Temperaturen bis zu 40 Grad: So kommen Sie gut durch die Hitzewelle

Knapp 40 Grad werden diese Woche in Bayern erwartet. Die heißen Temperaturen können für Menschen gefährlich werden und etwa einen Hitzschlag verursachen. Wir verraten Ihnen fünf Tipps, mit denen Sie die Hitzewelle gut überstehen und etwas abkühlen können.
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Extreme Hitze tut dem menschlichen Körper nicht gerade gut. Ein Sonnenstich und ein Hitzschlag sind nur zwei Beispiele für die Gefahren, die bei heißen Temperaturen drohen. Um medizinische Notfälle zu vermeiden, gibt es einige Tipps, um gut durch die Hitze zu kommen. Diese hat Dr. Margit Kollmer, Bezirksvorsitzende des Hausärzteverbands in Niederbayern, im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern erläutert.
1. Flüssigkeitshaushalt auffüllen
Bei heißen Temperaturen ist es wichtig, viel zu trinken. Durch die Hitze schwitzt der Körper deutlich mehr und verliert dadurch Flüssigkeit. Entsprechend muss man den Flüssigkeitshaushalt wieder auffüllen. Dazu gibt Dr. Margit Kollmer folgende Tipps:
• Täglich sollte man mindestens eineinhalb bis zwei Liter Wasser trinken. So lautet auch die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Bei heißen Temperaturen ist der Flüssigkeitsbedarf höher. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) rät bei besonders starker Hitze zu insgesamt drei bis vier Litern Wasser.
• Man sollte nicht erst dann etwas trinken, wenn man Durst hat. Das Durstgefühl signalisiert, dass ein Flüssigkeitsmangel bereits vorliegt, erklärt Kollmer. Die DGE empfiehlt, über den Tag verteilt immer wieder ein Glas Wasser zu trinken – auch wenn man nicht akut durstig ist.
• Greifen Sie vor allem zu Wasser, Tee ohne Zucker oder verdünnten Saftschorlen. Zuckerhaltige Getränke wie Limonaden oder Fruchtsaft sind nicht empfehlenswert.
• Auch wenn es bei den Temperaturen verlockend klingt: Statt zu eiskalten Getränken sollte man lieber zu lauwarmen oder kühlen Alternativen greifen.
• Alkohol zu trinken ist bei heißen Temperaturen keine gute Idee. Laut Deutschem Roten Kreuz belastet dieser den Kreislauf.
• Auch Lebensmittel mit hohem Wassergehalt helfen dabei, den Flüssigkeitshaushalt aufzufüllen. Dazu zählen beispielsweise Obst, Gemüse oder Salat. Auch sind Suppen eine gute Wahl. Allgemein sind leichte Mahlzeiten in kleinen Portionen empfehlenswert.
2. Aufenthalt in kühler und schattiger Umgebung
Bei warmen Temperaturen heizen sich auch die eigenen vier Wände auf. Empfehlenswert ist immer, sich an einem kühlen Ort aufzuhalten. „Bei heißen Temperaturen kann man sein Schlafzimmer auch vorübergehend in einen kühleren Raum oder in den Keller verlegen“, empfiehlt Dr. Margit Kollmer. Seine gesamte Wohnung oder sein Haus kann man mit verschiedenen Maßnahmen abkühlen – oder zumindest vermeiden, dass sich die Räume unnötig aufheizen:
• Man sollte dann lüften, wenn es draußen kühler ist als in der Wohnung. Das ist frühmorgens und nachts der Fall.
• Indem Räume abgedunkelt werden – etwa mit geschlossenen Jalousien und Vorhängen – bleibt es schattig und kühl. Balkone und Terrassen können mit Sonnenschirmen vor der prallen Sonne geschützt werden.
• Ein Ventilator erzeugt künstliche Luftbewegung. Die Luft bleibt dabei zwar heiß, aber der Luftzug wirkt kühlend auf der Haut.
• Auch eine Klimaanlage kann abkühlen, sofern sie denn vorhanden ist.
Wenn man doch nach draußen ins Freie geht, entkommt man der Hitze nicht unbedingt. Dennoch gibt es Möglichkeiten, wie man einem Hitzschlag vorbeugen kann:
• Nach Möglichkeit empfiehlt es sich, seinen Tagesablauf an die Hitze anzugleichen und nicht in der prallen Mittagssonne rauszugehen. Besonders zwischen 11 und 17 Uhr sollte man sich im Schatten oder in kühlen Innenräumen aufhalten.
• „Vermeiden Sie körperliche Anstrengung in der Mittagshitze“, rät Dr. Margit Kollmer. Dazu zählen Sport, aber auch Aktivitäten wie Gartenarbeit.
• Sonnenschutz ist obligatorisch bei den heißen Temperaturen. Neben Sonnencreme sollte man auch zu einer Kopf- und Nackenbedeckung greifen. So kann man sowohl einem Sonnenstich als auch einem Sonnenbrand vorbeugen.
• Von einem Aufenthalt in der prallen Sonne ist abzuraten.
3. Hitze-Dresscode
Auch die Kleidung kann dazu beitragen, dass die Hitze einem zu schaffen macht. Dicke, dunkle Stoffe etwa speichern Hitze. Entsprechend sollte man zu dünnen, hellen Kleidungsstücken aus Naturfasern greifen, empfiehlt Kollmer. Solche Kleidung ist in der Regel luftig und atmungsaktiv. Es eignen sich Stoffe wie Baumwolle oder Leinen. Auch Sport- und Funktionswäsche eignet sich an heißen Tagen, da sie Feuchtigkeit und Wärme nach außen abgibt. Enganliegende Kleidungsstücke aus Synthetikfasern verhindern die Luftzirkulation an der Haut.
4. Abkühlung zwischendurch
Wenn man merkt, dass es einem zu warm wird – trotz luftiger Kleidung und Maßnahmen, um die Wohnung abzukühlen –, kann man sich mit folgenden Methoden kurzfristig abkühlen:
• Mit einem Fächer oder Ventilator kann man sich Luft zufächern.
• Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich mit kühlem Wasser zu erfrischen – etwa mit einem kühlen Fußbad oder einem feuchten Tuch oder Waschlappen für das Gesicht oder den Nacken. Auch kann man sich kühles Wasser über die Unterarme fließen lassen oder direkt kühl oder lauwarm duschen.
• Eiskalte Duschen sollte man lieber sein lassen.
• Kühlende Lotionen und Sprays können kurzfristig gegen die Hitze helfen.
5. Auf Warnsignale achten
Bei heißen Temperaturen kann es schnell passieren, dass man doch überhitzt. Vor allem ältere Menschen, Kinder und chronisch Kranke sind besonders hitzeempfindlich und entsprechend gefährdet während einer Hitzewelle. Doch nicht nur sie, sondern auch gesunde Menschen sollten auf Warnsignale achten, die auf einen Hitzschlag hindeuten können. Dazu zählen Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Krämpfe, Fieber, Benommenheit und Verwirrtheit.
Sollten solche Symptome oder andere Kreislaufprobleme auftreten, sollte man so schnell wie möglich raus aus der Sonne und an einen schattigen Ort. Dort gilt es, den Körper wieder abzukühlen. Unter anderem sollte man beim Verdacht auf einen Hitzschlag sich hin- und die Füße hochlegen und viel Wasser trinken. Sollte sich der eigene Zustand nicht verbessern oder gar verschlechtern, sollte man sich ärztliche Hilfe suchen.