Parsberger Stadträte genehmigen die Erweiterung der Erdaushubdeponie nahe Holzheim

Von Günter Treiber · 11. Juli 2025 um 17:00

Die städtische Erdaushubdeponie nahe Holzheim soll frühestens 2035 erweitert werden. Dem stimmte der Parsberger Stadtrat bei der jüngsten Sitzung einstimmig zu. Im Zuge der Erweiterung und Rekultivierung der Deponie müssten die Gebühren jedoch um 50 Prozent angehoben werden, wie Geschäftsstellenleiter Stefan Schmidmeier ergänzte. Dazu bedarf es jedoch noch eines Beschlusses des Stadtrats.

Zur Erweiterung der Deponie führte Bürgermeister Josef Bauer aus, dass die Stadt die angrenzende Ackerfläche, die derzeit intensiv landwirtschaftlich genutzt werde, vom bisherigen Besitzer gekauft habe.

Es handle sich um eine Fläche von etwas über 9000 Quadratmeter innerhalb eines 50 Meter breiten Streifens. Mit dem Landwirt sei deshalb vereinbart worden, dass er noch mindestens zehn Jahre den Streifen bearbeiten dürfe. Das bedeute für die Stadt, dass man frühestens 2035 mit dem Ausbau beginnen könne.

Parsberger wollen das Ablagerungsvolumen maximieren

Man müsse jetzt das zur Verfügung stehende Ablagerungsvolumen maximieren. Deshalb seien die wesentlichen Randbedingungen für die Profilierung des Deponiekörpers im Vergleich zur ursprünglichen Planung und Genehmigung entsprechend geändert und dem heutigen Stand der Technik angepasst worden.

Im südlichen und westlichen Teil des Deponieumgriffs orientiere sich der Verlauf des Böschungsfußes an den entsprechenden Flurstücksgrenzen zum landwirtschaftlich genutzten Nachbargrundstück. Im Zug der Erweiterung werde die Grenze um 50 Meter in östlicher Richtung verschoben.

Auf der Erweiterungsfläche ergebe sich die Böschungsfußlinie entsprechend der neuen Flurstücksgrenze. Westlich der Ausfahrt überschreite der geplante Deponiekörper die Flurstücksgrenze, dieses Stück befinde sich allerdings im Besitz der Stadt.

Das Problem sei das Oberflächenwasser, das nicht in den Vorfluter des in 2,6 Kilometer entfernten Gewässers eingeleitet werden könne. Nur im Zusammenhang mit technischen Maßnahmen, wie Bodenaustausch, werde es eine geeignete Möglichkeit zur Entwässerung geben, sagte Bürgermeister Bauer.

Der Bürgermeister meinte hierzu, dass man außerdem auch noch andere Aufgaben zu beachten habe. Die erforderliche Rekultivierungsschicht werde in Abhängigkeit der geplanten Bepflanzung sowie der natürlichen Sukzessionsfläche für Zauneidechsen und der Baumbepflanzung eine Mindestdicke von annähernd 1,5 Metern haben.

Das im Zusammenhang mit der Planung zur Verfügung stehende Restvolumen betrage 370 000 Quadratmeter. Die durchschnittliche jährliche Ablagerungsmenge benötige 14 600 Quadratmeter. Der Stadtrat stimmte der dargelegten Planung einstimmig zu. Mit einer Gegenstimme wurde die neue Satzung genehmigt.

Rückstellungsumme für die Deponie beträgt 3,8 Millionen

Das Büro Coplan AG hat im Auftrag der Stadt den Rückstellungsbedarf für die Deponie ermittelt. Nach deren Gutachten beträgt dieser rund 3,8 Millionen Euro. Unter Berücksichtigung der vorhandenen Sonderrücklagen von rund 378 000 Euro gilt es, bis zum Ende der zur Verfügung stehenden Restkapazitäten von rund 390 000 Quadratmeter die Kosten in die Gebühren einzukalkulieren, damit kein ungedeckter Betrag entsteht.

Geschäftsleiter Stefan Schmidmeier zählte im Einzelnen die Kosten für die Erweiterungsfläche sowie die Rekultivierung in vier Teilen auf und kam auf eine Gesamtsumme von 1,5 Millionen Euro. Er verwies aber auch darauf, dass keine Nachfolgekosten berücksichtigt worden seien.

Berücksichtigt sei hingegen, dass das Material für die Abdichtung überwiegend aus den Anlieferungen verwendet werden könnte. Die Verwaltung habe dann feststellen müssen, dass die Gebühren um 50 Prozent angehoben werden müssten.

Der Bürgermeister sowie die Verwaltung wurden einstimmig für das Jahr 2022 entlastet. Die Jahresrechnung, die vom örtlichen Prüfungsausschuss geprüft wurde, hat im Verwaltungshaushalt in Einnahmen und Ausgaben mit 19,7 Millionen Euro geschlossen und im Vermögenshaushalt mit 16,7 Millionen Euro. Der Schuldenstand betrug am 31. Dezember 2022 6,2 Millionen Euro.

Der SV Hörmannsdorf hat den Stadtrat um die Übernahme einer kommunalen Ausfallbürgschaft für ein Darlehen von 172 000 Euro gebeten. Bürgermeister Josef Bauer hat sich bei der Jahresversammlung des SVH die Finanzierung genau angesehen und ist der Meinung: „Das Vorhaben des Vereins ist machbar, denn es wird auch viel Eigenleistung geben.“ Stadtrat Alois Schmidt erklärte als Vorsitzender des SV Hörmannsdorf dazu: „Wir haben uns keine leichte Aufgabe vorgenommen, aber wird werden auch Spenden bekommen, und ob wir dann die gesamte Summe benötigen, bleibt dahingestellt.“ Das Darlehen läuft über 30 Jahre. Vorbehaltlich der Genehmigung des Landratsamtes Neumarkt wurde der genannten Ausfallbürgschaft zugestimmt.