Die Sulz war nicht die letzte Idee vom Bodenwöhrer „Dönermann“ Mustafa Besler

Von David Santl · 17. Juni 2025 um 05:00

Was kommt heraus, wenn man urbayerisches Metzger-Handwerk mit einem türkischen Imbiss mischt? Diese Frage haben sich auch Dönerimbiss-Besitzer Mustafa Besler aus Bodenwöhr und Metzger Mario Wallitschek aus Neunburg (Landkreis Schwandorf) gestellt. Heraus kam vor vier Jahren die Dönersulz. Noch immer ist die Kreation erfolgreich. Inzwischen gab es weitere Ideen.

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Gerade hat Mustafa Besler (44) in seinem Imbiss „Musti’s Döner Ecke“ in Bodenwöhr einen frischen dicken Fleischspieß in den Grill gesteckt. Auch das Gemüse und die Soßen in der Auslage stehen bereit. Die große Speisekarte über dem Tresen zeigt das ganz typische Angebot: Döner, Dürüm, Pizza – und Sulz. Moment mal: Was hat denn dieser urbayerische Klassiker in einem türkischen Dönerladen verloren?

Nun, das kommt davon, wenn sich ein Metzger einen Döner kauft und sich mit dem Inhaber direkt gut versteht. So passierte es vor über vier Jahren, als sich Mario Wallitschek von der Neunburger Metzgerei Scheitinger in Bodenwöhr einen Döner gekauft hatte. Besler und Wallitschek kamen miteinander ins Gespräch, setzten sich zusammen und überlegten, ob ein türkischer Dönerladen und eine bayerische Metzgerei nicht ein gemeinsames Produkt entwickeln könnten. Heraus kam dann eben die Dönersulz.

Mario Wallitschek (l.) aus Neunburg und Mustafa Besler mit ihrer Dönersulz. Die Kooperation kommt gut an. - Foto: Wallitschek

„Wir wollten etwas Neues machen, das die beiden Kulturen vereint“, sagt Besler. „Und dass wir beide was zusammen entwickeln müssen, darin waren wir uns auch sofort einig“, ergänzt Wallitschek. Weil die Dönersulz bei den Kunden in beiden Geschäften direkt gut ankam, nahmen Besler und Wallitschek sie fest in ihr Sortiment auf. Das hat sich vier Jahre später nicht geändert. „Sie wird nach wie vor richtig gut angenommen“, erzählt Mario Wallitschek.

In die Sulz kommen Dönerfleisch, Gurken und Paprika. Der Metzger kocht sie dann aus. Verkauft wird sie zwar das ganze Jahr über, aber gerade jetzt, im Sommer, wird sie laut Besler besonders gut angenommen. „Da ist den Leuten was Kaltes lieber“, sagt er. Dabei ist es übrigens egal, ob Alt oder Jung. Viele Ältere würden ohnehin gerne Sulz essen – und seien neugierig auf diese ungewöhnliche Variante gewesen. Manchmal gibt es laut Besler sogar Großbestellungen, zum Beispiel von einer Firma.

Fleisch, Gurke, Paprika: Das sind die Bestandteile der Sulz. - Foto: Wallitschek

Die Dönersulz ist aber nicht die einzige ausgefallene Kreation, die Besler und Wallitschek gemeinsam entwickelt haben. Es gibt beispielsweise auch Osmanenkäse, mit typischen Gewürzen aus dem Nahen Osten. Und damit der Döner an sich nicht zu eintönig wird, bietet Mustafa Besler auch hier gerne verschiedene Varianten an. Ein aktuelles Beispiel ist der „Döner Vita“ – mit Mozzarella, Rucola und Balsamicocreme. „Ich dachte, den mögen vor allem Frauen, aber auch Männer essen ihn sehr gerne. Der Döner Vita kommt super an“, freut sich der Inhaber.

Manche Dönerläden tun sogar Zitronensaft und Granatapfelkerne in den Döner. Das mache ich nicht mit, denn das sind zu starke Geschmacksträger.

Mustafa Besler, Inhaber Mustis Döner Ecke

Wer den Döner ohne Fleisch mag und trotzdem satt werden will, hat in Bodenwöhr noch eine andere besondere Option. Den „Döner Pomm“. Statt als Beilage sind die Pommes hier direkt im Döner drin. „Da wirst du richtig satt“, sagt Mustafa Besler. Kreativ zu bleiben, war immer die Devise, seit er den Dönerladen vor fünf Jahren eröffnet hat – den ersten in Bodenwöhr übrigens. Wobei auch Besler Prinzipien hat: „Manche Dönerläden tun sogar Zitronensaft und Granatapfelkerne in den Döner. Das mache ich nicht mit, denn das sind zu starke Geschmacksträger“, sagt er.

Standard-Döner immer noch beliebt

Die Leute sollen angesichts eines überbordenden Angebots auch nicht verwirrt werden. „Du brauchst gar nicht 20 verschiedene Soßen.“ Denn die meisten würden doch den Standard-Döner bevorzugen – mit Tomate, Zwiebel, Salat, Gurke und Kraut also. „Und einige auch mit Mais und Jalapenos“, erzählt Besler.

Mit dem ursprünglichen Döner hat das alles ohnehin wenig zu tun. Denn der bestehe lediglich aus Fleisch und Zwiebeln. Eine Soße gibt es nicht. „Aber hier in der Sandwich-Variante ist er gesund und eine vollwertige Mahlzeit“, sagt Mustafa.