Vier Löschzüge verhindern Brand im Gebhardt Holz-Zentrum im Industriegebiet Cham

Einen Brand im Holzzentrum Gebhardt im Industriegebiet Michelsdorf haben die Feuerwehren mit einem schnellen Großeinsatz verhindert. Nach ersten Ermittlungen wurde das Feuer im Inneren der Dachkonstruktion des Ausstellungsgebäudes ausgelöst, als eine Dachdeckerfirma dort Bitumenschweißbahnen zur Abdichtung aufbrachte.
„B4“ lautete die Alarmierung am Dienstag um 9.30 Uhr – also ein Brand, bei dem mehr als vier Löschzüge erforderlich sind. Allerdings war die Erstalarmierung durch die Brandmelde-Anlage (BMA) im Holzzentrum Gebhardt ausgelöst worden. Solche BMA-Alarmierungen sind ab und zu unzuverlässig. „In diesem Falle bekamen wir aber kurz darauf eine Bestätigung der Dachdecker, als wir auf der Zufahrt waren“, berichtete der Chamer Kommandant Markus Reittinger, der als Einsatzleiter zu diesem Zeitpunkt bereits mit Blaulicht auf der Anfahrt war.
100 Mitarbeiter evakuiert
Rettungsdienstleiter Dominik Lommer, der den Brandeinsatz mit den Besatzungen von zwei Rettungsfahrzeugen absicherte, lobte die schnelle Reaktion der Firma: „Die rund 100 Mitarbeiter waren schon in die vorgesehenen Außenanlagen evakuiert, als wir eintrafen.“ Das sei einer der Gründe gewesen, warum es bei dem Brand keine Verletzten und keine Rauchvergiftungen gegeben habe.

Schnell stellte sich heraus, dass das größte Problem die lange, schlauchartige Anfahrt zum Holzzentrum werden würde. Deswegen entschied die Einsatzleitung, dass ein Großteil der Einsatzfahrzeuge auf dem Ensinger-Parkplatz einen Bereitstellungsraum beziehen sollte.
Brand unter der Abdeckung
Zur Brandbekämpfung wurden Atemschutz-Trupps ins Gebäude geschickt, und von der Drehleiter aus wurde gemeinsam mit den Dachdeckern die Holzkonstruktion auf der Ausstellungshalle geöffnet. Dort entnahm die Feuerwehr unter anderem einen brennenden Balken, der abgelöscht wurde. Nach der Öffnung der Holzabdeckung wurde der Brandherd sichtbar und konnte abgelöscht werden.
Auf der Anfahrt kam schon die Bestätigung, dass es im Holzzentrum tatsächlich brennt.
Markus Reittinger, Chamer FFW Kommandant und Einsatzleiter
Chams stellvertretender Polizei-Chef Marco Müller teilte mit, dass die Inspektion gemeinsam mit Brandfahndern der Kripo Regensburg die Ermittlungen übernommen habe. Die Fahnder waren unmittelbar nach Brandausbruch vor Ort, weil sie zufällig in der Inspektion gerade Vernehmungen durchführten.
Bitumen-Schweißarbeiten als Ursache
Nach ersten Erkenntnissen der Polizei haben Schweißarbeiten an Bitumenbahnen zu dem Brand geführt. Offensichtlich entstand beim Aufbringen der Abdichtung in der Dachkonstruktion große Hitze und ein Balken begann zu brennen. Der Brand hatte sich zunächst offensichtlich unter der Holzabdeckung unbemerkt ausbreiten können und wurde möglicherweise durch den Wind noch angefacht.
Gegen 10.15 Uhr konnten die Arbeiter wieder in die vom Brand nicht betroffenen Teile des Holzzentrums zurückkehren. Die Feuerwehr führte Schadstoffmessungen im Ausstellungsbereich durch und setzte Drucklüfter ein, um den Rauch aus dem Gebäude zu drücken.
Fahrlässige Brandstiftung?
Gegen 11 Uhr rückten die letzten Reste der 150 ausgerückten Einsatzkräfte wieder ein. Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr ist der Schaden auf nur 5000 Euro begrenzt. Die Polizei ermittelt gegen einen 49-jährigen Arbeiter wegen fahrlässiger Brandstiftung.
