Firmen in Kelheim und Saal machen Druck für eine deutlich verkürzte Sperrung der Donautal-Bahn

Von Martina Hutzler · 14. Juni 2025 um 05:00

Die geplanten Baustellen auf der Bahnstrecke Regensburg – Ingolstadt bereiten Firmen im Raum Kelheim und Saal, die die Schiene für Transporte nutzen, weiterhin Sorgen. Aber es scheint sich ein Entgegenkommen seitens der Bahn abzuzeichnen.

Gleich vier Baustellen hat sich die Bahn AG ab 4. bzw. 6. Juli auf der „Donautalbahn“ Regensburg – Ingolstadt vorgenommen, teilt eine Sprecherin der Bahn auf Anfrage mit: die Instandsetzung der Stahlbrücke Sinzing (bis 2. September), Schienen-Erneuerungen im Bahnhof Sinzing (bis 31.7.) und zwischen Prüfening und Matting (bis 21.7.) sowie den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Abensberg (bis 24.7.).

Dafür werden Streckenabschnitte gesperrt: zwischen Neustadt und Regensburg von 4. bis 31. Juli und von 29. August bis 2. September; zwischen Sinzing und Regensburg von 31. Juli bis 28. August. Für Personenzüge ist das bereits fix. Aber im Güterverkehr wehren sich mehrere Firmen in Kelheim, Saal und dem Hafen inbesondere gegen die lange Vollsperrung Neustadt – Regensburg. Denn in der Zeit wäre auch die Nebenbahn nach Kelheim „tot“, die vom Bahnhof Saal abzweigt.

Am Ende der Nebenstrecke, in der Regensburger Straße, kommen bei Kelheim Fibres „jede Woche mehrere Waggons an“, mit Rohstoffen zur Faserherstellung, berichtet CSR-Leiter Wolfgang Ott: allein rund 15 Waggons mit Natronlauge, außerdem Schwefel-Kohlenstoff und Zellstoff. Die ursprünglich sogar achtwöchige angedrohte Sperrung würde den Spezialfaser-Hersteller völlig ausbremsen. Denn Lkw wären keine praktikable Alternative; allein wegen der schieren Menge, und auch, weil Schwefel-Kohlenstoff als Gefahrgut klassifiziert ist, so Ott.

Bahn kappt auch ihren eigenen Liefer-Weg

Auch das Kalkwerk Saal und Firmen im und beim Kelheimer Hafen wären Firmen betroffen, berichtet Geschäftsleiter Tobias Schlauderer: BLG Logistics (Autotransporte), der Agrar-Vermarkter Osterhuber; die Spedition TKB - die bereits vorsorglich vom Bahn- auf Schiffsverkehr umgestellt hat - und der Logistiker Fichtl, der an der Regensburger Straße sogar ein Containerterminal mit Bahnanschluss und Rangierlok betreibt. Ferner die Firma MAV, die mineralische Abfälle aufbereitet – unter anderem Schotter aus Bahngleisen, den die Bahn eigentlich per Bahn anliefert.

Diesen Weg kappe sich das Unternehmen quasi selbst, sagt die Kelheimer MAV-Geschäftsführerin Mirjam Rauch. LKW als Alternative würden die Straßen-Infrastruktur im und um den Hafen zusätzlich belasten. Auch Rauch hofft daher auf eine Verkürzung der Sperrung für den Güterverkehr. Darauf drängen - nach dem späten Bekanntwerden des Vorhabens - seit Wochen Vertreter von Politik, Hafen und Unternehmen bei den Bahn-Töchtern InfraGo und DB Cargo.

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Das zeigt offenbar Wirkung, wie mehrere Firmen auf Anfrage bestätigen. Laut Wolfgang Ott von Kelheim Fibres hieß es bei einem Treffen bereits, dass die komplette Sperrung auf eine Woche Anfang Juli beschränkt werde und in der restlichen Zeit der Bahnhof Saal zumindest aus Richtung Ingolstadt/Neustadt erreichbar bleiben solle. Damit könne Fibres dann leben.

Verhandlungen laufen noch

Auch Hafen-Geschäftsführer Schlauderer sieht bei der Bahn ein Mühen um „eine Lösung im Sinne aller“, das aber noch laufe. Eine Bahn-Sprecherin bestätigte am Dienstag, man prüfe „umfassend den Bauablauf und weitere Parameter“ darauf, „ob die Bedienung der ansässigen Firmen an der Donautalbahn bereits nach rund einer Woche Baustelle wieder rollen kann“.