Mit Lesehund zum Lesezeichen – Bayernwerk zeichnet Stadtbücherei Parsberg aus

Von Markus Rath · 11. Juni 2025 um 11:10

Seit fast 20 Jahren zeichnet das Bayernwerk Büchereien mit dem Lesezeichen aus. Bereits zum vierten Mal unter den Preisträgern ist die Stadtbücherei Parsberg. Zu verdanken ist das auch einem vierbeinigen Mitarbeiter.

Video ansehen

Hintergrund: „Wir wollen mit unseren gesellschaftlichen Engagements an die Wurzeln gehen und gesellschaftlich relevante Themen unterstützen“, sagte Stephan Leibl, Kommunalbetreuer der Bayernwerk Netz GmbH (Bayernwerk), bei der Preisverleihung am Dienstag. Ein solches Thema sei die Leseförderung, bei der Parsberg mit besonderen Angeboten punkten würde.

„Den Preis haben wir auch unserer Yuna zu verdanken“, sagte die Leiterin der Stadtbücherei, Regina Vogl. Der Therapiehund besuche regelmäßig die Einrichtung. 90 Minuten lang dürften Kinder ihr dann – jeweils für 15 Minuten – vorlesen. „Das Tolle ist, dass Yuna egal ist, wie gut gelesen wird. Sie korrigiert nicht, bewertet nicht. Und das hilft den Kindern und gibt ihnen Selbstvertrauen“, erklärt Vogl das Prinzip. Ergänzt wird das Angebot durch regelmäßige Vorlesestunden mit Christoph Pöppl-Neufert und die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten, die regelmäßig in die Stadtbücherei kommen.

Angebot der Bücherei ist Bereicherung für Stadt Parsberg

Damit bestätigt Vogl die These, die Leibl bei der Preisverleihung vertritt. „Bibliotheken und Büchereien sind mit ihrem Einsatz und ihren Angeboten eine enorme Bereicherung“, sagt er. „Kinder und Jugendliche entdeckten dort neue Welten. Büchereien eröffneten Zugang zu Geschichten, Wissen und förderten auch den kritischen Umgang mit Medien.“ Gleichzeitig seien sie – besonders in Parsberg durch den Standort im Bahnhofsgebäude – gesellschaftliche Treffpunkte und somit ein zentraler Baustein eines gesunden Gemeindelebens.

Leibl berichtete weiter, dass das Bayernwerk beim Lesezeichen nur als Geldgeber auftrete und keinen Einfluss darauf habe, welche Büchereien ausgezeichnet werden. „Wir kooperieren bei der Leseförderung mit der Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen der Bayerischen Staatsbibliothek und dem Sankt Michaelsbund“, sagte Leibl. Diese würden eine Jury bilden, die dann die Preise vergebe.

Nicht nur Fantasy: Krimis und Abenteuerromane für Jugendliche

Und die sind auch mit einer finanziellen Zuwendung von 1000 Euro verbunden. In Parsberg wird Vogl das Geld in neue Medien im Jugendbuchbereich investieren. „Das wird gar nicht so einfach, denn aktuell gibt es hier vor allem Fantasygeschichten. Wir wollen aber auch andere Genres wie Krimis und Abenteuerromane im Angebot haben“, berichtet Vogl. Danach werde sie nun verstärkt Ausschau halten.

Stolz auf „unsere Stadtbücherei“ ist auch Bürgermeister Josef Bauer, der dem Büchereiteam seine Anerkennung zollte. „Hier wird gute Arbeit geleistet“, sagte er. Die Stadtbücherei sei ein wichtiger Impulsgeber für das städtische Leben. Bauer: „Groß und Klein finden spannende und vielfältige Angebote. Sie ist jeden Besuch wert.“

Angebote der Stadtbücherei

• Lesehund: Therapiehund Yuna kommt in die Bücherei und lässt sich 15 Minuten pro Kind vorlesen. Nächster Termin ist der 30. Juni von 16.15 bis 17.45 Uhr. Anmeldung über die Stadtbücherei.

• Papa liest vor: Christoph Pöppl-Neufert liest Kindern ab fünf Jahren 45 Minuten lang eine Geschichte vor. Nächster Termin: 26. August von 10 bis 10.45 Uhr. Anmeldung in der Stadtbücherei.

• Bücherflohmarkt: Während der Pfingstferien werden zu den Öffnungszeiten der Stadtbücherei Bücher aus Spenden oder doppelte Exemplare verkauft. Vom Erlös werden wieder neue Medien angeschafft.