Brand in ehemaliger Gaststätte im Regensburger Westen: Drei Leichtverletzte, Ursache und Schadenshöhe unklar

Von Rainer Wendl · 25. Juni 2025 um 18:33

Eine enorme Rauchwolke hat am Mittwochnachmittag für Aufregung im Regensburger Stadtwesten gesorgt. Der Brand war zwar schnell unter Kontrolle, die Folgen für ein ehemaliges Wirtshaus aber dürften verheerend sein.

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Schreckmomente am Mittwochnachmittag im Stadtwesten: Um kurz nach 14.30 Uhr stand eine riesige Rauchwolke über dem Weinweg, über viele hundert Meter weit lag beißender Brandgeruch in der Luft. Ursache war ein Brand in der ehemaligen Gaststätte Dunnerkeil. Ein Großaufgebot der Feuerwehr hatte das Geschehen rasch unter Kontrolle, nennenswert Verletzte gab es nicht. Der noch nicht genauer bezifferbare Sachschaden dürfte im sechsstelligen Bereich liegen, außerdem musste aus Sicherheitsgründen der benachbarte Campingplatz vorübergehend evakuiert werden. Anwohnern wurde von der Polizei empfohlen, wegen der Rauchentwicklung Fenster und Türen geschlossen zu halten.

„Die Brandentwicklung war erst sehr schnell“, sagte vor Ort Polizeisprecher Alexander Schmitt über das weithin sichtbare Geschehen, das Augenzeugen in Angst und Schrecken versetzte.

Immense Rauchsäule

„Ich war gerade auf dem Rückweg von der Physiotherapie und hab mir gedacht ,Um Gottes Willen, das muss ja bei uns in der Nähe sein‘“, berichtete Anwohnerin Iris Kölbl aus der nahen Boessnerstraße. „Die Rauchwolke war enorm. Die war weitaus höher als die Hochhäuser am Weinweg.“

Steffi aus Straubing, die in der Regensburger Innenstadt arbeitet, war nach Feierabend gerade auf dem Weg zum Baden in der Donau. Auch sie sagte: „Diese Wolke war wirklich furchteinflößend. So riesig und schwarz – so etwas habe ich noch nie gesehen.“

Dem anfänglich dramatischen Anblick zum Trotz wurde der Einsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei recht bald zu einer Routineangelegenheit. Statt in große Höhen lodernder Flammen musste nur noch Glutnester in Schach gehalten und die Rauchentwicklung eingedämmt werden. Das Wichtigste konnte Schmitt bereits eine gute Stunde nach der Alarmierung vermelden: „Wir haben keine verletzten Personen. Auch im brennenden Gebäude war keine Person.“

Gegen Abend wurde diese Erstmeldung vom Polizeipräsidium Oberpfalz minimal korrigiert: Dort wurde von drei Leichtverletzten berichtet, die sich allesamt auf dem Campingplatz aufgehalten hatten. Eine Person erlitt einen Schock, zwei weitere klagten über Kopfschmerzen. Ob der Rauchgeruch oder die Hitze der Grund dafür war, ließ sich jedoch nicht zweifelsfrei eruieren.

Die vorsorgliche Räumung des Campingplatzes lief ungeachtet dessen geordnet ab. Die etwa 50 Urlauber mussten zwar bis 18 Uhr warten, bis sie wieder zurück durften – doch das nahmen sie in entspannter Grundstimmung gelassen hin. „Schade“, meinte ein Tourist aus den Niederlanden lapidar, als er über die Wartezeit informiert wurde, und fügte lachend hinzu: „Der Urlaub kann jetzt ja nur noch besser werden.“

Über die Brandursache konnte Schmitt am Mittwochnachmittag noch keine Auskunft geben. Einen Zusammenhang mit der zum Brandzeitpunkt herrschenden enormen Hitze wollte er folglich weder bestätigen, noch ausschließen. Belastbare Aussagen zur Schadenshöhe waren ebenfalls noch nicht möglich. „Das werden uns genauer anschauen, sobald der Brandort betreten werden kann von den polizeilichen Ermittlern,“ so Schmitt.

Völlig zerstört: das charakteristische Dach vom Dunnerkeil - Foto: Rainer Wendl

Für die im letzten Oktober geschlossene Gaststätte Dunnerkeil könnte der Brand jedenfalls der allerletzte Sargnagel gewesen sein. Die charakteristische Dachkonstruktion der Traditionskneipe wurde bei dem Feuer für jeden sichtbar massiv in Mitleidenschaft gezogen. „Ob man da noch was retten kann? Das war ja auch so schon alles alt und marode“, sinnierte ein Zaungast, der in der nahe gelegenen Kleingartenanlage auf das Feuer aufmerksam geworden war. „Schade, das war ein schönes Wirtshaus.“

Hat dort jemand gewohnt?

Dann erzählte der Mann noch von einer Beobachtung, die in stutzig gemacht hatte. „Heute früh habe ich Handtücher aus den Fenstern hängen gesehen da. Genau da, wo es jetzt gebrannt hat. Da wird doch nicht jemand schwarz vermietet haben?“ Ein anderer Passant stützte diesen Verdacht: „Ich gehe hier täglich vorbei. Da haben definitiv Leute gehaust.“

Auch über dieses Gerücht werden die Ermittlungen Aufschluss geben. Offiziell war das Gebäude seit dem Aus der Wirtschaft unbewohnt.