Immer mehr Zecken in Neumarkt: So schützen Sie sich vor FSME und Borreliose

Von Peter Romir · 14. Juli 2025 um 17:00

Ob im Neumarkter LGS-Park, im Wald oder sogar im heimischen Garten: Von Frühling bis Herbst sind die Zecken wieder in der Region aktiv. Die Tiere sind nur wenige Millimeter groß und dennoch eine Gefahr für Menschen. Denn sie können über ein Dutzend Krankheiten übertragen. Zudem treten sie aufgrund des Klimawandels immer häufiger auf.

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Gezählt werden die Fälle im Gesundheitsamt der Stadt Neumarkt, wobei es jedoch eine Dunkelziffer gibt, da Zeckenstiche nicht meldepflichtig sind, wie Medizinaloberrätin Karen Zilch mitteilt. In ihre Akten kommen nur die Vorfälle, bei denen auch Krankheiten ausbrechen.

Eine der gefährlichsten davon ist die Borreliose oder Lyme-Krankheit. Hierbei rötet sich die Haut an der Einstichstelle, es kann zu Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen, sowie Lymphknotenschwellungen kommen. Spätformen können noch Jahre nach dem Stich auftreten.

FSME und Borreliose-Fälle im Landkreis Neumarkt

Laut Zilch gab zwischen 2021 und 2024 jedes Jahr etwa 40 Fälle von Borreliose im Landkreis. Im laufenden Jahr sind es 13. Zusätzlich wurden in den letzten vier Jahren 30 Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) im Landkreis gezählt. Auch hier werden die Erreger beim Stich von der Zecke auf den Menschen übertragen. Die FSME bricht meist in den ersten vier Wochen nach dem Zeckenstich aus, wobei ein Großteil der Infizierten jedoch keine Beschwerden spürt, so Zilch.

Bei manchen kann es jedoch zu Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen kommen sowie in einer zweiten Krankheitsphase zur Entzündung von Hirnhaut, Gehirn oder Rückenmark. Das kann zu bleibenden Schäden führen.

STIKO empfiehlt FSME-Impfungen in ganz Bayern

Laut dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gilt inzwischen ganz Bayern – mit Ausnahme von Schweinfurt – als FSME-Risikogebiet. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt deshalb eine Impfung gegen FSME für alle, die sich in der Natur aufhalten, wobei damit auch Stadtparks und Gärten gemeint sind.

Die Blutsauger warten dort im Gras oder auf Sträuchern auf Passanten und heften sich beim Vorbeigehen an deren Kleidung. Anschließend suchen sie eine freie Körperstelle, in die sie stechen können. Während des Stiches geben sie Speichel in die Wunde ab, der Erreger für die unterschiedlichsten Krankheiten enthalten kann.

Life Hacks bei Zeckenstichen: So funktioniert der Handy-Trick

Laut Zilch sei die beste Strategie, Zeckenstiche generell zu verhindern. „Das geht durch das Tragen entsprechender Kleidung, wie geschlossenen Schuhen, langen Hosen und langärmligen Oberteilen.“ Auch das Auftragen von zeckenabweisenden Sprays wird empfohlen. Zudem sollte man keine Tiere anfassen, die selbst Zecken haben können, wie Hunde oder Igel.

Nach dem Aufenthalt im Freien sei es ratsam, den Körper nach Zecken abzusuchen. Meist suchen sich die Tiere Stellen aus, die gut durchblutet und geschützt sind: Ohren, Ellenbogen, Achseln oder Kniekehlen. Beim Aufspüren der winzigen Tiere hilft ein kleiner Trick: Mit Apps wie „Negativ Bildkamera“ können Handys so eingestellt werden, dass sie dunkle Stellen hell darstellen. In dieser Ansicht erscheinen Zecken in Haaren oder Fell als deutlich sichtbare helle Punkte.

Ist die Zecke gefunden, sollte sie möglichst schnell entfernt werden, da die Gefahr einer Übertragung steigt, je länger sie saugt. Beim Entfernen hilft eine Zeckenzange, mit der das Tier aus der Haut gedreht wird. Etwa drei Drehungen – hautnah, langsam und kontrolliert – sollten reichen, die Richtung ist dabei egal. Einfaches Ziehen ist dagegen nicht zu empfehlen, da dabei der Kopf stecken bleiben oder die Zecke zerquetscht werden kann. Tritt eine Rötung auf, sollte sofort der Hausarzt aufgesucht werden.