Landratswahl in Kelheim: Zwei preschen vor – der dritte Mann schweigt noch

Mit Ankündigung seiner Kandidatur hat Christian Nerb (Freie Wähler) den Landrats-Wahlkampf quasi offiziell „eröffnet“; nun wirft ein weiterer Aspirant den Hut in den Ring. Mit welchen Themen beide antreten, wer der Saaler FW-Bürgermeisterkandidat wird, und was der amtierende Landrat Martin Neumeyer sowie die weiteren Parteien planen: ein Überblick.
Bei den Kommunalwahlen am 8. März steht auch das Kelheimer Landrats-Amt zur Wahl. Martin Neumeyer (CSU) hat es seit 2016 inne. 2020 setzte er sich gegen drei Konkurrenten durch. Und 2026?
Auf Kreisebene gehen viele davon aus, dass Martin Neumeyer eine dritte Amtszeit anpeilt. Aber noch will der 70-Jährige dazu nichts sagen. „Das machen wir mit der Partei aus“, und dies bis Ende Juli, „noch vor der Sommerpause“. Ursprünglich hatte er für Mai eine Entscheidung angekündigt; Kreisvorsitzende Petra Högl hatte die K-Frage sogar schon „im Frühjahr“ beantworten wollen. Die Verzögerung erklärt sie mit der Neuwahl des Kreisvorstands im Mai.
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Dem Vorstand gehört auch einer an, dem Ambitionen auf die Landrats-Kandidatur nachgesagt werden: Kelheims Bürgermeister Christian Schweiger. Was er dazu und zu einer erneuten Rathaus-Kandidatur sage? „Gar nichts“, antwortet Schweiger knapp: Das müssten die Parteigremien „im Lauf des Sommers“ entscheiden. Als Bürger, so Schweiger, wünsche er sich „eine gute Zukunft für Stadt und Kreis Kelheim“; als Politiker sei er bereit, sich dafür „überall, wo ich gebraucht werde“, einzusetzen.
Freie Wähler klären K-Frage zweifach
Im Landratsamt gebraucht sieht sich der Saaler Bürgermeister Christian Nerb. Als Fraktionssprecher der Freien Wähler hatte er im Kreistag seit längerem mit schärferem Tonfall in der Debatte aufhorchen lassen. Nun hat der 64-Jährige seine Kandidatur offiziell angekündigt, nachdem die FW 2020 niemanden am Start hatte.

„Wir müssen den Wählern einen Landrats-Kandidaten anbieten und den Landkreis wieder auf eine Spur bringen, die wir für die richtige halten“, sagt Nerb – „wohl wissend, dass im Landratsamt ein Riesen Berg an Arbeit warten würde“. Der Erhalt beider Krankenhäuser samt Notfallversorgung – auch in der Mainburger „Sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtung“ – sowie der Bad Abbacher Kaisertherme, eine neue Lehrschwimmhalle für Mainburg, diverse Schulsanierungen; all dies und mehr bei arg angespannten Kreisfinanzen: „Wird schwierig werden“, räumt Nerb ein.
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Dass mit Michael Wochinger ein idealer FW-Kandidat fürs Bürgermeisteramt in Saal bereitstehe, habe ihm die Entscheidung erleichtert, so Nerb, der seit 2014 im Rathaus amtiert. Damals war Wochinger sein Gegenkandidat von der CSU. Nun wird er am 21. Juli dem FW-Ortsverband als Kandidat vorgeschlagen. Wochinger hat als Vorsitzender vom SV Saal einen Namen vor Ort.
Seit Donnerstag ist klar, dass es mindestens einen weiteren Landrats-Kandidaten geben wird: Es sei „einstimmig beschlossen“, dass er antreten solle, erklärt ÖDP-Kreisvorsitzender Peter-Michael Schmalz nach der Sitzung von Kreisvorstand und Vollversammlung. Für den Langquaider ist es die dritte Kandidatur um dieses Amt, nach 2010 und 2016.

Das „Comeback“ begründet der Markt- und Kreisrat (62) mit seinem Kernthema Umwelt- und Naturschutz. „Wir sind bereits mitten in der Klimakatastrophe“, aber sein stetes Mahnen hierzu verhalle. Dass nun FW-Sprecher Nerb antrete, habe den Ausschlag gegeben: Insbesondere bei ihm vermutet der ÖDP-Fraktionssprecher im Falle einer Wahl zu wenig Engagement für den Klimaschutz. Menschlich komme er aber sowohl mit Nerb als auch mit Amtsinhaber Neumeyer gut klar, so Schmalz.
So sieht es bei den weiteren Kreistagsfraktionen aus
SPD: Stephan Schweiger aus Weltenburg war 2020 ins Rennen gegangen um das Landrats-Amt. Ob auch nächstes Jahr ein SPD-Name auf dem Stimmzettel stehen wird, ist allerdings sehr fraglich: „Wird schwierig werden“, räumt Kreistags-Fraktionschef Willi Dürr ein. Gespräche würden zwar laufen, aber in Sicht sei bislang niemand. „Auf alle Fälle nach den Sommerferien“ müsse die Entscheidung fallen.
SLU: 2020 überraschte die Stadt-Land-Union mit dem Kelheimer Wolfgang Kreitczick als Landratskandidat. Ob 2026 wieder jemand antritt, ist laut Kreisvorsitzender Bettina Danner aber noch offen.
FDP: Der liberale „Allrounder“ Dr. Heinz Kroiss, war 2020 ebenfalls Kandidat. 2026 indes „trete ich definitiv nicht mehr an“, so der 68-Jährige. Ob sich zum Beispiel jemand aus dem FDP-Nachwuchs findet, ist laut Kreisvorsitzender Eva Keil bislang fraglich.
Grüne: In der Findungsphase sind auch die Grünen noch; „wir stellen gerade die Listen auf“, sagt Kreis-Sprecher Stefan Lada-Themann. Ob jemand fürs Landrats-Amt kandidiert, soll bis im August feststehen. „Am aussichtsreichsten wäre sicher Maria Krieger“, so Lada-Themann über die Fraktionssprecherin.
AfD: Die interne Suche nach einem passenden Kandidaten blieb bei der Rechtsaußen-Partei bislang erfolglos. Es handle sich beim Landratsposten eben um „eine schwierige Aufgabe“, sagt Kreistags-Fraktionschef Georg Bergermeier auf Anfrage. Ende September sei Aufstellungsversammlung zur Kreistagswahl, dann soll auch die Landratskandidatur final geklärt sein.
Junge Liste: „Wir stellen definitiv keinen Kandidaten auf“, sagt Fraktionssprecher Bastian Bohn. Bislang hat die JL jeweils den CSU-Kandidaten unterstützt.
Bayernpartei: Nicht ausgeschlossen, aber ebenfalls noch nicht abschließend geklärt ist eine Kandidatur bei der Bayernpartei, heißt es von der BP.