Tückisch: Unsichtbarer Waldbrand im Boden bei Cham führt zu langem Feuerwehreinsatz

Es brennt ohne Rauch und Flamme. Der Einsatzort nahe Obernried im Landkreis Cham ist am Samstag für die Feuerwehr schwer zu finden. Man sieht ihn nicht. Keine Rauchsäule steht über den Wäldern, keine Feuerschein weist den Weg. Der Einsatz ist tückisch und langwierig: Es brennt aus unerfindlichen Gründen im Waldboden.
Gegen 12.44 Uhr schlägt ein Zeuge Alarm: Es riecht penetrant nach Feuer in dem Waldstück 300 Meter unterhalb des Waffenbrunner Ortsteils Obernried. Der Waldboden ist heiß und es kräuselt immer wieder leichter Rauch unter den Granitsteinen heraus, die dort überall verstreut liegen. Zunächst rücken die Feuerwehren Balbersdorf, Geigant, Willmering und Döfering an. Später werden auch noch Katzberg und Waffenbrunn nachalarmiert.
Die Kleinen und Wendigen
Schnell zeigt sich, dass an diesem Tag die Kleinen und Wendigen die Schlacht schlagen werden und die Zusammenarbeit mit den Landwirten Gold wert ist. Das UTV, das Utility-Vehicle, ein speziell ausgerüstetes Quad mit Löschmitteln für den Schnelleinsatz im Gelände beweist an diesem Tag erneut seinen Wert. „Manche haben geglaubt, da hat die Feuerwehr ein neues Spielzeug. Aber der Wert hat sich in den Waldbränden schnell erwiesen“, sagt der Obernrieder Kommandant Josef Maier.

„Es ist auf jeden Fall alles seltsam hier“, sagt ein Feuerwehrmann. Und auch die Polizei Cham nimmt den Vorfall zwar auf und bestätigt erste Ermittlungen, kann aber keine Brandursache finden. Hitze und Trockenheit sind die derzeit einzigen Erklärungen.
Waldbesitzer: „Wieso sollte es hier brennen?“
Der Waldbesitzer hat gerade erst 190 Festmeter Käferholz aus der Brandfläche geschnitten und neu angepflanzt. Er trauert und findet es unerklärlich: „Wieso sollte es hier einfach brennen. Ich verstehe das nicht. Vor 20 Minuten waren wir noch hier...“
Manche haben geglaubt, mit dem Quad, da hat die Feuerwehr ein neues Spielzeug. Aber der Wert hat sich in den Waldbränden schnell erwiesen.
Josef Maier, Kommandant der FFW Obernried, über den Wert des neuen UTV (Utility Vihicle),
Zu Beginn wechseln sich die Fahrzeuge der Feuerwehren bei der Löschwasserzuführung ab. Dann stellt die Feuerwehr einen fünf Kubikmeter-Behälter auf, den der Lohnunternehmer Dietl immer wieder aus einem 25 Kubikmeter-Tank befüllt, den er mit einem riesigen Fendt immer wieder über einen steilen Waldweg hinauf zur Obernrieder Dorfmitte zieht um ihn dort aus dem Löschweiher zu füllen. „Da zeigt sich wieder der Wert einen solchen großen Löschweihers“, sagt Komandant Maier.
Es dauert bis gegen 17 Uhr. Dann neigt sich die Waagschale langsam zugunsten der Feuerwehr, die seit Stunden im dichten Unterholz bei 29 Grad im Schatten Stellen ablöscht, aus denen Hitze aufsteigt. Immer wieder kräuseln kleine Rauchfahnen aus den Zischenräumen der aufeinanderliegenden Granitsteine heraus. „Das wird uns hier noch eine ganze Weile beschäftigen“, ahnt Kommandant Maier, während Feuerwehrmänner mit Hacken die Steinhaufen auseinanderreißen, um darunter wässern zu können.
Ein langer Einsatztag
Auf einer Fläche von fast 500 Quadratmetern ist der Boden inzwischen schwarz und glitschig. Die Wehrmänner müssen immer wieder die ölig-schwarz glänzenden Schläuche neu um die Bäume herum verlegen um an Glutnester heranzukommen. Die Feuerwehr wird den Brandort im Auge behalten und am Sonntagmorgen noch einmal nachsehen, ob noch Reste irgendwo glimmen
