Paukenschlag in Regensburg: Kult-Restaurant im Leeren Beutel muss schon bald schließen

Von Philip Hell · 8. Juni 2025 um 10:59

Es ist eine Institution in der Regensburger Gastro-Landschaft: Das Restaurant im Leeren Beutel genießt einen hervorragenden Ruf in der Domstadt. Schon in wenigen Tagen gehen dort nach Jahrzehnten die Lichter aus.

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Das bestätigte Gastronom Winfried Freisleben der MZ. Demnach wird das Restaurant schon Ende Juni schließen – und zwar nicht freiwillig. Laut Freisleben wurde ihm der Pachtvertrag von einer großen Münchner Brauerei gekündigt. Er habe lange um sein Lokal gekämpft, letztendlich vergeblich.

Schock für Stammgäste: Das Restaurant im Leeren Beutel in Regensburg muss schließen

Am Samstag veröffentlichte Freisleben die schlechte Nachricht auch auf den sozialen Medien. Dabei bedankte er sich für 37 Jahre. Auch im Gespräch mit der MZ war dem Gastronomen anzumerken, dass ihm der Abschied alles andere als leicht fällt. Die Hintergründe der Kündigung bleiben unklar – sicher ist: Das Restaurant wird zahlreichen Stammgästen fehlen.

Das zeigt sich auch in den Kommentaren unter dem Abschieds-Post. Ein Nutzer fragt: „Das kann doch nicht wahr sein?“ Ein anderer: „Sehr schade und überraschend.“ Freisleben schreibt in seinem Beitrag: „Wir hatten eine großartige Zeit und würden uns freuen, wenn ihr im Juni noch einmal vorbeischaut, um Servus zu sagen.“ Reservierungen seien bis zum 27. Juni möglich.

Bauarbeiten am Leeren Beutel ziehen sich

Neben dem Restaurant wird der Leere Beutel als Kulturzentrum genutzt. Das Gebäude gehört der Stadt, lediglich die Räumlichkeiten des Restaurants an die große Münchner Brauerei weiterverpachtet wurden. Auswirkungen auf die Filmgalerie, den Jazzclub oder die Städtische Galerie sind daher nicht zu befürchten.

Winfried Freisleben war 37 Jahre Pächter des Restaurants im Leeren Beutel. Nun wurde ihm gekündigt. - Foto: altrofoto.de/Archiv

In den vergangenen Wochen und Monaten machte der Leere Beutel vor allem mit seinem Zustand Schlagzeilen. Seit geraumer Zeit laufen Bauarbeiten an dem Gebäude. Ein Gerüst soll Passanten vor herabfallenden Ziegeln schützen. Dieses Gerüst kostet die Stadt 70.000 Euro jährlich und wird noch länger stehen, sagte Planungsreferent Florian Plajer in einer Sitzung des Planungsausschusses in der vergangenen Woche. Das Dach werde im kommenden Jahr erneuert. Zurzeit liefen Voruntersuchungen.

Wirt Freisleben hatte im März gegenüber der MZ von einer drohenden Katastrophe gesprochen. Das Gerüst beeinflusse das Sommergeschäft und bedeute wirtschaftliche Verluste. „Ich versuche, mit der Stadt Regensburg ein Konzept zu basteln, das das Überleben des Leeren Beutels sichern kann“, sagte Freisleben damals. Mit der Kündigung aus München ist das nun hinfällig.