Zecken bei Haustieren: So gefährlich sind die Parasiten für Hunde und Katzen

Zecken können Krankheiten wie Borreliose und FSME übertragen – entsprechend gefährlich sind sie für den Menschen. Aber auch Haustiere werden regelmäßig von den Parasiten gebissen. Eine Tierärztin aus Oberbayern erklärt im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern, welche Gefahren für Hunde und Katzen bestehen und wie man die Tiere präventiv schützen kann.
Hunde- und Katzenbesitzer kennen es vermutlich: Im Sommer finden sie immer wieder eine Zecke zwischen dem Fell ihrer vierbeinigen Mitbewohner. Die Parasiten können auch auf Haustiere bestimmte Krankheiten übertragen, erklärt Dr. Laura Degenhardt, Tierärztin am Kleintierzentrum Starnberg. Statt Borreliose und FSME sind das bei Hunden und Katzen vor allem Anaplasmose, Ehrlichiose und Babesiose. Besonders Hunde sind von solchen Krankheiten betroffen, die durch Zeckenbisse verursacht werden. „Katzen haben eine höhere Resistenz, können aber auch daran erkranken“, erzählt die Tierärztin.
Entsprechend wichtig sei ein ganzjähriger Zeckenschutz für Hunde und Katzen. „Das gilt auch im Winter“, betont Degenhardt. Einige Zeckenarten sind bereits bei niedrigen Temperaturen ab 0 Grad Celsius aktiv. Tierärzte empfehlen die gängigen pharmazeutischen Präparate, um Hunde und Katzen vor Zecken zu schützen. Dazu zählen Tabletten, Halsbänder oder Spot-On-Präparate, die auf die Haut der Tiere aufgetragen werden. Die Präparate zielen darauf ab, dass eine Zecke das Haustier entweder gar nicht erst beißt oder bei einem Biss stirbt und dadurch keine Krankheiten übertragen kann. Für welche Schutzmöglichkeit man sich letztlich entscheidet, sollte man mit seinem Tierarzt individuell besprechen, rät Degenhardt.
So entfernt man eine Zecke von seinem Haustier
Bemerken Besitzer doch einen Zeckenbiss bei ihrem Haustier, sollten sie den Parasiten umgehend entfernen. Am besten eignen sich dazu eine Zeckenzange, ein Zeckenhaken oder eine sogenannte Zeckenkarte. Tierbesitzer können aber auch zu einer spitzen Pinzette greifen. „Man sollte die Zecke nicht mit den eigenen Fingern rausziehen“, rät die Tierärztin. Das hat vor allem hygienische Gründe. Außerdem empfiehlt sie: „Idealerweise packt man die Zecke direkt am Kopf und zieht sie dann langsam heraus. Da muss man nicht drehen.“ Bleibt der Zeckenkopf im Tierkörper stecken, muss man nicht sofort den Tierarzt aufsuchen. Das sollte man erst machen, wenn man folgende Veränderungen an seinem Haustier feststellt:
• Die Einstichstelle ist entzündet, geschwollen oder eitrig.
• Das Tier kratzt sich regelmäßig an der Stelle, an der sich die Zecke zuvor festgebissen hat.
• Man bemerkt Symptome, die auf Krankheitsbilder wie Anaplasmose, Ehrlichiose und Babesiose hindeuten. Dazu zählen Fieber, geschwollene Lymphknoten und Appetitlosigkeit.
Die von Zecken übertragenen Krankheiten können bei Haustieren teils schwere Verläufe annehmen. „Es kann zum Beispiel zu gefährlichen Blutveränderungen kommen“, sagt Degenhardt. Im allerschlimmsten Fall kann eine Babesiose tödlich enden. Bei der Suche nach festgebissenen Zecken stoßen manche Haustierbesitzer aber an ihre Grenzen – etwa wenn der Hund oder die Katze ein besonders langes oder dichtes Fell hat: „Umso wichtiger ist es, sich im Vorfeld um den Zeckenschutz zu kümmern.“