Halbe Million Euro erbeutet: Neumarkter Automatenknacker vor dem Landgericht

Sie machten über eine halbe Million Euro Beute und richteten 170.000 Euro Schaden an: Vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth ist am Dienstagvormittag der Prozess gegen eine fünfköpfige Bande gestartet. Den Angeklagten wird vorgeworfen, mehrere Bankautomaten geknackt zu haben – auch in Neumarkt.
Das Vorgehen der Bande, die wohl in wechselnder Besetzung aktiv war, war immer ähnlich: Sie verschafften sich zunächst Zugang zu Nebengebäuden und gelangten von dort mit brachialer Gewalt in die jeweiligen Bankfilialen, wirft ihnen die Anklage vor. Dazu durchbrachen sie mit schwerem Gerät teilweise mehrere Mauern - Trockenbauwände, aber auch 20 Zentimeter dicke Steinmauern. Anschließend machten sie sich mit Rettungsspreizern und ähnlichen Geräten an den Geldautomaten zu schaffen - mehrere Täter haben eine handwerkliche Ausbildung.
Über Fitnessstudio in Sparkassenfiliale gelangt
In vier Fällen waren sie erfolgreich, in zwei scheiterten sie. In Neumarkt erbeuteten sie mutmaßlich 120.000 Euro und richteten zugleich einen Schaden in Höhe von 60.000 Euro an.
In der Nacht von 8. auf 9. September drangen zwei Bandenmitglieder zunächst in das Fitnessstudio neben der Sparkassen-Filiale in der Regensburgerstraße ein, indem sie ein Fenster aufhebelten. Draußen wartete ein weiterer Mann, um bei Gefahr warnen zu können. Im Inneren des Fitnessstudios durchbrachen die Täter gewaltsam zwei Trockenbauwände und gelangten so in den Technikraum der unmittelbar angrenzenden Filiale der Sparkasse.
Mit einem hydraulischen Spreizgerät öffneten Sie die Rückseite des Geldausgabeautomaten - darin befanden sich 123.180 Euro. Außerdem stahlen sie einen Internet-Router im Wert von 2000 Euro. Bemerkt worden war die Tat erst am Morgen: Der Betreiber des Fitnessstudios bemerkte sie und verständigte die Polizei.
Ein ausführlicher Bericht über den ersten Verhandlungstag folgt.