Continental-Abspaltung: Neuer Zulieferer Aumovio stellt Ziele und Strategie vor

Bereits im September soll die Autotechniksparte von Continental als eigenständiges Unternehmen an die Börse. Am Dienstag hat der Geschäftsbereich nun die Ziele und die Strategie für den geplanten Zulieferer Aumovio vorgestellt. Unter anderem der Umsatz soll um über 20 Prozent steigen. Zuvor hatten die Conti-Verantwortlichen den Verkauf einer weiteren Sparte bestätigt.
Im vergangenen Jahr erzielte der vor der Abspaltung stehende Autotechnikbereich einen Umsatz von 19,6 Milliarden Euro. Langfristig soll dieser Wert einer Mitteilung zufolge auf 24 Milliarden Euro steigen. Aumovio will dabei auf „seine globale Aufstellung in Entwicklung und Produktion, weltweit etablierte Kundenbeziehungen sowie einen klaren Fokus auf wachstumsstarke und wertsteigernde Technologien für das softwaredefinierte Fahrzeug“ setzen, wie Continental mitteilt. Mittelfristig strebe man einen Umsatz von 20 bis 22 Milliarden Euro an.
In den vergangenen Jahren galt die Automotive-Sparte allerdings als Sorgenkind des Konzerns. Der Mitteilung zufolge ist der Geschäftsbereich nun aber auf dem richtigen Weg: „Die in den vergangenen zwei Jahren gestarteten und konsequent umgesetzten Transformationsprogramme haben bereits wesentlich zu Ergebnisverbesserungen beigetragen.“ Langfristig ziele man auf eine Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern von sechs bis acht Prozent ab, mittelfristig solle der Wert bei vier bis sechs Prozent liegen – zum Vergleich: Im Vorjahr wurden hier nur lediglich 2,5 Prozent erzielt.
Regensburg und Ingolstadt: Aumovio „bereit für Börsendebüt“
„Wir sind bereit für unser Börsendebüt im September“, sagte Philipp von Hirschheydt, künftiger Vorstandsvorsitzender von Aumovio. Das neue Unternehmen habe eine „klare Strategie für Wertsteigerung“ und sei „gerüstet für die Herausforderungen im Markt“.
Die Strategie von Aumovio gliedert sich laut Mitteilung in drei Ziele: So solle der Zulieferer „mit zukunftsfähigen Produkten eine marktführende Position einnehmen“, beschreiben die Verantwortlichen den ersten Punkt. Bereits jetzt würden Produkte mit einer globalen Top-Drei-Marktposition mehr als 80 Prozent des Umsatzes ausmachen. Den Anteil wolle man weiter ausbauen, heißt es weiter.
Das zweite Ziel ist die Transformation Aumovios zu einer „High-Performance-Organisation“. Der Pressemeldung des Unternehmens zufolge bedeute das unter anderem, das eigene Portfolio weiter zu optimieren, Prozesse zu verbessern sowie Kosten zu senken. Die Überzeugung, die eigenen finanziellen Ziele zu erreichen, sei das dritte Ziel, heißt es weiter. Damit wolle man nachhaltig Wert für die künftigen Aktionärinnen und Aktionäre von Aumovio schaffen.
Aumovio wird laut Mitteilung „ein breites Portfolio an Sensorlösungen, Displays, Brems- und Komfortsystemen sowie umfassende Expertise in Software, Architekturplattformen und Assistenzsystemen für vernetzte und autonome Mobilität“ anbieten. Teil des neuen Unternehmens werden auch die beiden großen Continental-Standorte Regensburg und Ingolstadt, wo unter anderem Hochleistungsrechner, Beschleunigungssensoren oder Radarsysteme hergestellt werden.
Continental trennt sich nicht nur von Automotive
Bereits vor der Vorstellung der Ziele und der Strategie von Aumovio hatten die Continental-Verantwortlichen eine weitere wichtige Neuerung für den Konzern bestätigt: Der Reifenhersteller trennt sich auch von seiner Sparte ContiTech, in der das Geschäft mit Kunststoff- und Kautschuklösungen für die Industrie gebündelt ist. Conti-Vorstandsvorsitzender Nikolas Setzer hatte das bereits bei der Hauptversammlung im April angedeutet. Nun ist laut aktueller Mitteilung ein Verkauf im Jahr 2026 geplant – vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrates.