Viel Geld für guten Zweck und Rang drei: Alpen-Rallye in doppelter Hinsicht erfolgreich

In früheren Jahren war Richard Schwarzfischer passionierter Rallye-Fahrer. Für den guten Zweck hat er sich vor kurzem noch einmal ans Steuer gesetzt: 1500 Kilometer ging es mit seinem Freund Peter Gräßl quer durch die Alpen von Österreich bis nach Nizza.
Am Ende war das Abenteuer doppelt erfolgreich: 33.600 Euro wurden für den guten Zweck (in Form des Unternehmers aus Mitterdorf für das Kriseninterventionsteam und die Notfall-Seelsorge im Landkreis Cham) gesammelt – und das Duo landete bei 112 Startern aus ganz Europa auf dem 3. Platz.
„Es ist schön, dass wir so viel zusammenbekommen haben“, berichtet Schwarzfischer. Ihm gehe es auch darum, den Blick zu schärfen, wie wichtig die Arbeit des Kriseninterventions-Teams sei. „Wenn ich nicht selbst in eine Situation gekommen wäre, in der ich die Hilfe gebraucht habe, wäre mir das selbst nicht klar“, erzählt der 48-Jährige. Erst jüngst bei der großflächigen Evakuierung wegen des Bombenfundes in der Nähe des Chamer Bahnhofes habe sich aber wieder gezeigt, dass jederzeit auf die ehrenamtlichen Helfer Verlass sei. Zudem ist es dem Mitterdorfer wichtig, dass die Gelder an Organisationen aus der Region gehen.
Eingespieltes Team
So kam Schwarzfischer gemeinsam mit Gräßl von GP finest solution aus Neunburg v. Wald, der seinerseits für das Kinder-Palliativteam des Klinikums St. Marien in Amberg spendet, auf die Idee, mit einem 20 Jahre alten Mini Cooper an der Oldtimer-Charity-Rallye teilzunehmen. Der Mitterdorfer saß am Steuer, Gräßl fungierte als Co-Pilot. „Wir sind ein eingespieltes Team“, berichtet Schwarzfischer, was sich letztlich auch im guten Ergebnis widerspiegelt. Mindestens ebenso wichtig: Die beiden sind seit vielen Jahren befreundet, „aus dem Weg gehen kann man sich während der Rallye auch schlecht, da ist es hilfreich, wenn man sich gut versteht“, erzählt der Mitterdorfer mit einem Schmunzeln.

Bereits im Vorjahr hatten die Beiden geplant, an der Tour quer durch die Alpen teilzunehmen. Aufgrund persönlicher Schicksalsschläge musste die Idee zunächst verworfen werden. Ein Jahr später haben Schwarzfischer und Gräßl sie nun umgesetzt. Hinter der 1500 Kilometer langen Rallye steht der Superlative Adventure Club, der von zwei Hamburgern geleitet wird.
Wir haben das Ganze schon ernst genommen.“
Richard Schwarzfischer
Auf ihrer Rallye durchqueren die beiden sechs Länder. Ein Navi durften sie nicht benutzen, ebenso wenig eine Autobahn – ansonsten gab es Strafpunkte. Ebenso mussten einige nicht alltägliche Herausforderungen gemeistert werden, etwa mit einem Rennradfahrer vorübergehend die Gefährte tauschen – auf mindestens 1500 Metern Höhe. „Wir haben das Ganze schon ernst genommen“, berichtet Schwarzfischer, der sich deshalb auch freute, dass am Ende Platz drei herauskam.
Strapazen lohnten sich
„Sehr schön, aber auch strapaziös“ sei das Rennen gewesen, so der 48-Jährige, der teilweise bis zu 14 Stunden pro Tag hinter dem Steuer saß und unter anderem auf der höchsten Straße Europas auf 2800 Metern unterwegs war. Dazu kam die brennende Sonne auf den hoch gelegenen Strecken. Als Lohn gab es dafür tolle Ausblicke von den Gipfeln, auch Städte wie Monaco und Nizza beeindruckten die beiden Oberpfälzer.
Besonders freut sich Schwarzfischer über die hohe Spendensumme, die je zur Hälfte an das Kriseninterventions-Team und die Kinder-Palliativstation in Amberg geht. Dank dafür geht an alle Spender, besonders an die Baufirma Karl aus dem Landkreis Deggendorf, welche die größte Einzelsumme beisteuerte.
Rallye-Auto wurde versteigert
Zu den Einnahmen aus den Spenden kamen noch die der Versteigerung des Mini Cooper, der bei der Rallye sehr treue Dienste geleistet hat und für 6435 Euro an einen Unternehmer aus dem Landkreis Schwandorf ging. Den entsprechenden Scheck an das Kriseninterventions-Team hat Schwarzfischer am Mittwochnachmittag überreicht.