Nach Unfall: So soll es mit dem Eisernen Steg in Neunburg weitergehen

Ein Unfall beschädigte vor fünf Jahren den Eisernen Steg in Neunburg (Landkreis Schwandorf) so sehr, dass er teilweise abgerissen werden musste. Seitdem gibt es ein Provisorium. Bei einer Infoveranstaltung gab es nun Antworten auf Fragen nach Kosten, Förderung und Aussehen der neuen Brücke.
Ein Unfall am Eisernen Steg, wie im April 2020 soll in Neunburg nicht noch einmal passieren. Damals rammte ein Traktor mit Tieflader, auf dem sich ein Bagger befand, die Brücke über der Konrad-Adenauer-Straße. Aus diesem Grund wird die Durchfahrtshöhe beim Ersatzbau einen Meter höher sein als bisher. Sie soll dann 5,50 Meter betragen.
„Damit sollen Kollisionen noch unwahrscheinlicher werden“, betonte Planer Florian Stiegler vom Planungsbüro Weiß, als er mit seinem Kollegen Wolfgang Vetter bei einer Informationsveranstaltung die aktuellen Planungen vorstellte. Hierzu hatte Bürgermeister Martin Birner (CSU) in den Sitzungssaal des Rathauses eingeladen – und konnte vor allem einige Anlieger und Grundstückseigentümer willkommen heißen.
Für den Ersatzneubau, stehen insgesamt rund 1,3 Millionen Euro im Raum. Wie bei allen Neubauten, gilt auch hier, dass die Planung allen aktuellen Richtlinien und Bestimmungen entsprechen müssen.
Das hieß in dem Fall, dass als Fördervoraussetzung eine Geh- und Radwegbrücke zu planen war, die eine maximale Verbesserung des bisherigen Zustandes, auf wirtschaftlichster Basis mit sich bringt. Die Basis des Stegs soll eine Stahlkonstruktion in einer leicht gebogenen Form bilden, erläuterte Planer Florian Stiegler. Die Ausführung erfolge als fünffeldrige Balkenbrücke mit einer unterliegenden Tragkonstruktion aus Stahlträgern.

Die nutzbare Fläche betrage vier Meter in der Breite, mit 1,30 Meter hohen Geländern. Wichtig sei die absolute Barrierefreiheit. Der Belag bestehe aus Fertigbetonplatten mit einer beidseitigen Aufkantung und Quergefälle zur Plattenmitte. Die Abdichtung erfolge mit Asphaltbeton. Stiegler stellte noch einmal heraus, dass eine Befahrbarkeit nicht möglich sei, außer zu Wartungszwecken, etwa dem Winterdienst. Bürgermeister Birner ging noch einmal auf die Beschädigung des Steges ein. Relativ schnell sei damals ein Gutachter dessen Versicherung vor Ort gewesen. „Als Geschädigter hast du immer ein Problem mit dem Zeitwert“, stellte Birner klar.
Als Geschädigter hast du immer ein Problem mit dem Zeitwert
Martin Birner (CSU), Bürgermeister von Neunburg
Das hieß in dem Fall, dass die Versicherung nur einen relativ geringen Wert erstatten wollte, obwohl der Steg insgesamt keinerlei Baumängel aufwies. Daher habe die Stadt vor Gericht geklagt und ein eigenes Gutachten erstellen lassen. „Seit 2021 wurde daraus ein Hin und Her vor Gericht, das ausschließlich die Gutachter beschäftigte“, fügte Geschäftsleiter Georg Keil ein. Um zu einer Lösung für das bestehende Provisorium zu kommen, sei die Stadt auf der Suche nach Alternativen gewesen.
Nachdem sich der bayerische Finanzminister Albert Füracker (CSU) und Regierungspräsident Walter Jonas maßgeblich für eine Lösung eingesetzt hätten, wurde der Weg frei für eine Förderung, ohne welche die Stadt keinen Ersatzneubau hätte erstellen können. Allerdings sei der bereits ergangene Förderbescheid nur vorläufig. Sobald ein rechtskräftiges Gerichtsurteil ergehe, würden die Zuwendungen nachträglich festgesetzt, unter Einbeziehung eines etwaigen Schadensersatzes.
Fragen nach Gestaltung
Zum weiteren Vorgehen in der Planung stellte Birner fest, dass derzeit die Abstimmung mit allen beteiligten Stellen erfolge um festzustellen, was der Entwurf zusätzlich enthalten müsse.
Er rechne damit, dem Stadtrat die Planung bis Ende Juli vorlegen zu können, um ab 1. September in die Realisierung eintreten zu können. Die Bauausführung könne 2026 in Angriff genommen werden. Von den Zuhörern gab es Fragen und Vorschläge zu gestalterischen Elementen. Hier werde in jedem Fall der Denkmalschutz ein Wort mitreden, hieß es dazu.