Kater Finn ein Jahr lang vermisst – und jetzt wieder daheim in Dietfurt

Von Donaukurier · 10. Juli 2025 um 11:00

Eine große Suchaktion in Dietfurt (Kreis Neumarkt) und Umgebung hat Jenny Seider ab dem 17. Juli 2024 eingeleitet. Ihr Kater Finn war spurlos verschwunden. Das sollte er bleiben. Fast ein Jahr lang. Bis zu einem unerwarteten und dann enorm erfreulichen Moment.

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Jenny hatte bereits ein mulmiges Gefühl, als der schwarz-weiße Stubentiger, ganz gegen seine Gewohnheiten, vor inzwischen knapp einem Jahr eines Abends nicht nach Hause kam. Nachdem zwei Tage später alle Nachbarn befragt waren und es keine Spur von Finn gab, meldete die Besitzerin den Kater beim Tierregister www.tasso.net als vermisst. Neben einer 24-Stunden-Hotline kann der Suchende auch online ein Formular ausfüllen und ist dann deutschlandweit gelistet. Jenny Seider hatte außerdem ein Tasso-Suchplakat erstellt und vervielfältigt.

Über ein Netzwerk von Freunden und Bekannten hingen innerhalb weniger Tage überall in Dietfurt und Umgebung Suchplakate mit einem Foto und allen Angaben zum schmerzlich vermissten Familienmitglied. Doch die Suche ergab keinen Hinweis – außer, dass eine weitere Katze aus dem nächsten Umfeld in der Hainsberger Straße zur selben Zeit vermisst gemeldet wurde.

Der hohe Wert eines Chips

Völlig verzweifelt konnten Jenny Seider und Ersatz-Katzenmama Helene nicht glauben, dass dem jungen Kater etwas zugestoßen sein könnte, durchforsteten sie doch laufend auch alle sozialen Medien nach entsprechenden Einträgen, auch zu Totfunden. Das Setzen des Transponders, umgangssprachlich auch Chip genannt, der in etwa so groß wie ein Reiskorn ist, tut den Tieren nicht mehr weh als eine Impfung.

Eine vom Transponder-Hersteller vorgegebene 15-stellige Zahlenkombination kann mittels eines Lesegeräts zweifelsfrei die Identität des Tieres feststellen (auch im traurigen Fall eines Totfundes) – sofern der Tierhalter oder die Tierhalterin nur wenige Minuten investiert und das Tier registriert.

Von der Tierarztpraxis bekommt man die entsprechenden Informationen nach der Implantation direkt mit nach Hause. Auch Findefix ist eine weitere große Registrierungsplattform, ebenfalls kostenfrei und mittels Spenden finanziert. Alle Fragen rund um den Chip werden auf den Webseiten ausführlich beantwortet. Jede Tierarztpraxis, jeder Tierschutzverein und viele private Tierschützer besitzen solch ein frei verkäufliches Lesegerät.

Zum Glück für den Kater Finn hatte seine Katzenmama ihn registriert, denn vor einigen Tagen stand plötzlich eine Frau vor Jennys Seiders Tür. „Ich glaube, ich kenne ihren Kater, ich habe ein Foto von ihm auf dem Handy.“ Ein Bekannter von ihr habe das Suchplakat, das noch Monate später am Zaun von Finns Heimat hing, gesehen und zufällig mit ihr über vermisste Tiere gesprochen.

Da fiel der Frau ein, dass ein ähnliches Tier plötzlich in Holnstein aufgetaucht war. Eine Bewohnerin der Wohngruppe Hedwig, die zur Regens-Wagner-Einrichtung gehört, füttere seit etwa einem halben Jahr einen schwarz-weißen Kater, der zutraulich und gepflegt um Futter bettelte. Ein Blick auf das Handydisplay genügte Jenny, sie informierte ihre Freundin Helene und sofort machten sie sich auf den Weg nach Holnstein.

Es ist tatsächlich Finn

Mit der Transportbox am Futterplatz angekommen, trauten sie ihren Augen nicht: Tatsächlich trottete der Langvermisste gerade zu der Futterschüssel. Als er nach einem ganzen Jahr erstmals wieder seinen Namen von seiner wirklichen Besitzerin hörte, schmiss er sich vor Freude erst einmal ins Gras und rollte sich auf den Rücken. Die darauffolgende Begrüßung war natürlich emotional, aber selbstverständlich musste zuerst noch die Identität zweifelsfrei bestätigt werden. Der Kater wurde in die Transportbox gepackt und glücklicherweise war die nahe gelegene Tierarztpraxis geöffnet.

Minuten später wurde die Nummer auf dem Auslesegerät, das man nur über den Nacken des Tieres halten muss, mit den Unterlagen verglichen: Ja, es ist wirklich Finn. Nach einem Jahr ist der Kater, äußerlich unversehrt, zurück in Dietfurt und hat sich sofort wieder eingelebt. Leider kann er nicht erzählen, wie er nach Holnstein gekommen war. Jedoch wurde auch die andere Katze, die zeitgleich mit Finn aus Dietfurt verwand, zwei Monate vorher ebenfalls in Holnstein aufgefunden. Ein Zufall? Schwer vorstellbar. Aber die verständigte Polizei konnte nicht weiterhelfen.

Was diese am Ende glücklich ausgegangene Suchaktion aber zeigt: Zehn Minuten Aufwand in Chip und Registrierung und das geliebte Haustier kann im Fall der Fälle zweifelsfrei identifiziert werden.