CSU Amberg kürte ihren OB-Kandidaten: Stefan Ott geht ins Rennen

Von Gerhard Spies · 16. Juli 2025 um 19:00

Erst nach mehr als zwei Stunden war bei der Delegiertenversammlung der CSU am Dienstagabend im ACC die Entscheidung gefallen. Jetzt ist klar, wer als Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters die Partei in den Wahlkampf 2026 führen wird. Zwei Wahlgänge waren nötig, bis das Ergebnis feststand. Und das war nicht unbedingt so erwartet worden. Stefan Ott heißt der Kandidat der CSU, der für das Amt des Oberbürgermeisters ins Rennen geht.

Mit der Wahl des Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt ging eine mehr als einjährige Findungsphase bei der Amberger CSU zu Ende. Im März 2024 hatte OB Michael Cerny bekannt gegeben, dass er 2026 aus Altersgründen nicht mehr antreten werde. Im Juni 2024 bestimmte dann der Kreisverband ein Gremium zur Aufstellung einer Kandidatenliste. Im März 2025 blieben aus der ursprünglichen Liste mit neun Kandidaten noch vier Bewerber übrig, mit denen Gespräche geführt wurden.

Überraschender Rückzug

Nachdem am 7. Juli 2025 der Fraktionsvorsitzende Matthias Schöberl seine Bewerbung zurückzog, entschied sich der Kreisvorstand dafür, mit den drei verbliebenden Bewerbern Stefan Ott, Martin Schafbauer und Helmut Weigl in die Delegiertenversammlung zu gehen.

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Helmut Weigl schied nach dem ersten Wahlgang als Kandidat aus.

Alle drei Kandidaten hatten im Vorfeld ihr harmonisches Miteinander betont und versichert, sich gegenseitig zu unterstützen – unabhängig vom Ausgang der Wahl. Mit 45 Jahren ist Stefan Ott der Jüngste unter ihnen, sitzt aber schon seit mehr als 20 Jahren im Stadtrat. Von 2015 bis 2019 führte er den Kreisverband der CSU.

Martin Schafbauer scheiterte dann in der Stichwahl gegen Stefan Ott.

Martin Schafbauer, als städtischer Beamter seit neun Jahren der Leiter des Einwohneramts, ist zwar kein Stadtratsmitglied, kann aber ebenfalls auf ein Vierteljahrhundert Parteiarbeit in der CSU zurückblicken. „Ich habe schon bei vielen Aufgaben Führungsverantwortung bewiesen“, erklärte er.

Mit 59 Jahren zählt Helmut Weigl fast schon zu den Urgesteinen in der Amberger CSU. Seit 2002 ist er Mitglied des Stadtrats, gestaltet seitdem auch in zahlreichen Ausschüssen die Politik mit. „Ich will die erfolgreiche Arbeit der CSU in Amberg fortführen“, nannte Weigl als wichtigste Motivation für seine Bewerbung.

Kritik an Verwaltung

Wenn man den Beifall nach den jeweiligen Reden der drei Bewerber als Indikator herangezogen hätte, hätte man tatsächlich schon vor der Abstimmung das Ergebnis voraussagen können. Die Bezeichnung „Wahlkampfrede“ traf auf den Vortrag von Stefan Ott am meisten zu. Er war es, der auch nach seiner Rede den meisten Beifall erhielt.

Die Kritik von Ott an der teilweise zähen Verwaltung in Amberg und die Forderung nach mehr Pragmatismus kam bei vielen Delegierten gut an. Dass er offen mit gescheiterten beruflichen und privaten Situationen umging, gefiel ebenfalls. „Ich kenne alle Facetten des Lebens“, erklärte er. Für das Amt des OB komme ihm seine langjährige Erfahrung als Stadtrat und im CSU-Kreisverband zugute. Dass es nach dem ersten Wahlgang durch die 96 anwesenden Delegierten noch zu einer Stichwahl kommen würde, war fast zu erwarten. Keiner der drei Bewerber hatte die absolute Mehrheit der Stimmen erhalten.

Auf Weigl entfielen acht Stimmen, auf Schafbauer 40 und auf Ott 46. Zwei Stimmen waren ungültig. In der Stichwahl setzte sich Ott mit 54 Stimmen vor Schafbauer mit 42 Stimmen durch. Damit stehen mit Stefan Ott von der CSU und Hans-Jürgen Bumes als Kandidat der Grünen und der Liste Amberg zwei OB-Bewerber fest. In dieser Woche wird die SPD mit der Nominierung nachziehen.