FDP-Landesparteitag in Amberg: Liberaler Neustart mit Oberpfälzer Note

Von Christine Schröpf · 26. Juni 2025 um 05:00

Beim FDP-Landesparteitag in Amberg stehen auch Christoph Skutella und Nils Gründer zur Wahl. Ihr Ziel: das Comeback der Liberalen im Freistaat.

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Bei der personellen Neuformation der bayerischen FDP nach dem Bundestags-Aus bewerben sich am Wochenende beim Landesparteitag in Amberg zwei Oberpfälzer um exponierte Vorstandsposten: Der frühere Weidener Landtagsabgeordnete Christoph Skutella – schon bisher Generalsekretär der Partei – hat beste Chancen das weiter zu bleiben. Der Münchner FDP-Stadtvorsitzende Michael Ruoff, der im Rennen um den Landesvorsitz soeben bei der Mitgliederbefragung siegreich gewesen ist, war mit ihm im Tandem angetreten. Beide dürften bei den Wahlen am Samstag von den Delegierten offiziell bestätigt werden – auch wenn die Liberalen in der Vergangenheit bei Abstimmungen immer mal für Überraschungen gut gewesen sind.

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Skutella deutet das humorvoll positiv um: „Die FDP ist immer basisdemokratisch unterwegs.“ Neben ihm macht der frühere Neumarkter Bundestagsabgeordnete Nils Gründer seiner Partei ein Personalangebot. Er möchte stellvertretender Landesvorsitzender werden. Das führte in der Konsequenz zum Rückzug des Oberpfälzer FDP-Bezirkschefs und früheren Regensburger Bundestagsabgeordneten, der das Amt seit 2019 innehatte. Wegen des Regionalproporzes wären gleich drei Oberpfälzer im engen Führungskreis sicher nicht durchsetzbar gewesen. Die Regelung sei im beiderseitigen Einvernehmen erfolgt, sagt Gründer. Der Bezirksvorstand hatte den 28-Jährigen am vergangenen Sonntag nominiert. Lechte – übrigens seit 2000 in unterschiedlichen Funktionen fast ununterbrochen im Landesvorstand, zieht sich im Gremium nun in die zweite Reihe zurück. „Ich bin als Bezirkschef eh kooptiertes Mitglied im Landesvorstand.“

„Vom behäbigen Parteigedanken trennen“

Die bayerischen Liberalen sind aktuell weder im Bundestag noch im Landtag vertreten. Gründer tritt an, um verloren gegangene Wähler zurückzuerobern und neue Zielgruppen zu erschließen. Voraussetzung für ein Comeback seiner Partei seien nicht nur neue Gesichter, sondern auch neue Inhalte, sagt er. Es brauche bessere Antworten auf die Fragen der Zeit – etwa auf die Sorge junger Menschen, „dass man es nicht schafft, aus eigener Tasche Eigentum aufzubauen oder eine Familie zu versorgen“. Skutella hat ein Update der Strukturen im Blick, mit viel niederschwelligen Mitmach-Optionen. „Wir müssen uns vom behäbigen Parteigedanken trennen, die FDP als Bewegung verstehen.“