Polizei in Parsberg: Karriere von Karlheinz Dietl begann im Geburtsort – und endet hier

Von Markus Rath · 3. Juni 2025 um 18:58

Die Burg ist das Wahrzeichen der Stadt Parsberg. Fast unbemerkt ist sie aber auch zu einem Symbol für eine Oberpfälzer Polizeikarriere geworden, die am Dienstagnachmittag zu Ende ging.

Denn als der heutige Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Parsberg, der Erste Polizeihauptkommissar Karlheinz Dietl, 1981 von seinem Elternhaus am Fuß des nördlichen Burgbergs loslief, um seinen Dienst als Polizeipraktikant anzutreten, führte ihn der Weg zur Dienststelle am südlichen Burgberg nicht nur am Elternhaus des heutigen Bürgermeisters Josef Bauer vorbei, sondern auch an der Burg selbst – dem Ort, an dem sich nun, nach 44 Jahren, bei einer Feierstunde im Burgsaal zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand, ein Kreis für Dietl geschlossen hat.

Polizeipräsident Thomas Schöniger, der in seiner Festrede den beruflichen Werdegang von Dietl skizzierte (siehe Infokasten), bezeichnete den Posten als Dienststellenleiter als „das schönste Amt, das die bayerische Polizei zu vergeben hat“. Es sei eine fordernde, aber vor allem auch erfüllende Aufgabe, sich um das Sicherheitsgefühl von – bezogen auf den Dienstbereich von Parsberg – 30?000 Menschen zu kümmern und für sie Verantwortung zu übernehmen.

„Von einem Dienststellenleiter wird viel erwartet, der hält die Fäden zusammen“, sagte Schöniger. Diese Aufgabe habe Dietl in den vergangenen fünf Jahren mit seiner „exakten Arbeit und vor allem seinem menschlichen Umgang mit den Kolleginnen und Kollegen der Dienststelle“ erfüllt – und so als „Polizist mit Leib und Seele“ mit einer Aufklärungsquote von 75 Prozent für ein hohes Sicherheitsniveau gesorgt.

Eine Ära für Parsberg geht zu Ende – Gleichzeitig Neubeginn

Bürgermeister Josef Bauer sprach davon, dass mit der Verabschiedung von Dietl eine Ära zu Ende gehe. Über viele Jahre hinweg habe er mit großer Umsicht, Entschlossenheit und Menschlichkeit die Polizeiinspektion Parsberg geführt. „Er war nicht nur ein Garant für Sicherheit und Ordnung in unserer Stadt und unserer Region, sondern auch ein verlässlicher Partner für die kommunale Familie, für Vereine, Initiativen und viele Bürgerinnen und Bürger“, sagte Bauer.

Dietls offenes, menschliches und kooperatives Miteinander, sein stets lösungsorientiertes Denken und nicht zuletzt seine feine Art würden den Menschen der Region in bester Erinnerung bleiben. Bauer, der in seiner Funktion als stellvertretender Landrat auch für den Landkreis Neumarkt sprach, dankte Dietl für seinen Einsatz auch im Namen des Stadtrats von ganzem Herzen.

Für den Polizeinachwuchs ist gesorgt: Karlheinz Dietls Sohn ist bereits Polizist und Enkel Max – mit Mama Verena Dietl – trug zur Verabschiedung seines Opas ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Einstellungsjahrgang 2040“. Damit die frühkindliche Berufsprägung auch funktioniert überreichte ihm Polizeipräsident Thomas Schöniger eine Polizeiteddybären - Foto: Markus Rath

Mit den Worten „Es ist ein Tag des Abschieds – aber auch des Neubeginns“ leitete Bauer dann auf Martin Schmidmeier über, der die Polizeiinspektion Parsberg ab 1. Juli für die nächsten sechs Monate als unmittelbarer Nachfolger Dietls leiten wird. Er übernehme in bewegten Zeiten ein wichtiges und verantwortungsvolles Amt. Mit der ihm nachgesagten Erfahrung, Führungsstärke und seinem klaren Wertekompass bringe er sicher alle Voraussetzungen mit, um diese Aufgabe mit Bravour zu meistern.

Für Schmidmeier wird es, wie er selbst sagte, das erste Mal sein, dass er „mit der Übernahme dieser herausragenden Funktion“ die Leitung einer Dienststelle übernehme. Er bedanke sich deshalb für das in ihn gesetzte Vertrauen. „Vertrauen ist für mich ein wesentlicher Bestandteil der Führungsarbeit“, sagte er. Sie sei die Basis für Zusammenhalt und Teamgeist, den die Polizei in Parsberg bei dem Großeinsatz auf dem kurdischen Fest im März erst wieder bewiesen habe.

Dass Schmidmeier als Dienststellenleiter keine einfache Aufgabe erwartet, machte auch sein Vorgänger klar, der in seiner Abschiedsrede einige Anekdoten über seine Reise durch die bayerische Polizeilandschaft erzählte. So sei zum Beispiel die Kneipenlandschaft in Schwabing fest in der Hand der aus der Oberpfalz nicht ganz freiwillig dorthin versetzten Beamten gewesen.

Wackersdorf, Hausbesetzerszene: Unruhige Zeiten in Bayern erlebt

„Und zwar dienstlich und oft auch privat“, sagte Dietl, der „politisch unruhige Zeiten“ während seiner Anfangsjahre im Polizeidienst erwähnte. Dietl erinnerte in diesem Zusammenhang an die Einsätze in Wackersdorf, wo man als Polizist quasi auf dem Gelände eingeschlossen war. „Damals gab es kein Handy, und die Angehörigen mussten fernsehen, um zu erfahren, wie es den Beamten geht.“

Auch auf seine zweite Parsberger Station – damals als Dienstgruppenleiter – blickte Dietl zurück: „Dienstliche Heimat mit fünf Minuten Gehweg in die Arbeit. Ein hervorragendes Arbeitsklima mit kollegialen Mitarbeitern. Vertraut mit Land und Leuten und der Sprache dieses Landstrichs mächtig. Was will ich noch mehr?“

Trotzdem sei er noch einmal in die Fremde gezogen, ehe sich mit den letzten fünf Jahren – nach vielen Dienst-, Einsatzorten und Stationen in ganz Bayern und in den unterschiedlichsten Sparten bei der Bayerischen Polizei – der Kreis mit seinem Abschied im Burgsaal schließe.

Berufliche Eckdaten Karlheinz Dietl

• Start: Oktober 1981 bei der Polizeiinspektion Parsberg als Polizeipraktikant.

• 1990: Wach und Streifenbeamter in der PI 13 München-Schwabing.

• 1993: Polizeiinspektion Parsberg, Dienstgruppenleiter

• 2000: Polizeipräsidium Niederbayern/Oberpfalz

• 2010: Klassleiter, stellvertretender Seminarleiter und Seminarleiter Bereitschaftspolizei Sulzbach-Rosenberg

• Ab 2020: Polizeiinspektion Parsberg, Dienststellenleiter