Eckverglasung mit Handicap: So soll der Parsberger Burgsaal wasserdicht werden

Von Markus Rath · 5. Juni 2025 um 19:00

Wenn die Sonne scheint, spiegeln sich die Türme der Burg in der Eckverglasung des Burgsaals in Parsberg. Dieses Motiv ist bei Fotografen beliebt, gibt dem Burgsaal eine markante Optik und macht auch seinen Reiz als Hochzeitslocation aus. Allerdings hat die Fensterfront einen entscheidenden Haken.

Bei starkem Regen ist die Eckverglasung nicht ganz dicht. „In der Vergangenheit kam es bei starken Niederschlägen immer wieder zu Wasseransammlungen an der Innenseite des Fensters“, bestätigt der Bürgermeister der Stadt Parsberg, Josef Bauer, das Problem. Mehrfach sei an der Eckverglasung des 2013 erbauten Gebäudes nachgebessert worden – allerdings ohne Erfolg. Über die Jahre sei dadurch auch die angrenzende Holzverkleidung beschädigt worden.

Vieles wurde schon unternommen, um den Fehler zu ergründen. „Wir hatten sogar die Feuerwehr vor Ort, um Wasser auf die Scheibe zu spritzen. So wollten wir herausfinden, wo genau sich die vermeintliche Schwachstelle befindet. Aber alles blieb ohne Erfolg“, sagt Bauer.

Warum das Wasser in den Burgsaal in Parsberg rinnt, ist unklar geblieben

Klar sei nur, dass die Ursache am oberen Fensterabschluss liegen muss, durch den Wasser eindringen konnte. Wo genau es sich aber seinen Weg bahnt, sei nicht feststellbar. Bauer: „Wasser hat einen kleinen Kopf und man kann es nicht stapeln. Es schlängelt sich durch die unmöglichsten und kleinsten Ritzen.“ Deswegen sei es so schwer aufzuhalten.

Trotzdem habe die Stadt natürlich immer darauf bestanden, dass das Problem beseitigt und die Verglasung nachgebessert wird, ohne dass für die Stadt zusätzliche Kosten anfallen. „Inzwischen haben wir zusammen mit einem Gutachter, dem Architekten des Burgsaals und den an der Bauausführung beteiligten Firmen eine Lösung gefunden, um Abhilfe zu schaffen“, sagt Bauer.

Bisher schließen Eckverglasung und Mauer bündig ab. - Foto: Gebauer + Wittmann Architekten

Die Glasscheibe werde rund 30 Zentimeter nach innen versetzt und die Anschlüsse und Abdichtungen neu konstruiert. Durch diese neue Anordnung der großflächigen Fensterscheiben werde eine verbesserte Abdichtung erreicht – und somit ein dauerhafter Schutz vor einem erneuten Wassereintritt gewährleistet. Außerdem sollen die durch den immer wieder vorkommenden Wassereintritt entstandenen Schäden im Zuge der Umbauarbeiten beseitigt und die betroffenen Bauteile ausgetauscht werden. Die Arbeiten sollen laut Bauer Mitte Juni beginnen und Ende Juli abgeschlossen sein.

Burgsaal mehrere Wochen gesperrt: Hochzeiten aber nicht in Gefahr

Folgen hat dieser Eingriff in die Fassade für alle Nutzer des Saals. Hochzeiten und Veranstaltungen können in diesem Zeitraum nicht stattfinden. Absagen sind deswegen aber nicht notwendig. Denn der Termin für die Arbeiten wurde mit der Spielzeit der Burgspiele Parsberg von Mitte Juni bis Mitte Juli verzahnt. Während die Theatergruppe auf der Freiluftbühne aktiv ist, sei das Burgareal sowieso für Veranstaltungen gesperrt, sagt Bauer. Der Burgsaal wird während dieser Zeit demnach auch nicht vermietet.

Auch Einschränkungen für die Optik des Parsberger Aushängeschilds befürchtet der Bürgermeister nicht. „Diese bauliche Veränderung verleiht dem Saal in diesem Bereich nur eine etwas anderes Aussehen“, sagt er.