Wo der Pfau zuhause war – von Bausünden, historischen Straßen und Häusern in Regensburg

Von Felix Jung · 20. März 2025 um 09:00

Ist man in der Regensburger Altstadt unterwegs, sieht man nicht sofort hinter die Kulissen – was sich da alles verbirgt, etwa in der Gasse neben dem Kaufhof...

Alle reden momentan über den Kaufhof-Komplex, lasst uns heute mal ausnahmsweise über die Pfauengasse sprechen, dort, wo das 70er-Jahre-Gebäude angrenzt. Es war einst eine ziemlich coole Straße, die direkt zu unserem Dom führt (Foto: Felix Jung).

Benannt ist sie nach der ehemaligen Gaststätte Zum Goldenen Pfau (1575 ). Noch früher hieß sie Taubengasse. Und jetzt wird es kurios: Seit dem Mittelalter gab es dort eine dem Heiligen Geist geweihte Kapelle, dessen Symbol, die Taube, wahrscheinlich an der Außenfront angebracht war. Apropos: In Hausnumero 2, einem ehemaligen Domherrenhof, ist die Hauskapelle Maria Läng, ein barocker Saalbau mit Kreuzgratgewölbe (1675), erhalten. Sie beherbergt eine Figur, die die Muttergottes „in ihrer wahren Länge“ darstellen soll.

Auf den paar Metern dieser Gasse ist in der Regensburger Denkmalkarte weiter Erhaltenswertes gelistet, etwa ein Keller aus dem 12./13. Jahrhundert im Haus der Emmeram-Apotheke (1737). Zum Glück gibt es mittlerweile ein Denkmalschutzgesetz. Leider kam es beim Bau des Horten-Kauhauses zu spät. Viele historische Häuser ringsum machte man platt. Gut, dass wir nun besser unser Kulturerbe zu bewahren versuchen.

Vieles ist nachzulesen bei Karl Bauer in seinem umfassenden Populär-Standardwerk über Regensburg. Zu schwere Kost? Dann probieren Sie doch eine der unterschiedlichen Führungen in unserer Stadt aus. Sie werden wie ich immer wieder aufs Neue staunen.