Ein Bett im Kornfeld ist frei – irgendwo norwestlich von Regensburg

Ist es Weizen oder ist es Roggen, das hier irgendwo im Nirgendwo im Sommerwind wogt? Autor Felix Jung über eine idyllische Begegnung mit einem Bauern und seinem Fendt im Nordwesten des Landkreises Regensburg.
Schlageronkel Jürgen Drews hätte seine wahre Freude. Ich summe „Ein Bett im Kornfeld“ vor mich hin, während wir einen Flurweg irgendwo im Nordwesten beschreiten. Doch noch ist nicht so richtig Sommer und es duftet momentan auch nicht nach Heu, obwohl das in diesem Hit vorkommt. Wir müssen uns gedulden. Das Getreidefeld ist noch grün, wenn man genau hinsieht, ist ein blauer Schimmer dabei. Weizen oder Roggen?
Wir sind uns nicht sicher. Ein Bauer auf einem Traktor kommt uns entgegen. Den fragen wir kurzerhand. Ein Hybrid, erklärt er. Eine Kreuzung. Ist widerstandsfähiger, sagt er. Alles bio? Seine Faustformel übersetzt lautet: Je perfekter das Feld ausschaut, um so konventioneller. Dann kommt er schnell auf sein Gefährt, auf dem er sitzt, zu sprechen. Ein Fendt. Vermutlich ein sogenanntes Dieselross. Wiehern tut es nicht, sondern es rattert unaufhörlich im Zweitakt. Er ist sichtlich stolz darauf – auch auf seine Felder. Zurecht. Der Oldtimer muss bewegt werden, stellt er fest. Wir recken die Daumen hoch.
Wir fragen uns später, ob das Kornfeld im Hochsommer, wenn es golden ist, tatsächlich immer frei ist, wie Drews behauptet. Auch wenn uns dann die Sterne sowieso leuchten, wie es weiter heißt, wir sollten eines nie vergessen: Wir sind nur Gast in der Natur.