In Bad Kötzting werden Fahrzeuge mal anders an die Käufer gebracht: Mit dem Hammer

Andreas Huber erinnert sich noch gut an das erste Auto, das er über das Internet verkauft hat. Das war im Jahr 2002: „Ein Fiat Multipla mit Erdgasantrieb an einen englischen Polizisten aus Hannover“, sagt er und lacht. An diesem Verkauf sei alles ein wenig kurios gewesen, aber es war der Startschuss für das Autohaus auf dem Weg zu neuen Märkten, die eben weltweit funktionierten.
Seitdem kauft Huber EU-weit Fahrzeuge zwischen Finnland und Südosteuropa, stellt sie bei sich auf die Fläche neben der Hauptverbindungsstraße zwischen Furth im Wald und Cham und sucht im Internet nach Abnehmern. Ein Geschäft, das den überwiegenden Teil seither ausmache.
Über 75 Jahre im Geschäft
Als das Unternehmen im vergangenen Jahr 75-jähriges Bestehen feiern konnte, sei ihm nach über 20 Jahren der Gedanke gekommen, dass es wieder einmal Zeit wäre, etwas Neues auszuprobieren. Denn: So bewährt sich das Geschäft über Landesgrenzen hinweg auch entwickelt habe, fehle ihm ein wenig der Bezug zu den Kunden vor Ort.
Am 5. Juli soll sich das aber ändern. Denn an diesem Tag will Huber gemeinsam mit Andreas Rötzer an einem Tag so viele Autos an die Frau oder den Mann bringen, wie das wohl in der Region noch nicht der Fall gewesen sein dürfte. Rötzer ist Auktionator und kommt aus Regensburg. Gemeinsam mit Andreas Huber und seinem Verkäufer Patrick Krüger will er eine große Autoauktion auf die Beine stellen. Geplant ist, zwischen 50 und bis zu 100 Fahrzeuge – vom Mittelsegment bis zur Oberklasse – zu verkaufen.
Für das Autohaus ein neues Segment, das erschlossen werden soll, und zugleich auch der Versuch, die große Fläche, die seit Jahren „nur“ mit bis zu über 100 Autos belegt ist, als Marktplatz in den Mittelpunkt zu rücken, sagt Andreas Huber. Er sieht in dieser ersten Auktion für ihn – zumindest als Veranstalter, denn als Kunde sei er schon auf einigen gewesen – auch eine Möglichkeit, den Platz weiterzuentwickeln.
Wie läuft eine Auktion ab?
Was sich die Kunden am Tag der Auktion, dem 5. Juli, ab 10 Uhr so vorzustellen haben, erklärt Auktionator Andreas Rötzer: Auf der Fläche wird ein kleines Festzelt aufgebaut, an dem im Fünf bis Zehn-Minutentakt die Fahrzeuge an den Interessenten vorbeifahren werden. Zwischendrin wird Gstanzlsänger Josef „Bäff“ Piendl für Unterhaltung sorgen, und natürlich wird es für die Besucher der Auktion auch schon vorab einen Katalog geben, mit dem sich jeder über die Modelle informieren kann. Wobei es bei den Modellen natürlich immer wieder kleinere Unterschiede in der Ausstattung geben werde, wie Verkäufer Patrick Krüger sagt.

Mit den jeweiligen Besonderheiten wird auch der Mindestpreis des Fahrzeugs bekanntgegeben, der zum Start geboten werden muss. Das passiert übrigens so, wie man es auch aus Filmen kennt: Jeder Bieter bekommt ein Schild mit einer Nummer, mit dem er oder sie anzeigen, dass sie auf ein Fahrzeug bieten, das Andreas Rötzer gerade anbietet.
Der Preis steigert sich dabei in 100-Euro-Schritten. Das Alter der Fahrzeuge werde in etwa zwischen Tageszulassung und bis zu sechs Jahre alten Autos liegen, sagt Andreas Huber: „Es soll ja auch schließlich für jeden etwas dabei sein.“
Geld müssten die künftigen Käufer an diesem Tag übrigens nicht mitbringen, sagt Andreas Rötzer, da bei der Auktion nur auf Rechnung verkauft werde. Lediglich gültige Ausweispapiere seien vorab notwendig. Das bedeute aber auch, dass an diesem Tag noch niemand mit seinem erworbenen Auto werde vom Hof fahren können. Das darf sich erst abholen, wer auch die Rechnung dafür bezahlt hat.
Die Auktion
■ Ort: Autohaus Huber an der Westsiedlung in Bad Kötzting
■ Beginn: 10 Uhr mit Festzeltbetrieb und Vorstellung der Fahrzeuge sowie mit Unterhaltung durch Josef „Bäff“ Piendl
■ Ablauf: Zwischen 50 und 100 Fahrzeuge werden an diesem Tag zum Verkauf angeboten. Geboten wird in 100-Euro-Schritten. Bezahlt wird nicht bar, sondern auf Rechnung. (wf)