Kamera hängt seit einigen Tagen: Was filmt die Stadt Regensburg an der Wurstkuchl?

Von Philip Hell · 8. Juli 2025 um 05:00

Unmittelbar an der Wurstkuchl ragt seit wenigen Tagen ein schwarzer Stab in den etwas trüben Himmel über Regensburg. An dessen Spitze unschwer zu erkennen: eine Kamera. Was hat es damit auf sich?

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Ein erstes Indiz ist ein schwarzer Kasten am Fuß des Stabes. Darauf prangt: Stadtplanungsamt. Also: Nachfrage bei der städtischen Pressestelle. Auch dort ist auf Anhieb nicht klar, was es mit der Installation auf sich hat. Sprecherin Juliane von Roenne-Styra stellt Nachforschungen an – und siehe da: „Bei dem beschriebenen Gerät handelt es sich um ein KI-basiertes Kamerasystem, das für Verkehrszählungen verwendet wird.“

Kamera an der Wurstkuchl: Das Gerät zählt den Verkehr

Das Zählgerät sei Ende Juni aufgestellt worden, sagt von Roenne-Styra. Dahinter stecke die Abteilung Verkehrsplanung des Stadtplanungsamts – so wie es der Blick auf das schwarze Kästchen schon verraten hat. Die Installation soll Anfang dieser Woche auch bereits wieder abgebaut werden.

Von Roenne-Styra stellt klar, dass das Kamerasystem nicht durchgängig in Betrieb war. „Die eigentliche Verkehrserhebung erfolgte am Donnerstag im Rahmen einer 24-Stunden-Zählung.“ Bei Stab, Kästchen und Kamera handele es sich um einen sogenannten „Mobility Analyser“, teilt die Stadtsprecherin mit. „Dieses Zählgerät verfügt über eine integrierte Kameraeinheit, die jedoch ausschließlich zur Echtzeitverarbeitung verwendet wird.“ Das heißt laut Stadt-Sprecherin auch, dass keine Bilder oder personenbezogene Daten gespeichert wurden. „Eine Erfassung oder Auswertung von Autokennzeichen oder Personenmerkmalen erfolgt nicht.“

Die Kamera habe lediglich der automatisierten Zählung und Kategorisierung von Verkehrsströmen gedient. Kurzum: Die Stadt wollte mal schauen, wer in der Thundorfer Straße unterwegs ist.

Stadt sucht nach Verkehrszählern

Solche Daten seien unerlässlich für Planungen im Straßennetz, schreibt das Stadtplanungsamt auf der Webseite der Stadt. Für solche Daten kommt neben dem „Mobility Analyser“ auch menschliches Personal zum Einsatz. Dieses nimmt regelmäßig in Campingstühlen in der Stadt Platz und zählt die verschiedenen Verkehrsteilnehmer, die vorbeikommen.

Übrigens: Die Stadt wirbt damit, dass der Job lukrativ sei. 538 Euro bekomme jeder Verkehrszähler im Monat. Der „Mobility Analyser“ an der Wurstkuchl dürfte indes ein bisschen teurer gewesen sein.