburger OB-Kandidaten stellen sich den Fragen der Bürger

Von Vanessa Meister · 21. Juli 2025 um 09:00

Beim „Radi-Talk“ in Weichs (Regensburg) stellten sich die OB-Kandidaten den Fragen der Bürger – zentrales Thema war der Verkehr. Die geplante Sallerner Regenbrücke stößt auf breite Ablehnung. Die Anwohner beschäftigt aber auch der Maria-Beer-Platz, hier wünschen sie sich einen kleinen Imbiss oder einen Treffpunkt zur Förderung der Nachbarschaft.

Video ansehen

Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen nutzten zahlreiche Regensburger am Sonntagvormittag die Gelegenheit, sich beim „Radi-Talk“ auf dem Maria-Beer-Platz im Stadtteil Weichs ein Bild von den Positionen der Oberbürgermeisterkandidaten zu machen. Der politische Frühschoppen war so lebhaft, dass die Diskussion letztlich um 30 Minuten verlängert wurde.

Die Veranstaltung bot allen bisher bekannten OB-Kandidaten eine Bühne, sich zu wichtigen stadtteil- und stadtpolitischen Fragen zu äußern. Vor Ort waren Dr. Thomas Burger (SPD), Michael Schien (Freie Wähler), Thomas Thurow (Brücke-Fraktion), Dr. Helene Sigloch (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Benedikt Suttner (ÖDP). Astrid Freudenstein (CSU) wurde von Stadtrat Josef Zimmermann vertreten.

„Da fehlt die Umsetzung“

Ein Schwerpunkt der Diskussion lag auf dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK), das als strategischer Rahmen für die langfristige Entwicklung Regensburgs dienen soll. Viele Bürger äußerten jedoch Kritik daran. Sie bemängelten, dass das Konzept in ihren Augen konkrete Maßnahmen eher verzögere als beschleunige. „Ein schöner Plan, aber es fehlt die Umsetzung“, lautete eine der vielfach geteilten Stimmen.

Ein zentrales Thema war der Verkehr – insbesondere die Zukunft der Regensburger Brücken. Die geplante Sallerner Regenbrücke stieß auf breite Ablehnung. Bürger wiesen auf eine laufende Unterschriftensammlung gegen das Bauvorhaben hin. Auch der gescheiterte Holzgartensteg, der den Grieser Spitz mit dem anderen Ufer des Regens verbinden sollte, wurde intensiv diskutiert. Sigloch (Grüne) und Burger (SPD) plädierten für eine Wiederaufnahme des Projekts.

Die Frankenbrücke war insbesondere wegen des zu schmalen Fahrradwegs in der Kritik. Hier herrschte Einigkeit unter den Kandidaten: Der Engpass sei gefährlich und eine Erweiterung dringend notwendig – eine Maßnahme, die sich laut den OB-Bewerbern bereits in der konkreten Planung befinde.

Unterschiede beim Zukunftskurs

Besonders konkret wurden die Anwohner bei einem lokalen Anliegen: Sie wünschten sich auf dem Maria-Beer-Platz einen kleinen Imbiss oder Treffpunkt zur Förderung der Nachbarschaft. Benedikt Suttner und Helene Sigloch (Grüne) begrüßten die Idee ausdrücklich. Auch Thomas Thurow griff die Symbolik der Brücken auf: „Unsere neu gegründete Fraktion ‘Brücke – Ideen verbinden Menschen‘ steht dafür, dass wir mehr Miteinander schaffen – baulich wie gesellschaftlich.”

Bei der Frage nach dem grundsätzlichen Kurs für Regensburgs Zukunft traten Unterschiede deutlich hervor: Während SPD, Grüne, ÖDP und die Fraktion Brücke dafür warben, sich stärker auf bestehende Strukturen zu konzentrieren, betonten CSU und Freie Wähler die Notwendigkeit von Wachstum.

Länger als geplant

Trotz der unterschiedlichen Standpunkte verlief die Diskussion sachlich und engagiert. Dass sich die Runde deutlich über den geplanten Zeitrahmen hinauszog, lag auch daran, dass alle Kandidaten betonten, stets ein offenes Ohr für die Anliegen der Bürger zu haben. Die Veranstalter zeigten sich am Ende zufrieden: Der „Radi-Talk“ habe gezeigt, wie groß das Interesse an kommunalpolitischen Themen ist – und wie wichtig das direkte Gespräch zwischen Politik und Bürgerschaft bleibt.