Wenn der Teppich zum Leben erwacht: Sweety's Rabbits spielen wieder Theater

Von Lucia Pirkl · 10. Juni 2025 um 15:00

„Naomi und die Nacht“ heißt das neue Theaterstück der jungen Spieler von Regisseurin Angelika Süß.

Das erste Mal allein daheim, ohne Eltern: Das kann schon mal unheimlich werden. Auch Naomi geht es so. Denn wenn es dunkel wird, bewegen sich die Spielsachen plötzlich. Und das Kuscheltier „Herr Fürallefälle“ sprudelt plötzlich vor Ideen, was man denn ohne Eltern endlich alles tun könnte – zum Beispiel ganz viel Schokolade essen.

„Es passieren ganz viele verrückte Sachen“, erzählt Regisseurin Angelika Süß über das neue Kinderstück, das Mitte Juli im Kreuzgang in Abensberg gezeigt wird. Mit der Vorlage von Ingeborg von Zadow hat sie ein Stück gefunden, das bisher noch recht unbekannt ist. „Ich hatte schon öfter Stücke von ihr.“ Die seien immer sehr kindgerecht. In „Naomi und die Nacht“ geht es um etwas, das Kinder nur zu gut kennen dürften, um die Angst, die nicht greifbar ist und auch, wie man sich damit auseinandersetzt. Das Stück lebt von Geräuschen und Musik und zudem viel von Bewegungen. Es geht fantasievoll zu und es dürfte Kinder an Situationen erinnern, die sie selbst schon einmal erlebt haben.

Neue Truppe ab Herbst

Immer im Herbst trommelt Süß eine neue Kindertheatergruppe zusammen. In ihrem aktuellen Stück wirken junge Schauspieler mit, die schon Bühnenerfahrung haben, aber auch welche, die zum ersten Mal mit dabei sind. Die Spieler kämen oft durch Mundpropaganda zu ihr. Bis die Truppe aber zusammen ist, dauert es ein bisschen. „Heuer sind es sehr viele jüngere Kinder“, sagt Süß. Der Inhalt könne aber auch jüngeres Publikum sehr gut ansprechen. „Es gibt wenige Stücke, die so kindgerecht sind, die sich für die Spieler und das junge Publikum eignen. Aber das ist eines davon.“ Süß hofft auch, dass beim Zuschauen vielleicht das eine oder andere Kind Lust darauf kriegt, selbst einmal auf der Bühne zu stehen.

Die jungen Spieler werden im Herbst langsam an ihre Rollen herangeführt. „Du kannst nicht einem eine Rolle aufzwingen“, ist Süß überzeugt. Hin und wieder einem Kind eine Rolle vielleicht ein bisschen schmackhaft zu machen, ja, das ginge, aufzwängen aber nicht. Und auch nicht jeder, der anfangs Interesse am Theater zeigt, mag dann auch weiterspielen. Manchmal ist das Interesse daran, dass der Sprössling auf der Bühne steht und spielt, bei den Eltern größer als bei den Kindern selbst..

Nicht viel Platz auf der Bühne

Geprobt wird immer freitags. Vor den Aufführungen dann auch mehrmals, mit Einzelproben. Wenn die Bühne dann ein paar Tage vor der Premiere im Kreuzgang aufgebaut ist, wird noch mit Kostümen und vor fertiger Kulisse geprobt. Erst hier sieht man so manches Detail, das noch angepasst werden muss. „Viel Platz ist auf der Bühne nicht“, sagt Süß.

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Umso wichtiger sei ein ausgeklügeltes Bühnenbild. In diesem Stück, in dem die Bühne zweigeteilt ist, in dem es ein Schlafzimmer und eine Küche geben soll, umso mehr. „Das geht schon mit dem Bett los. Ein normales Bett wäre zu groß für die Bühne“, so Süß. Aber ihr Bekannter, Gerhard Völkl, der sie schon seit Langem mit dem Bühnenbild unterstützt, fand eine Lösung, baute ein Modell. Umsetzen muss es dann Hans Jürgen Schuster. Da steckt viel Liebe zum Detail drin. Genauso wie bei den Kostümen. „Wir müssen ja immer darauf achten, dass es kostengünstig ist.“ Kreativität ist hier gefragt und das Meiste wird dann selbst geschneidert. Auch hier hat Süß mit Gabi Wiendl eine erfahrene Schneiderin zur Hand.

Überhaupt funktioniert so ein Theater nur durch das Zusammenspiel vieler Freiwilliger. Süß würde sich auch über Freiwillige freuen, die sich zum Beispiel mit der Technik gut auskennen oder auch mal mitanpacken können, beispielsweise beim Bühnenaufbau.

Erwachsene spielen bald

Wenn dann das Kindertheater rum ist, dann konzentriert sich Süß auf das Erwachsenenstück. Im Herbst wird das Stück „Nachverdichtung“ von Rainer Dachselt aufgeführt. Es geht um Immobilien, „ein ziemlich heißes Stück“. Wer Interesse hat, kann gerne an den Proben, immer dienstags zwischen 19.30 und 21.30 Uhr im VHS-Studio in der Römerstraße 20 vorbeischauen.

Termine und Tickets

Freitag, 11. Juli, 20 Uhr, Samstag, 12. und Sonntag, 13. Juli, jeweils um 16 Uhr, Freitag, 18. Juli, 20 Uhr; Samstag, 19. und Sonntag, 20. Juli, jeweils um 16 Uhr im Kreuzgang; Karten zu 9 Euro (Kinder) beziehungsweise 15 Euro (Erwachsene) gibt es ander Abendkasse oder im Vorverkauf in der Touristinfo im Herzogskasten unter Telefon 09443/ 9103180 oder über touristik@abensberg.de