Wie die Stadt Cham mit einem Mega-Projekt ihre Wasserversorgung sichert

Von Johannes Schiedermeier · 19. Juni 2025 um 11:00

Die Stadt Cham investiert Millionen, um die Trinkwasserversorgung ihrer Bürger abzusichern. Hinter einer kleinen Bauvoranfrage im Bauausschuss versteckt sich nun der größte Hochbehälter, den die Stadtwerke je errichtet haben. Wie deren Leiter Stefan Raab mitteilt, wird er 3000 Kubikmeter fassen.

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Um einen Begriff von der Größenordnung zu bekommen: Der kürzlich fertiggestellte Hochbehälter neben dem Ehrenhain auf dem Katzberg fasst 2000 Kubikmeter Trinkwasser. Nun wollen die Stadtwerke den 150 Kubikmeter fassenden Altbehälter in Katzbach abreißen und ihn durch einen riesigen Neubau ersetzen: Er soll die genannten 3000 Kubikmeter fassen.

Wieso diese Ausmaße?

Wieso sind die Ausmaße in den letzten Jahren so gigantisch geworden. Immerhin hat das Bauwerk auf dem Katzberg rund vier Millionen Euro gekostet. „Der neue Behälter ist Teil eines Ringschlusses“, sagt Stadtwerkeleiter Stefan Raab. Die Stadt wird die neuen Hochbehälter in Chammünster und auf dem Katzberg mit dem neuen Reservoir in Katzbach verbinden. „Dieser Ringschluss sichert zukunftsfähig die Versorgung der Stadt und ihrer Bürger mit Trinkwasser“, sagt Raab.

Noch hat der Bauausschuss nur die Bauvoranfrage befürwortet und an das Landratsamt weitergeleitet. Sie sieht eine Holzverschalung vor wie auf dem Katzberg. Momentan stehen im Plan zwei Behälter mit je 1500 Kubikmeter Fassungsvermögen. „Vielleicht bauen wir auch drei Tanks mit je 1000 Kubikmetern, das ist noch nicht endgültig raus“, sagt Raab. Es ist noch einiges vorher zu erledigen, denn auch der Kauf des Grundstücks liegt noch beim Notar.

Ein Teil des Grundstücks ist Biotop

Raab ist sich seiner Sache insgesamt aber recht sicher, weil die Versorgungssicherheit mit Trinkwasser für die Chamer Bürger ein hohes Gut ist. Er weiß aber auch, dass er die Dimensionen des Bauwerks nicht verstecken können wird. „So ein Bau wird sich natürlich nicht einfach in die Landschaft ducken“, so Raab.

So ein Bau wird sich natürlich nicht einfach in die Landschaft ducken..

Stefan Raab, Leiter der Chamer Stadtwerke

Trotzdem werden sich die Stadtwerke wie auf dem Katzberg um eine möglichst unaufdringliche Einbettung in die Landschaft bemühen. Neben der Holzbauweise soll es ein Satteldach geben, eine Eingrünung mit Bäumen und Büschen sowie eine Anböschung. Außerdem verspricht der Stadtwerkeleiter, dass – wie auf dem Katzberg – das Gelände rund um den neuen Hochbehälter in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde aufgewertet werden soll. Teile des beabsichtigten Grundstückes sind als Biotop kartiert.

Vorbild: Die Renaturierung am Ehrenhain

Neben dem Ehrenhain haben die Stadtwerke – vom Landesbund für Vogelschutz unterstützt und belobigt – aus dem alten Hochbehälter ein Quartier für Fledermäuse und Amphibien geschaffen. Nach dem Ende des Baus 2024 wurde zusätzlich eine Streuobstwiese angelegt.

Der alte Hochbehälter in Katzbach sei aufgrund seines Alters und Zustandes nicht mehr wirtschaftlich zu sanieren, begründen die Stadtwerke. Die Stadt Cham sei in der Zwischenzeit sehr gewachsen, so dass auch das Fassungsvermögen nicht mehr zeitgemäß sei.

Trotzdem in erheblicher Eingriff

Trotzdem wird es ein erheblichen Eingriff in die Landschaft werden. Allein die Außenmaße des Gebäudes betragen 26 mal 47 Meter. Es wird an der Traufe (ohne Giebel) bis zu zehn Meter hoch sein. Die beiden Edelstahlbehälter im Inneren sollen nach dem momentanen Plänen im Vorbescheidsantrag 19 Meter Durchmesser haben und rund sechs Mieter hoch sein.

Außerdem benötigen die Stadtwerke eine 3,50 Meter breite Zufahrt, in der zahlreiche Leitungen verlegt werden müssen: Wasser, Kanal, Strom und Glasfaser. Außerdem müssen auf den Grundstücken in der Gemarkung Loibling teilweise Bäume gefällt werden.

Dann folgt der Ringschluss

Wenn der neue Behälter steht, wird nach Auskunft von Stefan Raab die 60 Zentimeter-Wasserhauptleitung aus Piendling verzweigt und verbindet dann den Hochbehälter mit dem Wasserreservoire in Chammünster, das ebenfalls von dort versorgt wird. Der Hochbehälter auf dem Katzberg wird von Quellen im Bereich Grafenkirchen gespeist. „der Ringschluss ermöglicht dann bei Problemen zumindest eine zeitweise Überbrückung“, so Raab.