Erdbeeren frisch vom Acker in Fuchsenhof – Kleine Früchte sind aromatischer

Der Weiler Fuchsenhof, zwischen Penting und Wenigrötz, im Gemeindebereich Neunburg, ist derzeit das Mekka für die Liebhaber süßer Früchtchen. Dort baut die Familie Duscher seit über zehn Jahren auf einer Fläche von rund vier Hektar Erdbeeren an. Die Vermarktung erfolgt vor allem in Form der Selbstpflücker.
Wenn es die Zeit und der Reifestand erlauben, werden auch von der Familie und Helfern geerntete Früchte angeboten, momentan ist das in der Form aber eher nicht möglich.
Auf die Idee, sich mit dem Anbau ein weiteres Standbein für seinen Ackerbaubetrieb zu schaffen, kam Franz Duscher bei einem Auftrag als Mähdrescherfahrer für einen Lohndrusch-Unternehmer aus Westdeutschland in Tschechien. Dieser betrieb dort eine Erdbeerfarm mit rund 150 Hektar. Seither hat Duscher sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und ist daher jetzt in der Lage, das Obst mit hoher Qualität anzubieten.
Bestäubung durch Hummeln
Die Pflanzen bezog er früher aus Holland, inzwischen aber von einem Traditionsunternehmen in Nordrhein-Westfalen, als sogenannte Grünpflanzen. Diese werden im Spätsommer gepflanzt. Die erste Ernte erfolge dann im Jahr darauf. „Heuer hatten wir leider mit Spätfrost zu kämpfen, da sind uns einige Blüten und sogar schon grüne Erdbeeren erfroren“, erklärte Duscher. Die Felder komplett abzudecken wäre kaum möglich. Aufgrund dessen begann die Erntesaison erst Mitte Mai.
Heuer hatten wir leider mit Spätfrost zu kämpfen, da sind uns einige Blüten und sogar schon grüne Erdbeeren erfroren.
Franz Duscher, Landwirt
Kein Problem sei die Bestäubung, die hauptsächlich durch Hummeln erfolge „und alles was hier sonst so rumfliegt“, meinte der Landwirt, der auch eigene Bienen hält. „Das Problem bei denen ist es, dass sie auf weiße Blüten weniger ansprechen und es ihnen zudem oft noch zu kalt ist“, schildert er seine Beobachtungen.
Bewährt habe sich in seinem Fall die sogenannte Bodenpflanzung. Zwischen die Reihen kommt eine Streu aus geschnittenem Stroh, damit die Blüten und Früchte nicht auf dem Ackerboden aufliegen. Die Maschine für die Einstreu habe er selbst entwickelt und gebaut, erklärt Franz Duscher. Mit Schädlingen gebe es keine Probleme, außer mit Schnecken. Die seien aber bislang nur in so geringen Mengen aufgetreten, dass noch nie eine aktive Bekämpfung erforderlich gewesen sei. Die heuer anhaltende Trockenheit habe ebenfalls keinen Einfluss auf die Ernte gehabt, da Erdbeeren relativ wenig Wasser bräuchten. Der Regen in der Erntezeit, sei da jetzt wesentlich schlimmer.

Zum Einsatz kämen derzeit als Hauptsorten „Rumba“, „Verdi“, „Sensation“ und „Faith“. Die Sortenwahl sei abhängig von der jeweils unterschiedlichen Reifezeit von früh- über mittel- bis spätreifend. „Daneben sind wir natürlich immer auf der Suche, um die für uns optimale Sorte zu finden“, sagt Duscher. Zwischen 600 und 800 Pflanzen würden dazu getestet.
Eine interessante Beobachtung habe er bei den Selbstpflückern gemacht. Sie würden zum Teil lieber die großen Früchte ernten, dabei seien die kleineren Beeren bei einer Sorte deutlich aromatischer, aber etwas schwerer zu pflücken. Die Kunden kämen mit Schwerpunkt aus dem Landkreis Cham. Als Beispiel dafür kam eine Frau aus Tiefenbach zu dem Gespräch hinzu, die erklärte, dass die gerade gepflückten Erdbeeren bis nach Wien reisen würden.

Rückblickend stellte Franz Duscher fest, dass es nicht leicht gewesen sei, sich mit Erdbeeren einen Namen zu machen. „Vor 30 Jahren hatten wir noch Milchvieh, aber das bedeutete 24 Stunden, an sieben Tagen in der Woche Arbeit und das möchte ich heute nicht mehr“, sagte er. Die Erdbeersaison bedeute zwar für die ganze Familie auch noch fünf bis sechs Wochen „volle Kanne Arbeit“, ansonsten könne man aber vom Ackerbau, mit der Erzeugung von Kartoffeln und Getreide, gut leben.
Tipps für den Anbau daheim
Bis Ende Juni sollten die Felder heuer abgeerntet sein. Für den Anbau von Erdbeeren im heimischen Garten hatte er auch noch Tipps bereit. Sehr wichtig sei die „Vorfrucht“. Hier empfiehlt er Sudangras, dass in den Boden eingearbeitet werden sollte. Es lockere ihn auf und bilde Gase, die Bodenschädlinge abtöten würden. Gedüngt werden sollte mit Kompost.