Bürde, aber noch größere Würde: Warum Alexander Tag Kommandant der Stadtfeuerwehr bleibt

Von Oliver Hausladen · 11. Juli 2025 um 05:00

Alexander Tag hat im Grunde zwei Vollzeit-Jobs: Der Berufssoldat bei der Bundeswehr investiert sehr viel Zeit in die Tätigkeit als Kommandant der Rodinger Stadtfeuerwehr. Trotz der Belastung hat er sich nach den ersten sechs Jahren im Amt wiederwählen lassen.

Aus Überzeugung: „Es ist eine Bürde und eine Würde, so eine große Feuerwehr zu führen - Letzteres überwiegt aber klar.“ Zudem sei er mit Tobias Hartl und Florian Schweiger, mit denen er schon viele Jahre befreundet ist, Teil einer Führungsgruppe, in der man sich gut verstehe und sich aufeinander verlassen könne.

Im Schnitt rücken wir jeden zweiten Tag aus.“

Alexander Tag

65 Aktive zählt die Stadtfeuerwehr derzeit – und sie haben gut zu tun. Mehr als 1100 Einsätze wurden in den bisherigen sechs Jahren von Tags Amtszeit insgesamt absolviert, heuer schon über 100 – „im Schnitt rücken wir jeden zweiten Tag aus.“ Aber nicht nur das Einsatzgeschehen müssen die Führungskräfte im Auge haben, auch Material und Ausrüstung. Dabei lobt Tag die „sehr gute Zusammenarbeit“ mit der Stadt und Kämmerer Josef Zwicknagl, der einen Bedarfsplan für die 14 Feuerwehren im Stadtgebiet für die kommenden Jahre erstellt hat. „Daran wird sich auch gehalten“, hat der Kommandant Planungssicherheit. Fast fertig ist etwa ein neuer Kommandowagen.

Sehr gute Vernetzung

Ebenso laufe die Zusammenarbeit mit den anderen Hilfsorganisationen und der Polizei reibungslos, sieht Tag die verschiedenen Einsatzkräfte in Roding sehr gut vernetzt.

Auch die Bürokratie verschlinge viel Zeit, berichtet Tag, trotzdem „war es vor sechs Jahren die richtige Entscheidung, zu kandieren, und ich bin auch stolz darauf, diese Wehr führen zu dürfen.“ Damals ist er nur für einen Posten als Kommandant ins Rennen gegangen, weil die bisherigen Amtsinhaber schon nahe an der Altersgrenze waren. Dass es gleich die Führungsrolle werden würde, hat ihn überrascht, „aber ich habe gerne angenommen“.

Große Herausforderungen

Leicht waren seine ersten Jahre als Kommandant bei weitem nicht immer, erzählt Tag, unter anderem während der Corona-Pandemie. „Die Einsatzbereitschaft war aber auch da immer gegeben“, sagt er. Diese zu gewährleisten sei auch eine Herausforderung gewesen, wenn Einsatzkräfte aus Roding überörtlich gefordert waren, etwa beim Hochwasser im Ahrtal. Es seien aber immer genügend Aktive vor Ort gewesen, um die Einsätze, die von der klassischen Brandbekämpfung über Technische Hilfeleistungen und Ölschadensbekämpfung bis hin zum Erstschlag bei Gefahrensituationen reichen, entsprechend zu besetzen, sagt Tag.

Die Rodinger Wehr habe den Ruf, „dahin zu gehen, wo es weh tut“, und sei dafür auch mit den nötigen Spezialgerätschaften ausgestattet. Auch bei der Ausbildung der Mitglieder gelte es daher, stetig am Ball zu bleiben: „Wir können uns die Einsätze nicht aussuchen und müssen vorbereitet sein.“

Aktive Kinderfeuerwehr

Wichtig ist für ihn, dass die Feuerwehr auch „Nachwuchs bekommt“. So freut er sich, dass die 2015 als Erste im Landkreis gegründete Kinderfeuerwehr derzeit 35 Mitglieder zählt, auch 15 Jugendliche sind Teil der Rodinger Stadtfeuerwehr-Familie.

Auch wenn er selbst Kommandant der größten Feuerwehr im Rodinger Stadtgebiet ist, hält Tag die anderen 13 Wehren für wichtig. „Jede davon hat mindestens eine Zusatzaufgabe“, erläutert er, außerdem sei die Feuerwehr in vielen kleinen Orten der alleinige Treffpunkt, der noch da sei – „es würde die Dorfgemeinschaft stark treffen, wenn es sie nicht mehr gäbe.“

Den Mitgliedern „eine Heimat bieten“

Auch die Stadtfeuerwehr wolle den Mitgliedern auch weiter „eine Heimat bieten“. Wünschen würde sich Tag unter anderem, dass die Zahl der Mitglieder steigt und „wir keine Aktiven bei Einsätzen verlieren.“

Bei der Dienstversammlung gab Tag einen Rückblick auf die Jahre 2019 bis 2024. Dabei wurden Statistiken, besondere Einsätze sowie die Neuanschaffungen im Feuerwehrwesen vorgestellt. Die Entwicklung und die Erfolge der letzten Jahre wurden so aufgezeigt.

Abschied nach 24 Jahren

Die bisherigen Kommandanten Norbert Stuiber und Franz Groß, die aufgrund ihres Alters nicht mehr für eine erneute Kandidatur zur Verfügung standen, ließen in der Dienstversammlung noch einmal ihre beeindruckenden 24 Jahre im Amt Revue passieren. Sie blickten auf eine lange und erfolgreiche Zeit zurück, in der sie die Rodinger Feuerwehr durch zahlreiche Einsätze und Entwicklungen führten.

Das Ergebnis der Kommandantenwahl

Wahlausschuss gebildet: Vor der Wahl bei der Dienstversammlung wurde ein Ausschuss gebildet, bestehend aus Rodings Bürgermeisterin Alexandra Riedl, Kreisbrandinspektor Norbert Mezei und Kreisbrandmeister Hubert Hofweber, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.

Die drei Kommandanten: Nach der Auszählung der Stimmen der Aktiven stand das Wahlergebnis fest: Kommandant: Alexander Tag; 2. Kommandant: Tobias Hartl; 3. Kommandant: Florian Schweiger.

Wahl angenommen: Alle drei Kommandanten nahmen die Wahl an.

Nach vielen Jahren ausgeschieden: Norbert Stuiber und Franz Groß schieden nach jeweils 24 Jahren im Dienst als stellvertretende Kommandanten aus und wurden verabschiedet.