Eiserner Steg in Neunburg bekommt endlich einen Ersatzneubau

Von Jan Lange · 19. Mai 2025 um 17:00

Seit mittlerweile fünf Jahren gibt es das Provisorium für den Eisernen Steg in Neunburg. Doch nun zeichnet sich eine dauerhafte Lösung ab – trotz des nach wie vor offenen Versicherungsschaden.

Der 14. April 2020 wird den Neunburger noch lange in Erinnerung bleiben. Damals rammte ein Bulldog mit Tieflader, auf dem sich ein Kettenbagger befand, die Brücke über die Konrad-Adenauer-Straße. Das Bauwerk wurde dabei so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass es wegen Einsturzgefahr teilweise abgebrochen werden musste. Um die Verbindung von der Altstadt zur Grundschule in der Ledererstraße zu gewährleisten, wurde ein provisorischer Steg errichtet.

Mehr war bis dato nicht möglich, da um den Schadensersatz weiterhin vor Gericht gestritten wird. Wie lange es noch dauern könnte, dazu will keiner eine Prognose wagen.

Dennoch wurde in den vergangenen Monaten intensiv nach einer Lösung gesucht. Laut Bürgermeister Martin Birner (CSU) gab es Gespräche mit der Regierung der Oberpfalz und dem Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach. Dabei ging es um einen Ersatzneubau und eine mögliche Förderung – trotz des offenen Versicherungsschadens. Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) und Regierungspräsident Walter Jonas haben sich, lobt Birner, maßgeblich dafür eingesetzt, dass der Neubau grundsätzlich gefördert werden kann.

Förderbescheid nur vorläufig

Neunburgs Bürgermeister hatte immer wieder betont, dass die Erneuerung des Eisernen Stegs nur umsetzbar sei, wenn die Finanzierung gesichert ist. Der Förderbescheid sei laut Stadtverwaltung allerdings nur vorläufig und sobald das Gerichtsurteil rechtskräftig ist, wird die Zuwendung nachträglich festgesetzt und ein etwaiger Schadensersatz berücksichtigt.

Die zugesicherte Förderung machte aber den Weg frei für die Planungen des Ersatzneubaus. In der jüngsten Stadtratssitzung stellte das beauftragte Ingenieurbüro Weiß den Entwurf vor. Bei dem Bauwerk soll es sich demnach um eine fünffeldrige Balkenbrücke mit untenliegender Tragkonstruktion aus Stahlträgern handeln. Die Durchfahrtshöhe im Bereich der Staatsstraße 2040 (Konrad-Adenauer-Straße) soll 5,50 Meter betragen. Damit wird die Brücke höher sein als jetzt – aktuell sind es vier Meter. Die Bauherren wollen so ausschließen, dass wieder ein größeres Fahrzeug die neue Brücke touchiert.

Die Brücke soll einen Belag aus Stahlbeton-Fertigteilplatten mit beidseitiger Aufkantung und Quergefälle zur Plattenmitte erhalten. Als Abdichtung auf den Stahlbeton-Fertigteilplatten soll Asphaltbeton aufgebracht werden.

Seit fünf Jahren gibt es ein Provisorium. - Foto: Jan Lange

Die neue Brücke soll vier Meter zwischen den Geländern breit sein. Sie wird damit auch breiter sein als der derzeitige Steg, der drei Meter von einer Seite zur anderen misst. Da sie breiter werden soll, wird sie auch schwerer sein. Sie soll deshalb künftig auf vier Stützen stehen – momentan sind es drei. Die Geländer werden nach den ersten Planungen eine Höhe von 1,30 Meter haben.

Wirtschaftlichste Lösung

Das Bauwerk ist als reine Fuß- und Radwegbrücke angedacht. Sie soll vom jetzigen Provisorium entkoppelt werden und daran vorbeiführen. So soll der Fußgängerverkehr während der Bauzeit weiter ermöglicht werden.

Die Baukosten belaufen sich nach einer ersten Grobschätzung voraussichtlich auf rund 1,3 Millionen Euro. Diese Summe beinhaltet noch keine Kosten für ein Bodengutachten und Planungskosten.

Unser Ziel ist es, unter Wirtschaftlichkeitsaspekten eine attraktive und gestalterisch hochwertige Lösung zu finden.

Martin Birner, Bürgermeister von Neunburg

Eine Bedingung der Fördermittelgebern ist, dass nur die wirtschaftlichste Lösung finanziell unterstützt wird. „Unser Ziel ist es, unter Wirtschaftlichkeitsaspekten eine attraktive und gestalterisch hochwertige Lösung zu finden“, so Bürgermeister Birner. Die Förderung aus dem Bayerischen Gemeindefinanzierungsgesetz kann bis zu 75 Prozent betragen.

In der Stadtratssitzung Ende Juli wollen die Planer den Stadträten die Entwurfsplanung vorstellen. Bis Anfang September soll dann der Förderantrag eingereicht werden. Die Umsetzung des Ersatzneubaus ist ab Mitte 2026 eingeplant.