Eine Minute lang Schulausfall, Feldbetten statt Balldeko: Die Fliegerbombe und ihre kaum beachteten Folgen

Diese Nacht wird vielen Chamern in Erinnerung bleiben. Doch am Rande der angespannten Situation rund um Fliegerbombe und Evakuierungsmaßnahmen waren auch ein paar Kuriositäten zu beobachten.
Fast hätten die Chamer Schüler am Donnerstag einen freien Tag geschenkt bekommen. Für eine knappe Minute hatten sie wegen des Fliegerbombenfunds und der eingerichteten Sperrzone schulfrei. Denn der Schulberg lag zur Hälfte im 700-Meter-Sperrgebiet. Doch just, als Landrat Franz Löffler dem Reporter unserer Mediengruppe um 5.20 Uhr den Schulausfall verkündete, kam über Funk die Meldung, dass die Bombe entschärft worden sei. Kommando zurück durch den Pressesprecher um 5.29 Uhr. Und so gab’s der Landrat den Schülern im Schlaf – und nahm’s auch gleich wieder weg.
Zum Thema:Bombe in Cham nach Großevakuierung entschärft – Der Einsatz zum Nachlesen im Blog

FOS/BOS:Stadthalle war schon für den Ball dekoriert
Ebenfalls eine Chamer Schule betroffen war von den Evakuierungsmaßnahmen. Denn weil die Stadthalle kurzerhand zur Notunterkunft umgerüstet wurde, musste alles, was bereits für den Ball von FOS/BOS am Freitag aufgebaut war, den Hilfsmaßnahmen weichen. „Wir hatten schon alles fertighergerichtet, Bestuhlung, Technik...“, zählt Veranstaltungsorganisatorin Sabrina Kick von der Stadthalle auf. „Man kann eben alles planen, nur das Leben nicht“, nimmt sie es gelassen.
Bei aller Vorausplanung – die Hunde hatten die Helfer in der Stadthalle zunächst nicht auf dem Schirm. Als bis 21 Uhr aber immer mehr Vierbeiner mit ihren Herrchen und Frauchen auf der Suche nach einem Dach über dem Kopf eintrudelten, wurde schnell jemand beauftragt, sich um Hundenäpfe zu kümmern. Binnen kurzem wurden die Hunde mit Wasser in Einmal-Wegwerfsuppenschüsseln versorgt.
Und auch ein paar schräge Vögel wurden gerettet
Tierisch gut finden wir auch, dass bei der Evakuierung des Seniorenheims Sankt Michael selbst an die gefiederten Bewohner gedacht wurde. Graupapagei Jakob durfte mit dem Küchenmeister des Heims nach Hause, und der vier Wellensittiche nahm sich eine Mitarbeiterin an.
Und noch eine Kuriosität: Jahre nach dem Auflösen der Geburtshilfe am Klinikstandort Roding wurden wieder zwei Babys gebürtige Rodinger – wegen der Fliegerbombe. Offenkundig ging trotz Umzugsstresses am Ende alles gut aus, weswegen wir meinen: Die Kinder können später zumindest eine coole Geschichte erzählen.