Von der Einsiedelei zur Touri-Attraktion: Klösterl-Eigentümer sagt, wie es um Kelheimer Lokal steht

Von Beate Weigert · 3. Juli 2025 um 15:00

Das Klösterl in Kelheim hat eine bewegte Vergangenheit. Seit dem 19. Jahrhundert steht es bei Urlaubern und Ausflügern hoch im Kurs. Seit Corona ist zu. Für einen besonderen Termin öffnet das Klösterl aber demnächst seine Pforten.

Die ehemalige Einsiedelei im Donaudurchbruch hat eine uralte Geschichte. Seit 2001 schreibt sie die Familie Riemann fort. In der kommenden Woche gibt es eine besondere Veranstaltung bei der das Klösterl nach langer Zeit einmal wieder im Mittelpunkt steht. Die Eigentümer verraten zudem, wie es um das beliebte Ausflugsziel steht.

Am Donnerstag, 10. Juli, bieten Kelheims Stadtarchivar Wolf Kulke und Franziska Jäger, die umweltpädagogische Leiterin des Nationalen Naturmonuments Weltenburger Enge eine besondere Führung. Dabei öffnet sich für angemeldete Teilnehmer nach 2019 einmal wieder die Tür zum Klösterl.

1803 wurde das Klösterl versteigert

Dieses ist nicht nur beliebtes Ausflugslokal. Zum Areal im Donaudurchbruch, das einst Franziskanermönche bewohnten, zählen auch die beeindruckende Felsenkirche und die Höhlen-Wohnungen der Einsiedler. Auch ein tragischer Aspekt jüdischer Geschichte ist mit dem Klösterl verwoben, weiß Wolf Kulke. Nach der Säkularisation 1803 wurde das Gelände versteigert und teils auch als Landwirtschaft genutzt.

Der Weg zum Klösterl ist für viele eine beliebte Ausflugstour. - Foto: Beate Weigert

Bereits im späten 19. Jahrhundert wurde das Klösterl mit dem zunehmenden Fremdenverkehr zu Befreiungshalle und Kloster Weltenburg zu einem beliebten Ausflugslokal und zum Ausgangspunkt für Zillenfahrten in den Donaudurchbruch. Mit dabei sein wird am Donnerstag auch Hausherr Hermann Riemann. Mit seiner Zustimmung war die Führung (s. Infostück) organisiert worden.

Überlegungen für 2025

Seit Corona ist die Ausflugswirtschaft geschlossen. 2023 hatte ein Spaßvogel „Zu verkaufen“ an die Tür gekritzelt. Die Eigentümer nahmen den Hinweis schnell wieder ab und erklärten, dass sie am Klösterl festhielten. Private, gesundheitliche Gründe verhinderten bislang eine Öffnung. Dieses Frühjahr habe die Familie über eine sporadischen Betrieb an Wochenenden nachgedacht. Doch dann ereilte Riemanns eine neue gesundheitliche Hiobsbotschaft, sagt der 67-Jährige. So dass auch nicht an einzelne Tage zu denken sei.

Seit Corona ist die Ausflugswirtschaft zu. - Foto: Beate Weigert

Im Jahr 2000 hatten Riemanns das Klösterl durch Zufall beim Kajakfahren entdeckt, erinnert sich Hermann Riemann. Ein Jahr später kauften sie das Areal von Anni Aukofer. Dass das Klösterl etwas ganz besonderes ist, wussten Riemanns schon damals. Die Historie motivierte einst auch zum Kauf. Doch immer öfter erfahre er weitere spannende Detail, sagt der Eigentümer. Und immer öfter suchten auch wissenschaftlich am Klösterl Interessierte den Kontakt, freut sich der 67-Jährige.

Die Führung am 10. Juli

• Unter dem Titel „Kultur in der Natur“ führen Franziska Jäger und Wolf Kulke Interessierte am Donnerstag, 10. Juli, 18 Uhr, zum und ins Klösterl. Anmeldung bis 9.7.: www.voef.de/naturerlebnis; Info-Tel. 0160/90623456

„Gruss aus Kelheim“: 1902 gab es diese Postkarte vom Klösterl. - Foto: Stadtarchiv Kelheim/Klösterl