Zweiter Anlauf für Ausbau von Burglengenfelds erstem Solarpark

Der Auf- und Ausbau von Anlagen, die grünen Strom liefern, schreitet auch in Burglengenfeld voran. Allerdings nicht immer so zügig, wie es sich die Initiatoren wünschten. Die Inhaber der BD Solarpark GmbH & Co. KG, die seit 2019 in Wölland die Kraft der Sonne nutzen, wissen ein Lied davon zu singen. Ihre Erweiterungspläne wurden 2023 durchkreuzt. Nun wagen sie einen zweiten Anlauf.
Wie berichtet, haben sich der Burglengenfelder Transportunternehmer Rainer Dirnhofer und sein Freund und Projektant Markus Breitschaft zusammengetan, um 2019 in Wölland, unweit der ehemaligen Landwirtschaftsschule, eine Freiflächen-Photovoltaik(PV)-Anlage zu errichten – damals die erste im Stadtgebiet.
Den benötigten Grund konnten sie problemlos pachten. Schwieriger war es, die Zustimmung des Wasserwirtschaftsamts zu erhalten. Wegen der Lage im Hochwasserschutzgebiet der Naab hatte die Behörde Bedenken angemeldet. Durch ein Aufständern der Modultische wurde letztlich aber Einigung erzielt.
Einwände des Planungsverbandes waren unüberwindbare Hürde
Weil die Anlage selbst mit einer Leistung von 750 kWp relativ schnell gebaut war und ordentlich Energie produziert, entschlossen sich die Geschäftsführer der BD Solarpark GmbH, Erweiterungspläne auf den Weg zu bringen. Das Gebiet Wöllandanger II sollte in nördliche Richtung direkt an das bestehende Sonnenkraftwerk anschließen. Widerstand erwarteten die Investoren keinen größeren mehr. Die Bedenken der Wasserwirtschaft waren ja ausgeräumt worden.
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Nun aber tauchte ein anderes Problem auf, und das sollte sich als noch höhere Hürde erweisen: Die vorgesehenen Flächen befinden sich nämlich in einem Vorranggebiet für Kies- und Sandabbau. Trotz „intensivster Bemühungen“, so berichtete Dirnhofer, sei es nicht gelungen, sich mit dem regionalen Planungsverband zu arrangieren. Der Verband schützt Vorrangflächen, um die künftige Rohstoffversorgung abzusichern.
Stromproduktion soll sich mehr als verdoppeln
Dirnhofer und sein Partner warfen die Flinte aber nicht ins Korn. Vielmehr versuchen sie, nun auf einem anderen Weg zum Ziel zu kommen. Südlich des Bahngleises, das den Solarpark bisher abgrenzt, gelang es ihnen, per Pachtvertrag alternative Flächen zu sichern. Hier könnten Module mit einer Leistung von bis zu 950 kW aufgestellt werden, so dass die bisherige Stromproduktion mehr als verdoppelt würde.
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Der Bau- und Umweltausschuss nahm das Konzept in seiner jüngsten Sitzung vorwiegend wohlwollend zur Kenntnis. Die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans (Sondergebiet Freiflächen-PV-Anlage Am Wöllandanger II) wurden bei nur einer Gegenstimme beschlossen.
Einzig Josef Schießl (Freie Wähler Land) äußerte Bedenken. Es könne nicht sein, dass die Stadt einerseits immer wieder über Hochwasserschutzmaßnahmen diskutiere und andererseits so ein Projekt im Schutzgebiet toleriere, meinte er. Die Investoren sehen hier ein Missverständnis vorliegen, da die Anlage, wie schon im ersten Abschnitt, so aufgeständert werde, dass Hochwasser ungehindert abfließen könne.
Rahmenbedingungen haben sich verschlechtert
Dirnhofer und Breitschaft sehen sich nun einen Schritt weiter, aber noch lange nicht am Ziel. Zwar gehe man sofort in die Detailplanung, das Genehmigungsverfahren werde allerdings erneut Monate dauern. Und ob die Fachstellen diesmal alle zustimmten, sei zwar anzunehmen, aber nicht wirklich sicher. Außerdem hätten sich zwischenzeitlich die Rahmenbedingungen für den Bau von Freiflächen-PV-Anlagen verschlechtert.
Der Hintergrund: Weil zu Spitzenzeiten mehr grüner Strom produziert wird, als das Netz aufnehmen kann, werden Anlagen immer wieder abgeregelt. Bisher konnte das den Betreibern relativ egal sein, denn Geld bekamen sie trotzdem. Für neuere Projekte gebe es diese Sicherheit nicht mehr, berichtete Dirnhofer. Die Änderung treffe die Eigentümer kleinerer Anlagen härter als die größerer.
Abregelungen als Risiko für die Wirtschaftlichkeit
2024 war der Solarpark in Wölland seinen Worten zu Folge 450 Stunden abgeregelt worden. Heuer sei diese Stundenzahl mangels Speicherkapazitäten schon bis Mai erreicht gewesen. Bleibe das Problem ungelöst, könne der gesichert wirtschaftliche Betrieb der erweiterten Anlage ins Wanken geraten, zumal sich die Zinsaufwendungen gegenüber dem Gründungsjahr 2019 erhöht hätten.
Gleichwohl tendieren die Investoren dazu, selbst bei einer wirtschaftlichen Nullnummer das Projekt umzusetzen. Dies sei man der künftigen Generation schuldig, betonen sie.
Mehrere Ideen für die Zukunft
Wirklich interessant werde der Solarpark mit seiner dann doppelten Leistung in 20 Jahren, wenn der Einspeisevertrag mit dem lokalen Energieversorger ausgelaufen sei, erklärte Dirnhofer. Dann werde es ganz andere technische Möglichkeiten geben: von der Regionalversorgung von Burglengenfeld mit Strom für interessierte Haushalte, über Schnelllader für E-Autos, etwa am JUZ-Gelände, bis hin zu einer Wasserstoff-Tankstelle.
Das sagt das Bayernwerk
Laut Bayernwerk-Sprecher Michael Hitzek haben Betreiber von Freiflächen-PV-Anlagen noch immer gesetzlich geregelten Anspruch auf Entschädigung, wenn Anlagen abgeregelt werden müssen. Aber: Die Einspeisevergütung, die viele Jahre lang eine wichtige Säule für die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen war, wird nicht mehr in allen Fällen gezahlt. Vor allem bei negativen Strompreisen wird es künftig keine Vergütung mehr für eingespeisten Solarstrom geben. Betroffen seien neue Anlagen, die nach dem 25. Februar 2025 in Betrieb genommen wurden oder werden. Grundlage ist das sogenannte Solarspitzengesetz.
Die BD Solarpark GmbH und Co. KG hat laut Hitzek von der Bayernwerk Netz GmbH bereits die Zusage, dass der bestehende Einspeisepunkt des Solarparks „Am Wöllandanger I“ auch für die nun geplante Erweiterung genutzt werden kann. Der Baustart für Erneuerung und Ausbau des Umspannwerks (UW) Burglengenfeld sei innerhalb der nächsten fünf Jahre geplant. In Schwandorf liefen die entsprechenden Arbeiten bereits. Allein dafür würden 19 Millionen Euro investiert. Für Ponholz (Baubeginn 2027) rechnet man mit rund 15 Millionen Euro.