„Wann kommt denn nun die Höllenhitze?“ – Das sagt der Wetterdienst

Von Daniela Laitinen · 10. Juli 2025 um 12:26

„Wann kommt denn nun die Höllenhitze?“, kommentierte ein User unter einem unserer Wetterbeiträge auf Facebook. So ganz unberechtigt ist die Frage nicht. Schließlich wurde Mitte Mai ein extrem heißer Sommer mit langanhaltender Dürreperiode prognostiziert. Das aktuell kühle, regnerische Wetter aber sagt etwas anderes. Oder doch nicht? Wir haben beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in München nachgefragt.

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De facto war der vergangene Monat der heißeste Juni in Westeuropa seit Beginn der Aufzeichnungen. Das hat der Erdbeobachtungsdienst Copernicus festgestellt. Weltweit war es 2025 demnach der drittheißeste Juni. Das zeichnete sich übrigens schon im Frühjahr ab, das unverhältnismäßig warm und trocken war.

Vorerst bleibt das Wetter unbeständig

Der im Mai prognostizierte Hitzesommer wird so massiv aber wohl nicht ausfallen, sagt ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes in München auf Nachfrage. Zumindest vorerst. „Aktuell und in der kommenden Woche bestimmen Tiefdruckeinflüsse aus Osteuropa das Wetter – vor allem in der Osthälfte Deutschlands.“ Die Temperaturen bewegen sich dabei im „langjährigen Mittel“, allenfalls leicht darüber. Generell sei mit unbeständigem Wetter zu rechnen, lokal auch mit teils ergiebigem Regen. „Das bestehende Defizit aus Frühjahr und Frühsommer wird dadurch aber nicht ausgeglichen“, so der DWD-Experte.

Zu wenig Niederschläge führen immer wieder zu massivem Niedrigwasser der Donau wie hier bei Osterhofen (Kreis Deggendorf). - Foto: lai

Das passt nicht so ganz zu den Hitze-Dürre-Prognosen vom Mai. „Langfristvorhersagen basieren auf komplexen Ensemblemodellen“, erklärt der Meteorologe. Zahlreiche Einzelberechnungen mit unterschiedlichen Ausgangsbedingungen und Randwerten würden dabei zusammengefasst. Wichtige Einflussfaktoren seien zudem die El-Nino-Oszillation und andere Meeresströmungen, die Dynamik der Polarwirbel und die allgemeine Bodenfeuchte.

Ständig aktualisierte Prognosen finden Sie auf unserer Wetter-Seite.

Hitzevorhersage vom Mai keine Fehlprognose

Dass es sich bei den Vorhersagen vom Mai um Fehlprognosen handelt, wird bei der regionalen Wetterberatung des DWD in München verneint. Bei solchen Langzeitprognosen würden diverse Wettermodelle mit jeweils bis zu 51 Einzelabläufen einbezogen. Die aktuell kühlere und regnerische Witterung „befindet sich noch im Bereich des Möglichen“, heißt es in München.

Jenseits von sieben Tagen werden quantitative Prognosen zunehmend schwieriger.

DWD München

Diese Wettermodelle für Langfristprognosen kommen zum Einsatz, wenn es um einen Zeitraum von mehr als sieben bis zehn Tagen geht. „Jenseits der sieben Tage wird es aber zunehmend schwieriger, quantitative Aussagen zu treffen“, so der Wetterexperte. Dann geht es fließend in den Bereich der Langfristvorhersage über. Hier ändere sich die Technik, auch seien die Wettermodelle anders aufgebaut. „Diese Langfristvorhersagen bilden den Übergang zwischen der klassischen Wettervorhersage und der Klimaprojektion.“

Somme gibt zum Ende hin wohl noch mal Gas

Und wie sind nun die Aussichten für den restlichen Sommer 2025? Laut DWD in München kann sich die Prognose vom Mai durchaus noch bewahrheiten. Zumindest deuteten die aktuellen Modelle auf einen Temperaturanstieg hin. Zum Ende hin will der Sommer aber noch einmal richtig Gas geben, heißt es in München. „Überdurchschnittlich warm und tendenziell zu trocken“ soll es demnach im August und September werden. So wie im Mai eben prognostiziert.