Die Bahn saniert zwei wichtige Regensburger Strecken – was bedeutet das für die Stadt?

Von Juliana Ried · 25. Juni 2025 um 05:00

Die Strecke Nürnberg-Regensburg macht in der ersten Jahreshälfte 2026 den Anfang: Sie kommt bei der Generalsanierung von sieben Bahnstrecken in Bayern bis 2030 als Erstes dran, wie die Bahn vor gut einem Jahr mitgeteilt hatte. Sie wird dafür fünf Monate lang komplett gesperrt. Im zweiten Halbjahr 2026 soll die Generalsanierung zwischen Obertraubling und Passau folgen. Die Grünen im Regensburger Stadtrat fragten am Dienstag im Planungsausschuss nach, was die Baustellen genau für Regensburg bedeuten.

Sie wollten wissen, welche Auswirkungen sich aus der Sperrung und dem dadurch notwendigen Schienenersatzverkehr (SEV) im Stadtgebiet ergeben: ob es Änderungen im öffentlichen Nahverkehr geben wird, wo SEV-Haltestellen eingerichtet werden, inwieweit sich Verkehrs- und Fahrgastströme voraussichtlich verändern werden und wie die Stadt darauf reagiert, um negative Auswirkungen zu minimieren. Außerdem verlangten sie Auskunft, inwieweit Barrierefreiheit in den Planungen des Ersatz- und Umgehungsverkehrs berücksichtigt wird. Das sei für ein adäquates Ersatzangebot nötig.

Es stellte sich allerdings heraus, dass auch die Stadtverwaltung noch nicht weiß, was auf Regensburg zukommt. Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) erklärte, dass für den Schienenersatzverkehr die Deutsche Bahn zuständig sei. Dabei werde sie versuchen, „die Auswirkungen auf die Fahrgäste bezüglich der Sperrungen so gering wie möglich zu halten“, Barrierefreiheit und kurze Wege sowie Umsteigezeiten seien Grundvoraussetzungen beim SEV.

Konkrete Informationen gibt es erst gegen Jahresende

Nachrichten dazu würden auch auf der städtischen Internetseite zu finden sein. „Die Deutsche Bahn AG hat uns aber gesagt, dass sie vermutlich erst Ende des Jahres ganz konkrete Informationen dazu anbieten kann“, sagte die OB, nämlich zu Fahrplan und Haltestellen. In den nächsten Wochen gebe es Testfahrten für den SEV. Im Herbst beginne die Bahn mit der aktiven Kommunikation, vorher erhalte die Stadt einen exklusiven Einblick.

Auf Nachfragen der Grünen-Stadträte Maria Simon und Hans Teufl konkretisierte die OB, die Haltestellen für den SEV würden sich in etwa dort befinden, wo jetzt die Ersatz-Busse nach Schwandorf losfahren – direkt am Bahnhof. In der Regel würden im SEV auch weitere Bahnhöfe, in Regensburg betrifft das etwa Prüfening, angefahren. Im Regensburger Bussystem werde sich nichts ändern.

Florian Rottke (Brücke) fragte, ob sich im Rahmen des SEV die für 2027/2028 geplante Reaktivierung des Haltepunkts Walhallastraße im Stadtnorden vorziehen lasse und man „so kürzere Wegebeziehungen etabliert“. Maltz-Schwarzfischer antwortete: „Ich glaube, so innovativ ist die Bahn nicht unterwegs.“ Die sei gut damit beschäftigt, genügend Busse und Fahrer zu bekommen. Dennoch sagte die OB: „Wir können mal anfragen, ob so etwas denkbar wäre.“