Arbeitsmarkt in der Oberpfalz „weiter robust“ – teilweise deutliche Veränderungen

Von Gerd Otto · 1. Juli 2025 um 16:26

Bei der Arbeitslosenquote liegen die Oberpfalz und Niederbayern bayernweit weiter in der Spitzengruppe. Teils gab es in der Region aber deutliche Veränderungen – vor allem im Landkreis Cham.

„Wer jetzt arbeitslos ist, hat es schwer, eine neue Arbeit zu finden.“ Was Dr. Markus Schmitz als Chef der bayerischen Arbeitsagenturen mit Blick auf den gesamten Freistaat mit seinen über 305.500 Arbeitslosen artikuliert, trifft auch für Ostbayern zu. Obwohl die Oberpfalz mit aktuell 24.153 arbeitslos gemeldeten Personen und einer Quote von 3,6 Prozent sowie Niederbayern (28.028 Arbeitslose) mit 3,7 Prozent ihre Positionen hinter dem Spitzenreiter Schwaben (3,5 Prozent) auch im Monat Juni behaupten konnten, gab es in den einzelnen Regionen markante Veränderungen.

Arbeitslosenquote im Landkreis Cham deutlich gestiegen

Für den Landkreis Cham zum Beispiel berichtet der Leiter der Arbeitsagenturen Bad Kötzting und Cham, Wolfgang Kürzinger, von einer deutlichen Steigerung der Arbeitslosenzahlen gegenüber 2024 – von unter 1900 auf knapp 2300. In erster Linie verbergen sich dahinter die Auswirkungen von Betriebsschließungen beziehungsweise Insolvenzen der letzten Monate, was letztlich in einer um 0,6 Prozentpunkte auf drei Prozent erhöhten Arbeitslosenquote zum Ausdruck kommt.

Dennoch liegt der Landkreis Cham weiter vor dem Landkreis Schwandorf mit einer Quote von 3,4 Prozent. Aus Sicht von Siegfried Bäumler, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Schwandorf, sei der Arbeitsmarkt „weiter robust“, also durchaus aufnahmefähig für junge wie auch für ältere Beschäftigungssuchende. Stabil zeigt sich neben dem Landkreis Amberg-Sulzbach (Quote 3,4 Prozent) auch die Stadt Amberg. Hier liegt die Arbeitslosenquote mit 5,6 Prozent sogar auf Vorjahresniveau, was Geschäftsstellenleiterin Antonia Boxler angesichts der konjunkturellen und weltwirtschaftlich unsicheren Lage als „sehr erfreulich“ bezeichnet.

Landkreis Neumarkt weiter unangefochtener Oberpfälzer Spitzenreiter

Die höchste Arbeitslosenquote innerhalb der Oberpfalz verzeichnet die Stadt Weiden mit 6,3 Prozent. Weit über dieser Negativ-Marke liegen in Bayern die Städte Nürnberg und Aschaffenburg mit 7,4 Prozent, gefolgt von Hof (7,3 Prozent) sowie Coburg und Schweinfurt mit einer Arbeitslosenquote von 7,2 Prozent. Auf der anderen, der positiven Seite des Arbeitsmarktes in Bayern stechen insbesondere die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen und Donau-Ries mit der Spitzenmarke von 2,3 Prozent heraus, gefolgt von Günzburg, Roth und Unterallgäu mit 2,4 Prozent. Die niedrigste Arbeitslosigkeit in Niederbayern verzeichnet Straubing-Bogen mit drei Prozent, dagegen steht die Stadt Landshut mit 6,2 Prozent um einem glatten Prozentpunkt schlechter da als 2024. Während der Wirtschaftsraum Passau 6,1 Prozent für die Stadt und 3,3 Prozent im Landkreis aufweist, meldet Agenturchef Fred Gaida für den Arbeitsmarktbezirk Regensburg 12 637 Arbeitslose, was gegenüber 2024 ein Plus von 16 Prozent bedeutet.

Kam es in den Landkreisen Regensburg (3 Prozent) und Neumarkt als dem mit 2,7 Prozent weiter unangefochtenen Oberpfälzer Spitzenreiter, aber auch in der Stadt Regensburg (4,7 Prozent) zu durchschnittlichen Erhöhungen, so bedeuten die drei Prozent für den Landkreis Kelheim, dass hier sogar der Vorjahresstand behauptet wurde. Prinzipiell, so Fred Gaida, sollten die Betriebe angesichts der vielfältigen Herausforderungen noch stärker in Weiterbildung investieren.