Nahtloser Übergang am Arnulfsplatz: Augenklinik Regensburg folgt auf Einrichtungshaus

Medizinische Einrichtungen ziehen stets in neuerbaute Zentren in der Peripherie mit massig Parkplätzen? Die Augenklinik Regensburg kommt dieser scheinbaren Gesetzmäßigkeit nicht nach.
Wenn mitten in der Altstadt auf einen Schlag 400 Quadratmeter Einzelhandelsfläche frei werden, schwebt oft das Schreckgespenst namens „langwieriger Leerstand“ über der Immobilie. Auch bei dem auf zwei Ladenlokale aufgeteilten Einrichtungshaus et sedia am Arnulfsplatz schien die Nachfolgersuche schwer zu werden. Doch weit gefehlt: Noch bevor zu Beginn dieser Woche der Auszug von et sedia abgeschlossen war, kündeten große Plakate in den Schaufenstern bereits von der Neuvermietung.
„Es ist die Augenklinik Regensburg“, verrät Immobilienmakler Christian Dischinger. Seit Jahresbeginn war er mit der Suche nach neuen Nutzern für die beiden Einheiten betraut und registrierte von Beginn an eine „gute Resonanz“. „Es war natürlich das Übliche dabei, also Dönerladen, Friseursalon und Nagelstudio“, sagt Dischinger. „Aber es gab auch Interessenten aus dem Bereich Einzelhandel, konkret eine Boutique und wieder ein Möbel-Anbieter. Eine Bank hat sich ebenfalls gemeldet.“
Den Zuschlag bekam schließlich die Augenklinik, die am Arnulfsplatz das gesamte Spektrum der Augenheilkunde anbieten und zudem ein Laserzentrum zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten direkt vor Ort etablieren will.
Eine bewusste Entscheidung
Aus diesem Grund übernimmt das Unternehmen beide Ladenflächen, und zwar langfristig. Der Mietvertrag hat eine Dauer von zehn Jahren, inklusive Verlängerungsoption von zweimal fünf Jahren. Der Makler ist damit genauso zufrieden wie seine Kunden: „Die Vermieter sind total happy über diese dauerhafte Lösung. Und für die Augenklinik stimmen Lage, Raumaufteilung und Preis- Leistungs-Verhältnis.“
Auf Außenstehende wirkt es dennoch überraschend, wenn eine medizinische Einrichtung eine große neue Niederlassung im Stadtzentrum eröffnet und diesen Standort einem neuerbauten Ärztezentrum in der Peripherie mit problemloser Erreichbarkeit per Auto und unbegrenzt vorhandenen Parkplätzen vorzieht. Sind nicht das die Kriterien, die in der Altstadt als Schwachpunkte identifiziert sind und deshalb als Erschwernisse für den dortigen Einzelhandel gelten? Warum lässt sich dann ausgerechnet eine Augenklinik mit bisweilen auch gehandicaptem Publikum hier nieder?
Das ist eine sehr positive Nachricht für den Arnulfsplatz und die Altstadt insgesamt.
Stephan Bergmann, Altstadtkümmerer
Das Unternehmen, das auf eine mehr als 100-jährige Historie in Regensburg zurückblicken kann, liefert klare Antworten auf diese Fragen: „Wir haben uns bewusst entschieden, unser Angebot mitten in der Altstadt zu erweitern, um moderne Augenheilkunde dort anzubieten, wo die Menschen leben und arbeiten“, teilt die Augenklinik mit. Neben der attraktiven Lage sei auch der ÖPNV-Anschluss am Arnulfsplatz ein Kriterium für die Anmietung der beiden Ladenflächen gewesen.
Eine wie auch immer geartete Scheu vor dem Stadtzentrum hat die Augenklinik bei ihrer Klientel von auswärts nicht diagnostiziert, ganz im Gegenteil: „Unsere Patienten aus dem Landkreis verbinden auch gerne einen Arztbesuch mit einem Besuch der Altstadt.“ Solche Worte hört Altstadtkümmerer Stephan Bergmann gern. „Das ist eine sehr positive Nachricht für den Arnulfsplatz und die Altstadt insgesamt“, sagt er zur direkten Neuvermietung der Flächen von et sedia.
Makler: Die Miete entscheidet
Die Nachnutzung als Augenklinik und Laserzentrum unterstreiche die multifunktionale Bedeutung und die zentrale Versorgungsfunktion der Altstadt weit über die Stadtgrenzen hinaus. Angebote aus dem Gesundheitssektor trügen ebenso zur Attraktivität des Standorts bei wie Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistung und Handwerk.
Auch Bergmann erwähnt die direkt vor der Tür vorhandene ÖPNV-Verbindung und stellt zudem fest: „Die sehr gute Erreichbarkeit und Anfahrbarkeit mit dem Pkw ist über die Parkgaragen am Arnulfsplatz und Bismarckplatz gewährleistet.“
Makler Dischinger kennt diese Vorzüge und zeigt sich von der Standortentscheidung nicht überrascht. „Die Leute sind nach wie vor bereit, in die Altstadt zu gehen – wenn die Bedingungen passen“, sagt er und nennt die alles entscheidende Bedingung: „Eine bezahlbare Miete.“